mini|Grant Gee auf der Berlinale 2026 Grant Robert Gee (* 1. November 1964 in Plymouth) ist ein britischer Filmemacher.

Leben Grant Robert Gee wurde am 1. November 1964 in Plymouth, Devon geboren und studierte Geographie am St Catherine’s College, Oxford. Anschließend absolvierte er ein Postgraduiertenstudium an der University of Illinois at Urbana-Champaign.

Karriere Anfang der 1990er Jahre arbeitete Gee an U2s Zoo TV und Zoo Radio. Danach realisierte er mit Mark Neale mehrere Projekte, darunter „The Memory Palace“, ein experimentelles Multimedia-Projekt, das Film und Live-Performance für die Expo 92 verband.

1996 führte er Regie bei einem 27-minütigen Kurzfilm, der von der Progressive-House-Band Spooky für Teile ihres Albums Found Sound in Auftrag gegeben wurde. Der Film wurde im Rahmen der Wiedereröffnung des Centre Georges Pompidou in einer Endlosschleife außerhalb des Gebäudes gezeigt. Gee begleitete die Band Radiohead, während sie mit ihrem hochgelobten Album OK Computer von 1997 auf Tour war. Gees Dokumentarfilm von 1998, Meeting People Is Easy, wurde für einen Grammy Award in der Kategorie Best Long Form Music Video nominiert.

Seine Kurzfilme, darunter Tel Aviv City Symphony (im Auftrag des Festivals onedotzero), der Dokumentarfilm JC-03 (über John Cale bei der Arbeit) und der Tanzfilm Torsion, wurden international im Rahmen von Tourneeprogrammen des British Council, von onedotzero und Film and Video Umbrella gezeigt. Gee drehte außerdem Musikvideos für britische Bands wie Radiohead und Blur.

Im April 2006 gab das unter einer Creative-Commons-Lizenz stehende Filmprojekt A Swarm of Angels bekannt, dass Gee als Kameramann zum Projektteam gestoßen sei. 2007 drehte er Western Lands, einen zehnminütigen Film über die Besteigung des Old Man of Hoy. Im November 2010 erhielt Grant Fördermittel vom UK Film Council, um das Projekt New Career in a New Town: David Bowie in Berlin zu entwickeln, einen Musikdokumentarfilm über David Bowies Berliner Zeit.

Gees Dokumentarfilm von 2007 Joy Division erzählte die Geschichte der gleichnamigen Band aus Manchester und entstand in Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller Jon Savage. Der Film erhielt insgesamt positive Kritiken. In Variety schrieb Robert Koehler, der Dokumentarfilm sei „emotional tiefer“ als das von Anton Corbijn inszenierte Biopic Control. Im Januar 2011 vollendete Gee seinen Film Patience: After Sebald, der auf W. G. Sebalds Buch Die Ringe des Saturn basiert und vom Vancouver International Film Festival sowie dem New York Film Festival angenommen wurde. In The Observer nannte Philip French den Film einen „bescheidenen, außerordentlich vergnüglichen Dokumentarfilm“.

mini|Grant Gee (links) mit Janine Marmot und dem Silbernen Bären (2026) Im Jahr 2015 wurde Gees Dokumentarfilm Innocence of Memories, der in Zusammenarbeit mit dem türkischen Romanautor Orhan Pamuk entstand und auf dessen Roman The Museum of Innocence basiert, als Sonderveranstaltung in der Sektion Venice Days bei den Internationalen Filmfestspiele von Venedig gezeigt. Im Jahr 2026 feierte Gees biografisches Filmdrama Everybody Digs Bill Evans, das auf Owen Martells Roman Intermission basiert und den Jazzpianisten Bill Evans in den Mittelpunkt stellt, seine Premiere im Hauptwettbewerb der Berlinale 2026, wo Gee den Silbernen Bären für die beste Regie gewann.

Werke (Auswahl) Musikvideo 1996: Spooky: Found Sound (Regie, Schnitt) 1997: Radiohead: No Surprises (Regie) 1999: Blur: Tender (Regie) 1999: Radiohead: Palo Alto (Regie) 2000: Coldplay: Shiver (Regie) 2000: Radiohead: Idioteque (Regie) 2000: Badly Drawn Boy: Another Pearl (Regie) 2001: Stephen Malkmus: Discretion Grove (Regie) 2004: Nick Cave and the Bad Seeds: Nature Boy (Regie)

Filme 1998: Meeting People Is Easy (Regie, Kamera) 2000: No Maps for These Territories (Kamera) 2003: Tel Aviv City Symphony (Regie) 2003: Faster (Kamera) 2003: Jc-03 (Regie, Kamera, Schnitt) 2006: Scott Walker: 30 Century Man (Kamera, Schnitt) 2007: Joy Division (Regie, Kamera) 2009: Bang Goes the Theory Live Trailer (Regie) 2009: Haikus of the Heart (Regie) 2011: Fastest (Kamera) 2012: Patience: After Sebald (Regie, Kamera, Schnitt) 2012: Making First Steps (Regie, Kamera) 2015: Innocence of Memories (Regie, Kamera) 2016: The Sea Is an Edge And an Ending (Kamera) 2019: Here for Life (Schnitt) 2020: Judith (Regie) 2022: The Gold Machine (Regie) 2026: Everybody Digs Bill Evans (Regie)

Auszeichnungen (Auswahl) 2000: Grammy Best Long Form Music Video Nominiernung für Meeting People Is Easy 2007: Grammy Best Long Form Music Video Nominiernung für Demon Days 2007: CPH:DOX Sound & Vision Award für Joy Division 2026: Silberner Bär/Beste Regie für Everybody Digs Bill Evans

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Einzelnachweise

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