mini|Verbreitungsgebiet der Weißkehldrossel

Die Weißkehldrossel (Turdus assimilis) ist ein Singvogel aus der Familie der Drosseln (Turdidae).P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF

Der Vogel kommt in Mexiko und Zentralamerika vor, vom Nordosten und Nordwesten Mexikos südlich mit zentrales und westliches Panama. Nachgewiesen wurde die Art auch im Südwesten der USA. In Costa Rica ist die Art aus dem Valle Central fast vollständig verschwunden aufgrund massiver Abholzung.F. G. Stiles und A. F. Skutch: A Guide to the Birds of Costa Rica. 1989, ISBN 978-0-8014-9600-4

Lange wurde die Art als konspezifisch mit der Daguadrossel (Turdus daguae) angesehen. Beide wurden lange Zeit als zur Halbringdrossel (Turdus albicollis) gehörig betrachtet.S. G. Mlodinow, P. Pyle, G. M. Kirwanund P. F. D. Boesman: White- throated Thrush (Turdus assimilis), version 2.0. In: N. D. Sly und S. M. Billerman (Herausgeber): Birds of the World. 2025, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Turdus assimilis

Die Art wurde im Jahre 2025 aufgrund molekularbiologischer Untersuchungen (Mitochondriale DNA) als eigenständig anerkannt.R. Terry Chesser, Shawn M. Billerman, Kevin J. Burns, Carla Cicero, Jon L. Dunn, Blanca E. Hernández-Baños, Rosa Alicia Jiménez, Oscar Johnson, Nicholas A. Mason und Pamela C. Rasmussen. In: "Sixty-sixth supplement to the American Ornithological Societys Check-list of North American Birds". In: Ornithology, Band 142, S. 1–19, 2025. doi:10.1093/ornithology/ukaf015J. Núñez-Zapata, A. T. Peterson und A. G. Navarro-Sigüenza: Pleistocene diversification and speciation of White-throated Thrush (Turdus assimilis; Aves: Turdidae). In: Journal of Ornithology, Band 157, Heft 4, S. 1073–1085, 2016. doi:10.1007/s10336-016-1350-6R. Batista, U. Olsson, T. Andermann, A. Aleixo, C. C. Ribas und A. Antonelli: Phylogenomics and biogeography of the world’s thrushes (Aves: Turdus): new evidence for a more parsimonious evolutionary history. In: Proceedings of the Royal Society Band 287, S. 2019–2400, 2020, doi:10.1098/rspb.2019.2400

Der Lebensraum umfasst bewaldete Flächen in Bergen und Bergausläufern von 700 bis 3000 m. ü. M., außerhalb der Brutsaison ist die Art auch in niedrigeren Höhenlagen mit fruchttragenden Bäumen anzutreffen.R. Garrigues, R. Dean: The Birds of Costa Rica. Ithaca: 2007. ISBN 978-0-8014-7373-9G. R. Angehr, R. Dean: The Birds of Panama. Ithaca: 2010 ISBN 978-0-8014-7674-7

Der Artzusatz kommt von .J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.

Merkmale Der Vogel misst 21–27 cm, das Männchen wiegt 61–91 und das Weibchen 68–90 g. Charakteristisch ist die kräftig gestrichelte Kehle mit einem breitem weißem Halbmond am Übergang zur braunen Brust, hinzu kommen ein goldgelber Augenring, goldgelber Schnabel und gelbe Füße.M. McMullan: Field Guide to the Birds of Colombia Rey Naranjo Editores, 2018, ISBN 978-958-8969-77-0

Kopf und Oberseite sind je nach Region olivbraun, braun oder schwärzlich, jeweils am Kopf dunkler. Das Gesicht ist einfarbig bis auf den mattgelben bis hell orangegelben Augenring. Die Kehle ist weiß und kräftig dunkelbraun gestrichelt und deutlich gegen den weißen Halbmond darunter abgesetzt. Die Unterseite ist blasser grau oder gelbbraun oder dunkelgrau, an Steiß und Unterschwanzdecken weißlich. Der Schnabel ist kräftig und spitz. Der Oberschnabel ist meist dunkel, der Unterschnabel in den in Mexiko beheimateten Unterarten dunkel bis mittelgelb, besonders um die Brutzeit herum. Weiter südlich ist der Unterschnabel hellgelb während der Brutzeit, sonst mattgelb. In Panama ist die Schnabelbasis dunkel, die äußeren 2/3 sind gelb. Schnabelrand und -innenseite sind immer gelb, bei Nestlingen deutlicher und breiter. Die Iris ist rötlich braun, der Augenring grau, grünlich gelb oder matt gelb in den nördlichen Populationen, sonst hellgelb oder orangefarben, in Panama schließlich wieder matter gelb. Um die Brutzeit herum wird der Augenring heller und deutlicher.

Die Beine sind wie für Drosseln typisch robust und schuppig mit großen Füßen. Die Färbung entspricht bei adulten Vögeln der des Schnabels.

Die Geschlechter unterscheiden sich nicht, Jungvögel sind zunächst matt grünlich olivfarben mit rosafarbenen Füßen. Der Schnabel zunächst ist dunkel oder grau gelb. Die Iris ist gräulich braun, der Augenring bräunlich oder grünlich gelb, beide nehmen in wenigen Monaten die Färbung der adulten Vögel an. Kopf und Oberseite sind braun, blass zimtfarben gestrichelt, die Unterseite ist blass bräunlich mit dunklen braunen Flecken oder Bänderung an der Brust, nach hinten zu undeutlicher und blasser werdend.

Im Verbreitungsgebiet ist die Weißkehldrossel die einzige Drossel mit abgesetztem, schmalem, weißem Halbmond zwischen Kehle und oberer Brust. Im gleichen Gebiet kommen Gilbdrossel (Turdus grayi) und Blaßsteißdrossel (Turdus obsoletus) vor.S. G. Mlodinow, P. Pyle, G. M. Kirwanund P. F. D. Boesman: White- throated Thrush (Turdus assimilis), version 2.0. In: N. D. Sly und S. M. Billerman (Herausgeber): Birds of the World. 2025, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Turdus assimilis

Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt:IOC World Bird List 15.1 ThrushesAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 T. a. calliphthongus , 1937R. T. Moore: Turdus assimilis calliphthongus. In: Proceedings of the Biological Society of Washington, Band 50, S. 204, 1937, Biodiversity Library – Nordwestmexiko von Südostsonora bis Nordostsinaloa und Chihuahua, blasser als die Nominatform, auch etwas blasser und grauer als T. a. lygrus T. a. lygrus , 1921H. C. Oberholser: Turdus assimilis lygrus. In: Proceedings of the Biological Society of Washington, Band 34; S. 106, 1921, Biodiversity Library – Mitte und Süden Mexikos, wärmeres Braun und etwas dunkler als Turdus assimilis calliphthongus, wärmeres Braun, aber blasser als Nominatform T. a. suttoni , 1991A. R. Phillips: Turdus phaeopygus suttoni. In: The Known Birds of North and Middle America, Teil 2, S. 63, 1991 – Osten Mexikos, Kopfkappe und Rücken dunkler als T. a. lygrus, blasser und matter gefärbt als Nominatform T. a. assimilis , 1851, Nominatform – östliches Mexiko von Tamaulipas bis Oaxaca und Veracruz T. a. leucauchen , 1859P. L. Sclater: Turdus leucauchen. In: Proceedings of the Zoological Society of London, Band 26, Heft 374, S. 447, 1858, Biodiversity Library – Karibikseite Mexikos von Veracruz südlich über Belize, Guatemala und Honduras bis nördliches und zentrales Nicaragua, Oberseite schwärzer, Schnabel, Augenring und Beine sind heller gelb bis orangegelb, nicht so warmes Braun oder so dunkel an der Unterseite wie T. a. rubicundus T. a. hondurensis , 1991A. R. Phillips: Turdus phaeopygus hondurensis. In: The Known Birds of North and Middle America, Teil 2, S. 63, 1991 – Honduras T. a. benti , 1991A. R. Phillips: Turdus phaeopygus benti. In: The Known Birds of North and Middle America, Teil 2, S. 64, 1991 – Südwesten El Salvadors T. a. rubicundus (, 1907)N. Dearborn: Planesticus tristis rubicundus. In: Publications of the Field Museum of Natural History, Ornithological Series, Band 1, S. 137, 1907, Biodiversity Library – Pazifikküste Guatemalas und El Salvadors, Oberseite am meisten rötlich braun, Unterseite bräuner und dunkler, Schnabel, Augenring und Beine hell leuchtend ähnlich wie Turdus assimilis leucauchen T. a. atrotinctus & , 1925W. Miller und L. Griscom: Turdus assimilis atrotinctus. In: American Museum Novitates, Band 184, S. 12, 1925, Digitallibrary – Karibikseite in Honduras und Nordnicaragua, dunkelste Unterart, Männchen an der Oberseite dunkel schieferfarben bis schwarz, beim Weibchen etwas Oliv überhaucht, Unterseite dunkelgrau T. a. cnephosus (, 1902)O. Bangs: Merula leucauchen cnephosa. In: Proceedings of the New England Zoological Club, Band 3, S. 92, 1902, Biodiversity Library – Vom Südwesten Costa Ricas bis Westpanama (Chiriquí und Veraguas), brauner als Turdus assimilis leucauchen und matter braun ohne rotbraune Töne als Nominatform oder T. a. rubicundus T. a. campanicola , 1991A. R. Phillips: Turdus phaeopygus campanicola. In: The Known Birds of North and Middle America, Teil 2, S. 65, 1991 – Zentralpanama T. a. croizati , 1991A. R. Phillips: Turdus phaeopygus croizati. In: The Known Birds of North and Middle America, Teil 2, S. 65, 1991 – Azuero-Halbinsel in Panama T. a. coibensis , 1950E. Eisenmann: Turdus assimilis coibensis. In: Auk, Band 67, S. 366, 1950, Digitalcommons – Insel Coiba und Nachbarinseln westlich von Panama, Oberseite rötlich braun, dunkler als Nominatform oder Turdus assimilis rubicundus, Kopfkappe und Rücken in gleicher Färbung, Schnabel weitgehend dunkel, an der Spitze etwas heller

Die „Clements Checklist“ erkennt die vier von Philips im Jahre 1991 vorgeschlagenen Unterarten nicht an: T. a. hondurensisund T. a. benti werden als in der Unterart T. a. rubicundus enthalten geführt, T. a. campanicola und T. a. croizati werden der Unterart T. a. cnephosus zugeordnetJ. F. Clements, P. C. Rasmussen, T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, J. A. Gerbracht, D. Lepage, A. Spencer, S. M. Billerman, B. L. Sullivan, M. Smith und C. L. Wood: The eBird/Clements Checklist of Birds of the world: v2025, 2025, Version 2025 Abgerufen am 23. Januar 2026, ebenso Birds of the World.

Die vorgeschlagene Unterart T. a. oblitus und , 1925W. D. Miller und L. Griscom: Turdus assimilis oblitus. In: American Museum Novitates, Band 184, S. 12, 1925, Digitallibrary wurde mit T. a. leucauchen zusammengeführt, eine weitere vorgeschlagene Unterart T. a. oaxacae und , 1968R. T, Orr und J. D. Webster: Turdus assimilis oaxacae. In: Proceedings of the Biological Society of Washington, Band 81, S. 38, 1968, Biodiversity Library wurde als synonym mit T. a. lygrus angesehen.E. C. Dickinson und L. Christidis (Herausgeber): The Howard and Moore Complete Checklist of the Birds of the World. Band 2 Passerines, 4. Auflage, 2014

Stimme Der Gesang wird als überraschend vielseitig bezeichnet, dieser talentierte Sänger singt meist paarweise, musikalische Folgen bestehen aus reichen Pfeiftönen und Trillern. Der Gesang wird als langsames, an- und absteigendes Pfeifen, der Ruf als froschartiges Geräusch beschrieben.

Lebensweise Die Art ist ein überwiegender Standvogel, einige Individuen ziehen in niedrigere Höhenlagen außerhalb der Brutzeit. Die Art ist ein Baumbewohner, meist der mittleren und oberen Waldebene. Der Vogel tritt meist paarweise oder in kleinen Gruppen während der Brutzeit auf, außerhalb dieser Zeit auch mal in gemischten Gruppen.

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Früchten und kleinen Wirbellosen, die bodennah und im Unterwuchs gesucht werden, der eher scheue Vogel folgt auch Wanderameisen.

Die Brutzeit liegt zwischen März bis Juli. Das Nest befindet sich 1–9 m über dem Grund in Büschen, kleinen Bäumen, Gynerium sagittatum oder Bambus, besonders, wenn sie mit Kletterpflanzen bewachsen sind. Das Nest ist eine massige Schale aus Lehm, Gras, Wurzeln und Zweigen, mit Moos getarnt.

Das Gelege besteht aus 2 oder 3 matt weißen bis blass blauen Eiern mit dichten braunen oder grauen Flecken. Das Weibchen brütet.

Als Nesträuber wurde der Schwalbenweih (Elanoides forficatus), verschiedene Schlangen und Tukane beobachtet.

Gefährdungssituation Die Weißkehldrossel gilt als nicht gefährdet (Least Concern).

Literatur J. L. Cabanis: Turdus assimilis. In: Museum Heineanum. Verzeichniss der orithologischen Sammlung des Oberamtmann Ferdinand Heine, Band 1, S. 4, 1851, Biodiversity Library

Weblinks

Macaulay Library

Einzelnachweise

Kategorie:Drosseln