Der Freistaat Costa Rica () war der Vorgänger der Republik Costa Rica, welcher von der Unabhängigkeit von der Zentralamerikanischen Konföderation 1838 bis zur Ausrufung der ersten Republik 1848 bestand.
Der Staat wurde bereits ab 1825 als Freistaat Costa Rica bezeichnet, nachdem eine neue Verfassung verkündet wurde, allerdings Costa Rica noch unter der formalen Herrschaft der Zentralamerikanischen Konföderation stand. Unter Braulio Evaristo Carrillo Colina wurde 1838 erneut eine neue Verfassung verkündet, welche den Freistaat in seiner eigentlichen Form gründete.
Geschichte
Hintergrund Costa Rica war ab 1823 ein Teilstaat in der Zentralamerikanischen Konföderation und hatte am 25. Januar 1825 eine neue Verfassung im Kongress verabschiedet. Juan Mora Fernández wurde daraufhin als erstes Staatsoberhaupt und Regierungschef ernannt und nach der Wahl am 20. Mai 1825 offiziell in sein Amt gewählt.
Mit dem Beginn des ersten Zentralamerikanischen Bürgerkrieges 1826 hatte Costa Rica die sogenannte Ley Aprilia (deutsch Aprilia-Gesetz) in Kraft gesetzt, welches dem Staat einen hohen Grad von Autonomie gab. Erst mit dem Ende des Bürgerkrieges und Druck der Konföderation wurde das Gesetz 1831 abgeschafft.
Mit der Annektierung des Gebietes Bocas del Toro durch die Republik Neugranada 1836 hatte sich die generelle Meinung über die Konföderation verschlechtert. Am 30. Mai 1838 erlaubte der Kongress der Konföderation, dass die Teilstaaten sich selbst verwalten dürfen, was das Ende des Staatenbundes signalisierte.
Bestand Mit dem Decreto de Bases y Garantías (deutsch Dekret über Basen und Garantien) durch den, nach einem Putsch an die Macht gekommenen, Diktator Braulio Evaristo Carrillo Colina wurde eine neue Verfassung in Kraft gesetzt. Carrillo hatte während seiner Amtszeit die staatlichen Schulden mit dem Vereinigten Königreich verhandelt, um eine mögliche Invasion zu verhindern.
Nach dem Sturz der Regierung unter Carrillo 1842 ernannte José Francisco Morazán Quezada sich selbst zum neuen Präsidenten, mit dem Ziel, die historische Konföderation mit Gewalt wiederherzustellen. Morazán wurde daraufhin hingerichtet und eine Regierung unter Antonio Pinto Soares wurde gegründet. Da Soares kein gebürtiger Costa-Ricaner war, konnte er nicht als Staatsoberhaupt im Amt bleiben, und wurde durch José María Alfaro Zamora ersetzt.
Die Regierung unter José Rafael de Gallegos y Alvarado war in der Bevölkerung nicht beliebt, da er versuchte, das Land mit Dekreten zu regieren. Mit einem Putsch von José María Alfaro Zamora wurde eine neue Regierung gebildet und die Verfassung von 1847 geschrieben. Bei der Präsidentschaftswahl 1847 wurde José María Castro Madriz gewählt, welcher mit seinen Reformen die Republik Costa Rica ausrief, und somit die Zeit des Freistaates beendete.
Einzelnachweise
Kategorie:Costa Rica Kategorie:Historischer Staat in Amerika