Die Deutsche Vereinigung für Religionswissenschaft (DVRW) ist der Dachverband für Religionswissenschaftler.
Organisation Der Verband wird von einem Vorstand geführt. Dieser besteht aus Adrian Hermann (Vorsitzender), Isabel Laack (Stellvertretende Vorsitzende), Sebastian Schüler (Stellvertretender Vorsitzender). Als Geschäftsführer dient Martin Radermacher. Wanda Alberts und Jenny Vorphal sind weitere Vorstandsmitglieder.
Zudem setzt sich die Vereinigung aus 11 Arbeitskreisen zusammen. Diese sind: Afrika, Globale Religionsgeschichte, Religion und Medizin, Asiatische Religionsgeschichte, Islam, Religionen und Politik, Esoterik und alternative Religiosität, Mittelbau, Religionswissenschaft und Schule, Gender und Religion und Religionsästhetik.
Geschichte Die Vereinigung wurde 1950 als Deutsche Vereinigung für Religionsgeschichte gegründet.
Die Deutsche Vereinigung für Religionswissenschaft gehört zur European Association for the Study of Religions und veranstaltete im Rahmen dieser Organisation in Marburg 1960 und 1988 und 1998 in Hildesheim Kongresse. Und sie ist ferner der deutsche Zweig der International Association for the History of Religions.
Vorsitzende Folgende Personen waren in der Geschichte der Vereinigung Vorsitzende:
Heinrich Frick (Marburg) 1951 Friedrich Heiler (Marburg) 1951–1967 Gustav Mensching (Bonn) 1967–1972 Peter Weidkuhn (Basel) 1972–1976 Gunther Stephenson (Darmstadt) 1976–1980 Heinrich von Stietencron (Tübingen) 1980–1988 Peter Antes (Hannover) 1988–1993 Hans G. Kippenberg (Bremen) 1993–1997 Burkhard Gladigow (Tübingen) 1997–2001 Hubert Seiwert (Leipzig) 2001–2009 Christoph Bochinger (Bayreuth) 2009–2017 Gritt Klinkhammer (Bremen) 2017–2025
Auszeichnung Seit 2005 verleiht die DVRW einen Dissertationspreis. Er ist mit 2000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre verliehen. Preisträger waren:
Oliver Krüger (2005) für „Virtualität. Unsterblichkeit in der Mediengesellschaft“ Ilinca Tanaseanu-Döbler (2007) für „Konversion zur Philosophie in der Spätantike: Kaiser Julian und Synesios von Kyrene“ Dagmar Fügmann (2009) für „Zeitgenössischer Satanismus in Deutschland“ Oliver Grasmück (2009) für „Peňablanca, Chile 1983–1988 – Eine Marienerscheinung unter der Pinochet-Diktatur“ Isabel Laack (2011) für „Religion und Musik in Glastonbury. Eine Fallstudie zu gegenwärtigen Formen religiöser Identitätsdiskurse“ Sebastian Schüler (2011) für „Religion, Kognition, Evolution: Eine religionswissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Cognitive Science of Religion“ Johanna Lüdde (2013) für „Die Funktionen der Konversion chinesischer Studierender in Deutschland zum Christentum (protestantischer Prägung) am Beispiel einer chinesischen christlichen Gemeinde in einer deutschen Großstadt“ Anna Neumaier (2015) für „religion@home? Religionsbezogene Online-Plattformen und ihre Nutzung. Eine Untersuchung zu neuen Formen gegenwärtiger Religiosität“ Frederik Elwert (2015) für „Religion als Ressource und Restriktion im Integrationsprozess. Eine Fallstudie zu Biographien freikirchlicher Russlanddeutscher die Rolle von Religion in Integrationsprozessen“ Mirko Roth (2017) für „Transformationen. Ein zeichen- und kommunikationstheoretisches Modell zum Kultur- und Religionswandel exemplifiziert an ausgewählten Transformationsprozessen der Santería auf Kuba“ Christian Funke (2019) für „'Das Epos von Staub und Dreck'. Die Ästhetik der ‚Grünen Bewegung' Irans und die schiitische Tradition“ Petra Klug (2021) für „Anti-Atheism in the United States“ Judith Bachmann (2023) für „Hexerei in Nigeria zwischen Christentum, Islam und traditionellen Praktiken: Globale Verflechtungen und lokale Positionierungen unter den Yoruba“ Jenny Vorphal (2025) für „Säkularität, Individualität und Überhöhung in aktuellen Trauansprachen. Eine komparatistische Toposanalyse zur Verhältnisbestimmung standesamtlicher und kirchlicher Trauungen“
Publikationen Die Zeitschrift für Religionswissenschaft wird von der Vereinigung herausgegeben. Sie wurde 1993 gegründet und erschien bis 2010 im Diagonal-Verlag. Seit 2011 erscheint die Zeitschrift im De Gruyter Verlag. Zum Herausgebergremium gehören Oliver Freiberger und Christoph Kleine (geschäftsführende Hrsg.), Bärbel Beinhauer-Köhler, Edith Franke und Rafael Walthert (Redaktion des Rezensionsteils).
Einzelnachweise
Kategorie:Religionswissenschaftliche Organisation Kategorie:Verein (Hannover) Kategorie:Vereinsgründung 1950