Marianne Blumenbecker (geboren 19. Juli 1926 in Beckum; gestorben 17. August 2015 ebenda) war eine deutsche Unternehmerin.
Leben Marianne Blumenbecker wurde am 19. Juli 1926 in Beckum geboren. Ihre Eltern waren Theodor und Elisabeth Blumenbecker. Ihr Vater war Unternehmer, der vier Jahre vor ihrer Geburt eine Anker-Wickelei eröffnet hatte, in der er Elektromotoren und Maschinen vornehmlich für die Zementindustrie reparierte. Ihr Englischlehrer setzte sich bei ihren Eltern dafür ein, dass sie das Gymnasium besuchen durfte.Marianne Blumenbecker auf FrauenOrte NRW (PDF), abgerufen am 29. März 2025 Das Abitur legte sie 1946 ab und danach studierte sie in Münster, München und Köln Betriebswirtschaft. Das Studium schloss sie als „Diplom-Kaufmann“ ab - der Abschluss als „Diplom-Kauffrau“ wurde erst später eingeführt. Während ihres Studiums arbeitete Blumenbecker im elterlichen Betrieb und organisierte dort die Verwaltung und das Rechnungswesen neu. Gemeinsam mit ihrem jüngeren Bruder Bernhard trat sie in die elterliche Unternehmung ein und wurde Kommanditistin.
Da sie selbständig arbeiten wollte, gründete sie 1954 die „Dipl. Kfm. M. Blumenbecker KG“ in Ahlen. In ihrem Geschäft verkaufte sie Fernseher und Radios sowie die dazugehörigen Antennen, die sie auch montierte. Es war ein Elektrogroßhandel für Installationsmaterialien, Kabel, Leuchten und Geräte. Anfangs beschäftigte sie einen Angestellten und einen Lehrling und die Auslieferungen erfolgten mit einem VW Käfer, aus dem die Sitze ausgebaut waren. In Industrie und Handwerk baute sie sich einen Kundenkreis auf und hatte 1960 bereits acht Mitarbeiter. Da die Entwicklungsperspektiven in diesem Bereich jedoch begrenzt waren, entwickelte sie ein neues Geschäftsfeld und beschäftigte sich mit Elektrotechnik. Sie erweiterte 1962 ihren Betrieb um ein Ingenieurbüro und einen Fertigungsbetrieb für den Bau von Schaltanlagen.
Nachdem ihr Vater 1965 gestorben war, fusionierte sie im folgenden Jahr ihre Firma „Dipl.-Kfm. M. Blumenbecker KG in Ahlen“ mit der „Th. Blumenbecker KG in Beckum“, die ihr Bruder geführt hatte, zur Blumenbecker KG, Beckum. Zu dem Zeitpunkt beschäftigte das Unternehmen 42 Mitarbeiter. Im Jahr 1972 zum 50-jährigen Firmenbestehen beschäftigten sie 63 Mitarbeiter. Die Unternehmung führte sie mit ihrem Bruder Bernhard Blumenbecker gemeinsam. Jeder hatte dabei einen eigenen Schwerpunkt. Als die Firma weiter wuchs, musste Marianne Blumenbecker Führungsverantwortung abgeben, was ihr nicht leicht fiel.
Die Unternehmung wuchs weiter, neue Bereiche wurden hinzugenommen, wie ein Kugellagerdepot für die Zementindustrie, und sie expandierten nach dem Mauerfall auch in die neuen Länder, wo in Bad Lauchstädt ein Zulieferbetrieb als Blumenbecker Technik GmbH übernommen wurde. In der damaligen Tschechoslowakei wurde das Unternehmen Blumenbecker Prag gegründet. Gemeinsam mit ihrem Bruder zog sich Marianne Blumenbecker 1994 aus der aktiven Unternehmensleitung zurück. Ihr Bruder Bernhard Blumenbecker starb 1999, Marianne Blumenbecker gestaltete als Vorsitzende des Unternehmensbeirats weiterhin aktiv die Geschäftspolitik und das Controlling der Unternehmung.
Die Marianne-Blumenbecker-Stiftung gründete sie 1996, ihr war dabei die Förderung von Frauen, die Beruf und Familie miteinander verbinden müssen, ein spezielles Anliegen. Dies ist neben der Förderung von Kunst, Kultur und Wissenschaft ein Schwerpunkt der Stiftung.
Marianne Blumenbecker starb am 17. August 2015 in Beckum.Traueranzeige für Marianne Blumenbecker, abgerufen am 29. März 2026 Der Konzern beschäftigte 2021 mehr als 1000 Mitarbeiter.BLUMENBECKER GMBH & CO.KG Beckum: Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021 In Bundesanzeiger, 21. Oktober 2022
Ehrungen Das Bundesverdienstkreuz wurde Marianne Blumenbecker 1987 verliehen und 2006 wurde ihr die Bronzestatue eines der Stadtpatrone von Beckum überreicht. Dies ist eine der höchsten Auszeichnungen der Stadt Beckum.
Der Stadtpark von Schafstädt/Bad Lauchstädt wurde im Oktober 2009 zu ihren Ehren in Marianne-Blumenbecker-Park umbenannt.
Marianne Blumenbecker wurde 2026 mit einem FrauenOrt NRW gewürdigt.
Einzelnachweise
Kategorie:Person (Beckum) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes Kategorie:Geehrte des Projekts Frauenorte Kategorie:Unternehmer (Nordrhein-Westfalen) Kategorie:Unternehmer (20. Jahrhundert) Julie Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1926 Kategorie:Gestorben 2015 Kategorie:Frau