Joan Lisbeth Venes (* 27. Juni 1935 in Brooklyn, USA; † 31. März 2010) war eine US-amerikanische Medizinerin und Hochschullehrerin. Sie war die dritte in den Vereinigten Staaten zertifizierte Neurochirurgin und die erste weibliche Assistenzärztin, die in das Ausbildungsprogramm an der Yale University aufgenommen wurde. Sie war Professorin für Neurochirurgie an der Universität von Michigan und war die erste Kinderneurochirurgin in Michigan, wo eine jährliche Vorlesungsreihe für Kinderneurochirurgie nach ihr benannt ist.

Leben und Werk Venes wuchs in Queens auf. Sie schloss 1956 ihr Krankenpflege-Studium am Wagner College ab und arbeitete dann als Stationsleitung in der Notaufnahme. 1966 erwarb sie ihren Doktortitel mit Auszeichnung an der SUNY Downstate Health Sciences University der State University of New York. Als Postdoktorandin forschte sie im Labor von William Collins an der Yale University. 1972 schloss sie dort als erste weibliche Assistenzärztin ihre Facharztausbildung in Neurochirurgie ab und wurde für diese Zeit mit dem McNeil-Preis für Chirurgie ausgezeichnet. Anschließend arbeitete sie in einer Privatpraxis in Dallas und lehrte später Neurochirurgie an der medizinischen Fakultät der University of Michigan.

1973 erhielt sie das Van-Wagenen-Stipendium, mit dem sie an verschiedene Zentren in Europa und Amerika reiste, um Arbeiten zur Überwachung und Kontrolle des intrakraniellen Drucks zu studieren. 1974 wurde sie als dritte Frau zum Diplomaten des American Board of Neurological Surgeons ernannt.

Ihre Forschung umfasste Labor- und klinische Arbeiten zu Shuntinfektionen, intrakraniellem Druck und dessen Überwachung, dem Reye-Syndrom, dem Tethered-cord-Syndrom, kraniofazialeb Anomalien und Chiari-Malformationen. Sie veröffentlichte zahlreiche Artikel, Buchkapitel und Konferenzbeiträge zu diesen Themen. 1983 gründete und leitete sie die Abteilung für pädiatrische Neurochirurgie an der Universität von Michigan. Gemeinsam mit der Fakultät für Plastische Chirurgie wurde damit der Schwerpunkt der kraniofazialen Chirurgie auf die frühzeitige Korrektur kraniofazialer Deformitäten bei Säuglingen und Kleinkindern erweitert.https://quod.lib.umich.edu/m/maize/mpub9470414/1:12.3/--leaders-in-plastic-surgery?rgn=div2;view=fulltext

An der University of Michigan wurde sie 1988 zum Pew Fellow für Gesundheitspolitik und 1990 zur Professorin für Neurochirurgie ernannt. Im selben Jahr wurde sie zu einer der 500 erfolgreichsten Absolventinnen der Wagner School of Medicine ernannt. Sie erhielt ein Stipendium der Robert Wood Johnson Foundation für Gesundheitspolitik und arbeitete als gesundheitspolitische Assistentin für den US-Senat in Washington, D.C. an Fragen der Qualität und Effektivität im Gesundheitswesen.

Sie war Gründungsmitglied der American Society of Pediatric Neurosurgeons und die erste Vorsitzende der Pädiatrischen Sektion der American Association of Neurological Surgeons und des Congress of Neurological Surgeons.

Venes verbrachte ihren Ruhestand in Maryland und Kalifornien und starb 2010 im Alter von 74 Jahren.

Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl) 1973: Van-Wagenen-Stipendium seit 2011: Joan Venes Gastprofessur an der Universität von Michiganhttps://medschool.umich.edu/departments/neurosurgery/about/visiting-professorships

Literatur Yasoda Satpathy, Lauren E. Stone, Sharona Ben-Haim: Dr. Joan Venes: A Pioneer of Pediatric Neurosurgery. Neurosurgery 96(4 Suppl), 2025. DOI:10.1227/neu.0000000000003313.

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