Die Sünden der Väter ist der Titel der 90. Episode der Krimiserie Ein Fall für zwei mit Rainer Hunold und Claus Theo Gärtner in den Hauptrollen.
Handlung Nachdem seine Tochter Fatma durch acht Messerstiche getötet worden ist, sucht der türkische Gastronom Mustafa Tüyen den Rechtsanwalt Dr. Franck auf. Nach dem frühen Tod seiner Ehefrau hatte er Fatma gemeinsam mit seinem Sohn Ismail allein großgezogen. Mit zunehmendem Alter habe sich seine Tochter jedoch von traditionellen Wertvorstellungen gelöst, was sowohl bei ihm als auch bei ihrem Bruder auf Ablehnung gestoßen sei. Ismail habe sie in diesem Zusammenhang sogar unter Zeugen mit dem Tod bedroht, weshalb Mustafa Tüyen anwaltlichen Beistand für erforderlich hält.
Der Privatdetektiv Josef Matula nimmt Ermittlungen zu Fatmas Lebensumständen in den letzten sechs Monaten vor ihrem Tod auf, in denen sie nach Angaben ihres Vaters und ihres Bruders keinen Kontakt zur Familie gehabt haben soll. Am Vortag der Tat habe sie sich jedoch telefonisch bei ihrem Vater gemeldet, ohne dass Ismail hiervon Kenntnis erlangt habe.
Die Obduktion ergibt, dass Fatma wenige Wochen vor ihrem Tod ein Kind zur Welt gebracht hatte. Im Zuge seiner Nachforschungen sucht Matula Fatmas Lebensgefährten Bernd Gröber in dessen Autowerkstatt auf. Dieser trägt eine markante Gesichtsverletzung, die ihm nach eigenen Angaben von Ismail Tüyen zugefügt worden war. Über den Verbleib seines Kindes könne er keine Auskunft geben. Kurz darauf observiert Matula Gröber, wie dieser den Arzt Dr. Ernst Tiedemann aufsucht. Dr. Franck recherchiert daraufhin in dessen Praxis und trifft dort auf dessen Ehefrau Vera, die entgegen Auskünften aus der Nachbarschaft, wonach sie keine Kinder bekommen könne, ein Baby im Arm hält. Auf den Vorwurf angesprochen, in den Mord an Fatma verwickelt zu sein, räumt Dr. Tiedemann ein, diese zwar als Patientin gekannt zu haben, beruft sich jedoch für den Tatzeitpunkt auf ein nachweisbares Alibi.
Weitere Ermittlungen führen Matula in ein Mehrfamilienhaus, in dem Gröber mutmaßliches Beweismaterial aus einer Wohnung entfernt. Eine Nachbarin bestätigt, dass dort wenige Wochen zuvor eine Türkin ein Kind zur Welt gebracht habe.
Inzwischen soll Ismail Tüyen festgenommen werden, entzieht sich jedoch dem Zugriff der Kriminalpolizei und sucht Zuflucht bei Matula. Als dieser ihn zur Aufgabe bewegen will, setzt sich Ismail erneut ab.
Schließlich gesteht Bernd Gröber gegenüber Matula, dass er und Fatma ihr Kind dem Ehepaar Tiedemann überlassen hätten. Zugleich äußert er den Verdacht, Ismail habe dessen Schwester getötet, nachdem er von der Weitergabe des Kindes erfahren habe. Als Matula das Haus der Tiedemanns aufsucht, trifft er dort tatsächlich auf Ismail, der das Ehepaar mit einem Messer bedroht. Er kann ihn allerdings überzeugen, davon abzulassen. Die Polizei nimmt ihn daraufhin fest.
Im weiteren Verlauf gelingt es Dr. Franck, den Tatverdacht gegen Vera Tiedemann zu erhärten. Gemeinsam mit Matula und Mustafa Tüyen sucht er sie auf. Unter dem Vorwand, sein Enkelkind abholen zu wollen, setzt Tüyen sie unter Druck, woraufhin sie ihn mit dem Tod bedroht. Als Franck und Matula daraufhin hinzutreten, legt Vera Tiedemann schließlich das Geständnis ab, Fatma getötet zu haben, nachdem diese ihr Kind zurückverlangt habe. Ihr Ehemann erscheint kurz darauf und übergibt das Kind seinem leiblichen Großvater Mustafa Tüyen.
Hintergrund Die Episode wurde überwiegend im Rhein-Main-Gebiet gedreht. Die Kulisse der Kanzlei von Dr. Franck befand sich in einem Bürohaus in der Walter-Kolb-Straße 9–11 in Frankfurt-Sachsenhausen. Die Eröffnungsszene wurde an der Straßenbahnhaltestelle am Hauptbahnhof, spätere Einstellungen unter anderem in der Elbestraße sowie in der Wiesbadener Moritzstraße aufgenommen.
Horst Kummeth, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Eva das Drehbuch der Folge verfasst hatte, übernahm zudem auch die Rolle des Bernd Gröber. Der Regisseur Bernd Fischerauer hat einen kurzen Cameo-Auftritt als Kioskbetreiber.
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Einzelnachweise
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