Waldemar Wilhelm Ferdinand Heinrich Müller, seit 1861 von Münenberg (* 26. Juni 1835 in Neiße; † 28. April 1914 in Wiesbaden) war ein preußischer Generalmajor.

Leben Herkunft Waldemar war ein Sohn des preußischen Majors der Artillerie Wilhelm Müller (1792–1852) und dessen Ehefrau Luise, geborene von Wittich (1814–1855).

Militärkarriere Müller besuchte zunächst die Realschule in Neiße, anschließend das Kadettenhaus in Wahlstatt und schloss seine schulische Ausbildung am Gymnasium in seiner Heimatstadt ab. Am 28. Juni 1852 trat er in das 23. Infanterie-Regiment der Preußischen Armee ein und avancierte bis Anfang Februar 1854 zum Sekondeleutnant. Nach einem zweimonatigen Kommando als Hilfslehrer an der Vereinigten Divisionsschule des VI. Armee-Korps absolvierte er ab Oktober 1857 für drei Jahre zur weiteren Ausbildung die Allgemeine Kriegsschule in Berlin. Während dieses Kommandos trat Müller zur Marineinfanterie über und wurde am 9. Juli 1859 im Seebataillon der Marine in Danzig angestellt. Dort stieg er Anfang Oktober des Jahres zum Premierleutnant auf.

Mit der Anstellung im ebenfalls in Danzig stationierten 3. Ostpreußischen Grenadier-Regiment Nr. 4 kehrte er Anfang April 1861 in die Preußische Armee zurück. Einen Monat später folgte seine Kommandierung zur Topographischen Abteilung des Großen Generalstabes. Anlässlich der Thronbesteigung von Wilhelm I. wurde Müller am 18. Oktober 1861 als „von Münenberg“ in den erblichen preußischen Adelsstand erhoben.

Es schlossen sich weitere Kommandierungen zur Dienstleistung beim 1. Garde-Dragoner-Regiment und zum Großen Generalstab an. Unter Stellung à la suite seines Regiments wurde Münenberg am 10. Oktober 1863 als Lehrer zur Kriegsschule in Potsdam kommandiert. Dieses Kommando wurde 1864 durch die Teilnahme am Krieg gegen Dänemark unterbrochen. Nachdem er am 9. Mai 1866 zum Hauptmann aufgestiegen war, wurde er eine Woche später unter Entbindung von seinem Kommando seinem Regiment aggregiert und war für die Dauer des Krieges gegen Österreich als Kompanieführer beim Ersatz-Bataillon. Nach Beendigung des Krieges war Münenberg ab Oktober 1866 unter Stellung à la suite seines Regiments wieder als Lehrer an der Kriegsschule in Potsdam tätig. Mit der Ernennung zum Kompaniechef im 3. Niederschlesischen Infanterie-Regiment Nr. 50 trat er am 10. November 1868 in den Truppendienst zurück. Für die Dauer der Mobilmachung anlässlich des Krieges gegen Frankreich war Münenberg vom 17. Juli 1870 bis zum 20. April 1871 Kommandeur des II. Bataillons im 3. Niederschlesischen Landwehr-Regiment Nr. 50. Er wurde verwundet und mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.

Nach dem Friedensschluss wurde er Mitte November 1871 unter Verleihung des Charakters als Major seinem Regiment aggregiert. Im Herbst des Folgejahres nahm Münenberg an der Generalstabsreise des V. Armee-Korps teil und wurde im Anschluss unter Verleihung eines Patents zu seinem Dienstgrad wieder in das Regiment einrangiert. Dort war er beim Stab in Rawitsch und als Kommandeur des II. Bataillons in Ostrowo tätig. Mitte Juni 1879 rückte er zum Oberstleutnant auf und wurde am 13. Januar 1880 als Kommandeur des I. Bataillons in das Niederrheinische Füsilier-Regiment Nr. 39 nach Düsseldorf versetzt. Daran schloss sich am 11. August 1883 eine Verwendung in Mülhausen als Kommandeur des 4. Badischen Infanterie-Regiments „Prinz Wilhelm“ Nr. 112 sowie am 18. Oktober des Jahres seine Beförderung zum Oberst an. In dieser Stellung erhielt Münenberg die Erlaubnis zur Annahme des Kommandeurkreuzes II. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen und anlässlich der Thronbesteigung von Kaiser Friedrich III. wurde ihm am 5. Mai 1888 der Kronen-Orden II. Klasse verliehen.Militär-Wochenblatt. Nr. 41 vom 9. Mai 1888, S. 891. Seit dem 2. August 1888 war er Generalmajor und Kommandeur der in Köln stationierten 29. Infanterie-Brigade. In Genehmigung seines Abschiedsgesuches wurde Münenberg am 19. November 1889 mit Pension zur Disposition gestellt und Anfang Dezember des Jahres mit dem Roten Adlerorden II. Klasse mit Eichenlaub ausgezeichnet.Militär-Wochenblatt. Nr. 104 vom 11. Dezember 1889, S. 2227.

Familie Münenberg heiratete am 24. Juni 1865 in Potsdam Elisabeth Gräfin von Blumenthal (1841–1882).Gothaisches genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser. 1874. Sieben und vierzigster Jahrgang, Gotha 1873, S. 99–100. Aus der Ehe ging die Tochter Maria (1867–1930) hervor.

Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1909. Dritter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1908, S. 548–549. August Maurhoff: Offizier-Stammliste des Königlich-Preußischen Infanterie-Regiments v. Winterfeldt (2. Oberschlesisches) Nr. 23. Mittler & Sohn, Berlin 1913, S. 293–294. [Rudolf] Wimmer: Offizier-Stammliste des 4. Badischen Infanterie-Regiments Prinz Wilhelm Nr. 112. 22. Oktober 1852 bis 1. Oktober 1905. Mittler & Sohn, Berlin 1906, S. 117–118.

Einzelnachweise

Kategorie:Generalmajor (Königreich Preußen) Kategorie:Person im Deutsch-Dänischen Krieg (Preußen) Kategorie:Person im Deutschen Krieg Kategorie:Person im Deutsch-Französischen Krieg Kategorie:Infanterist (Preußen) Kategorie:Marineinfanterist (Preußen) Kategorie:Nobilitierter (Preußen) Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 2. Klasse Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 2. Klasse Kategorie:Träger des Ordens vom Zähringer Löwen (Kommandeur II. Klasse) Kategorie:Preuße Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1835 Kategorie:Gestorben 1914 Kategorie:Mann