Gustav Uhlmann (geboren am 24. Oktober 1851 in Braunschweig; gestorben am 1. März 1916 in Mannheim) war ein deutscher Architekt, Königlicher Regierungsbaumeister, Hochbauinspektor und Stadtbaurat.

Leben Uhlmann war ein Sohn des Herzoglichen Architekten und Baumeisters Friedrich Uhlmann (1807–1880)Uhlmann, Friedr. Bau-Conducteur. In: Braunschweiger Adressbuch für das Jahr 1837. S. 122 (leopard.tu-braunschweig.de. Er ist bis zum Jahr 1880 in den Adressbüchern vorhanden). (vermutlich nicht Friedrich Otto Uhlmann, sondern eher Heinrich Friedrich Uhlmann, der die Pläne für das Schill-Denkmal anfertigte). Nach dem Schulabschluss an einem Gymnasium studierte er neun Semester Architektur und Maschinenbau an der Technischen Hochschule in Braunschweig. Anschließend setzte er sein Studium vier Semester an der Königlichen Bauakademie und zwei Semester an der Technischen Universität in Berlin fort. 1879 legte er die erste und 1883 die zweite Staatsprüfung als Königlicher Regierungsbaumeister ab.

Danach trat er eine Stelle als Dozent an der Herzoglichen Baugewerkschule in Holzminden an und übernahm zugleich die Ausführung einer Villa in Braunschweig und war am Neubau des Empfangsgebäudes der Anhalter Bahn in Berlin tätig. Für die Architekten Martin Gropius und Heino Schmieden fertigte er Entwürfe für die Oberlandesbibliothek Unter den Linden in Berlin, die jedoch nach Entwürfen von Ernst von Ihne ausgeführt wurde. Uhlmann wurde die Bauleitung für das Kultusministerium Unter den Linden übertragen und er wurde an der Technischen Hochschule zum Assistenten von Bernhard Kühn berufen. Unter der Leitung des Oberbaurats Paul Emmanuel Spieker entwarf er Pläne für die neue Physikalische Untersuchungsanstalt des Deutschen Reiches. Uhlmann hatte 1882 an der Konkurrenz für den Neubau des Herzoglichen Museums in Braunschweig teilgenommen.Gustav Uhlmann – Herzogliches Museum, Braunschweig architekturmuseum.ub.tu-berlin.de (Entwurfszeichnungen). Sein Vorschlag überschritt jedoch die einzuhaltenden Baukosten um 100 %, so dass er nicht verwirklicht wurde. Oskar Sommer gewann den Wettbewerb an dem 22 mit dem Herzogtum verbundene Architekten teilgenommen hatten.

Nach diesen Tätigkeiten trat er in den Lübeckschen Staatsdienst ein, wo er am Krankenhausneubau und dem Bau des Dommuseums arbeitete. Als der Posten des Stadtbaurats der Handels- und Industriestadt Mannheim besetzt werden sollte, fiel die Wahl auf Uhlmann. Er trat seine neue Stellung am 1. Juni 1885 an, wurde 1888 Hochbauinspektor und Stadtbaurat und blieb dort bis zum 1. April 1901. In dieser Zeit schuf er zehn Schulbauten und leitete den Umbau des Hoftheaters.

Durch sein Maschinenbaustudium war er insbesondere für industrielle Bauten geeignet, so dass ihm in den 1880er Jahren der Neubau eines Schlacht- und Viehhofs übertragen wurde. Er hatte noch zahlreiche Entwürfe angefertigt, die er jedoch nicht mehr ausführen konnte, da er im April 1901 in den Ruhestand trat. Er war auch im Ausland gefragt und entwarf die Schlacht- und Viehhofanlage in Zürich, die unter seiner Leitung ausgeführt wurde. Auch für Bukarest und Palermo fertigte er Schlachthofentwürfe an. In La Chaux-de-Fonds in der Schweiz realisierte er ebenfalls eine etwas kleinere Anlage und für Buenos Aires bearbeitete Uhlmann einen Großentwurf.

Uhlmann war Mitglied des Altertumsvereins von 1904. Er war 35 Jahre lang verheiratet und hatte einen Sohn und eine Tochter. Er wurde am 4. März 1916 auf dem Hauptfriedhof Mannheim beigesetzt.

Werke (Auswahl) In Mannheim 10 Schulgebäude, darunter die Gebäude der Friedrichsschule, der Luisenschule, des Realgymnasiums und der Oberrealschule Pfälzische MühlenwerkePfalzmühle Mannheim rhein-neckar-industriekultur.de. Ölmühle BungeÖlmühle Bunge - Verein Deutscher Ölfabriken Mannheim (VDO) rhein-neckar-industriekultur.de. Dienstwohnungs- und Verwaltungsgebäude des Vereins deutscher Ölfabriken herrschaftliche Wohnhäuser drei Villen, unter anderem seine eigene Villa in der Rennershofstraße 9 in Lindenhof, eine Villa für Oskar Smreker in der Werderstraße 40 die Leichenhalle am Hauptfriedhof eine Milchkuranstalt im Schlossgarten

mini|Schlachthof in Offenburg Schlachthofgebäude Ab 1901 schuf Uhlmann als freier Architekt und Gutachter Schlachthofbauten in Bruchsal und in Ludwigshafen am Rhein (1905) und fertigte Entwürfe für ähnliche Anlagen für Jena und Villingen. Wasserturm zum Schlachthof in Ludwigshafen 1905: Schlachthof in Zürich 1905–1906: Schlachthof in Offenburg

Auszeichnungen (Auswahl) 1894: Königlicher Kronen-Orden 4. Klasse 1895: Ritterkreuz II. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen durch den Großherzog von Baden

Literatur

Michael Ruhland: Gustav Uhlmann, Richard Perrey und das Städtische Hochbauamt 1888–1918. In: Jugendstil – Architektur um 1900 in Mannheim. Badische Kommunale Landesbank in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und der Kunsthalle Mannheim, Mannheim 1986, S. 121–154 (Ruhland übernimmt leider die Angaben zum Vater aus dem Allgemeinen Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Der in Chemnitz aktive Architekt Friedrich Otto Uhlmann lebte aber von 1849 bis 1932 und kann nicht der Vater gewesen sein).

Weblinks

Gustav Uhlmann – Herzogliches Museum, Braunschweig. architekturmuseum.ub.tu-berlin.de (Entwurfszeichnungen).

Einzelnachweise

Kategorie:Architekt (Mannheim) Kategorie:Regierungsbaumeister Kategorie:Stadtbaurat Kategorie:Träger des Ordens vom Zähringer Löwen (Ritter II. Klasse) Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 4. Klasse Kategorie:Person (Braunschweig) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1851 Kategorie:Gestorben 1916 Kategorie:Mann