St. Josef ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in der bergischen Großstadt Solingen. Sie wurde 1872–1873 im neugotischen Stil nach Plänen des Architekten August Carl Lange erbaut und 1962–1967Thomas Duzia: Neubeginn mit Geschichte – Der Kirchenbau der Nachkriegszeit in Solingen, in: Die Heimat, Heft 19, Bergischer Geschichtsverein Abteilung Solingen e. V., Solingen 2004. S. 72f. im Stil der Moderne umfassend erweitert. Sie befindet sich an der Schützenstraße 109 im Ortsteil Krahenhöhe im Südosten von Solingen.
Geschichte Die Gemeinde St. Josef an der Krahenhöhe ging aus der Solinger Stadtgemeinde St. Clemens hervor. Nachdem der Pfarrbezirk nach 1860 stark gewachsen war, ließ Pfarrer Johannes Bruckmann ein Grundstück am Rande der Ortslage Klönnenhöhe innerhalb der damaligen Bürgermeisterei Dorp für einen Kirchenbau erwerben. Der Grundstein für die neugotische Kirche wurde am 19. März 1872 gelegt, der erste Gottesdienst fand am 30. März 1873 statt. Am 2. Oktober 1881 wurde das Gotteshaus geweiht. 1898 erhob der damalige Erzbischof von Köln die Gemeinde zur selbstständigen Pfarrei.
Bei den Luftangriffen auf Solingen im November 1944 wurde die Kirche durch Brandbomben beschädigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie wegen des starken Gemeindezuwachses nach Süden hin durch einen großen Anbau erweitert. Der Neubau nach Plänen des Architekten Kurt Faber wurde 1962 begonnen, 1964 erstmals genutzt und schließlich 1971 geweiht. Zwischen 1980 und 1999 erfolgten Sanierungs- und Umbaumaßnahmen, durch die der Gebäudekomplex seine heutige Gestalt erhielt.
Architektur mini|St. Josef, links im Bild die Anbauten im Stil der Moderne (2026) Das Gebäude vereint einen historistischen Kirchenbau des 19. Jahrhunderts mit einem schlichten Anbau der Moderne und fand aufgrund des gelungenen Zusammenspiels beider Stile in Fachbüchern Erwähnung.Hugo Schnell: Der Kirchenbau des 20. Jahrhunderts in Deutschland, Bonn-Bad Godesberg 1973, S. 181, ISBN 978-3-7954-0400-0 ISBN 978-3-7954-0400-0 Der Altbau aus Backstein besteht aus einem hohen Langhaus mit Mittelschiff und zwei Seitenschiffen sowie einem fünfseitigen Chor im Osten. Im Westen schließt sich ein Vorbau mit Dachreiter an. Die großen Fensterflächen im Chor und die spitzbogige Gliederung unterstreichen den neugotischen Charakter des Gebäudes.
Der Erweiterungsbau schließt sich nach Süden an den Altbau an. Er wurde in den 1960er Jahren nach einem eigenen Entwurf des Architekten Kurt Faber errichtet, orientiert sich in seinen Proportionen jedoch am Altbau. Äußerlich hebt er sich durch seine Schieferverkleidung deutlich vom historischen Teil ab. Seit den Umgestaltungen der 1990er Jahre sind Alt- und Neubau zu einem funktionalen und gestalterisch einheitlichen Kirchenkomplex verschmolzen.
Im Inneren zeigt sich der Altbau seit der Neugestaltung der 1990er Jahre schlicht und hell. Der Chor bildet den liturgischen Mittelpunkt; dort befinden sich unter anderem Altar, Ambo und Taufstein. Der Neubau hat demgegenüber einen eigenständigen, modernen Charakter und wirkt deutlich offener.
Literatur
Hugo Schnell: Der Kirchenbau des 20. Jahrhunderts in Deutschland, Bonn-Bad Godesberg 1973, S. 181, ISBN 978-3-7954-0400-0 ISBN 978-3-7954-0400-0 Thomas Duzia: Neubeginn mit Geschichte – Der Kirchenbau der Nachkriegszeit in Solingen, in: Die Heimat, Heft 19, Bergischer Geschichtsverein Abteilung Solingen e. V., Solingen 2004. S. 69–77.
Weblinks
Internetpräsenz der Kirche
Quellen
Kategorie:Kirchengebäude in Solingen Solingen St. Josef Krahenhohe Solingen Solingen Kategorie:Bauwerk von August Carl Lange Solingen Kategorie:Erbaut 1872 Kategorie:Bauwerk des Historismus in Solingen Kategorie:Erbaut in den 1960er Jahren Kategorie:Bauwerk der Moderne in Solingen Kategorie:Burg/Höhscheid