mini|Demonstration gegen digitale sexualisierte Gewalt in Hamburg am 26. März 2026

Die Proteste gegen digitale sexualisierte Gewalt in Deutschland 2026 sind eine bundesweite gesellschaftliche Bewegung, die durch den Fall von Collien Fernandes ausgelöst wurde. Auslöser war die Verbreitung von pornografischen Inhalten, in denen ihr Gesicht ohne Einwilligung in manipulierte Videos eingefügt wurde. Der Fall machte bestehende rechtliche Lücken im Umgang mit digitaler sexualisierter Gewalt öffentlich sichtbar und löste eine breite gesellschaftliche Debatte über den Schutz von Betroffenen aus. Collien Fernandes engagiert sich bereits seit mehreren Jahren gegen Deepfake-Pornografie, also mithilfe von künstlicher Intelligenz erstellte pornografische Inhalte.

In der Folge kam es in mehreren deutschen Städten zu Solidaritätsdemonstrationen. Die erste größere Demonstration fand am 22. März 2026 in Berlin mit dem Titel „Gegen sexualisierte digitale Gewalt – Solidarität mit allen Opfern“ statt und versammelte laut Medienberichten mehr als 10.000 Teilnehmende.

Parallel dazu wurden politische Forderungen nach einer Verschärfung der Gesetzgebung, verbessertem Opferschutz und einer klareren strafrechtlichen Einordnung digitaler Übergriffe formuliert. Die Kampagne „In Solidarität mit Collien Fernandes: 10 Forderungen an die Bundesregierung“ wurde von Ricarda Lang, Kristina Lunz und Düzen Tekkal initiiert. Zu den zentralen Forderungen zählen die Strafbarkeit der Erstellung und Verbreitung sexualisierter Deepfakes, ein Verbot entsprechender Anwendungen sowie strukturelle Reformen im Bereich Strafverfolgung und Opferschutz, darunter spezialisierte Justizstrukturen und die Aufnahme von Femizid als eigener Straftatbestand. Zudem wird eine nationale Strategie zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt gefordert.

Eine größere Demonstration fand am 26. März 2026 in Hamburg statt, an der laut Medienberichten mehr als 17.000 Menschen teilnahmen.

In den darauffolgenden Tagen kam es zu weiteren Demonstrationen in mehreren deutschen Städten. Laut Medienberichten nahmen unter anderem in Hannover rund 2.000 Menschen an einer Demonstration teil, während in Kassel und Lübeck jeweils mehrere hundert Personen protestierten. Auch in weiteren Städten wie Köln, Frankfurt, München, Nürnberg und Oldenburg fanden Kundgebungen statt.

Im Zuge der Proteste fanden in Deutschland auch von Männern initiierte Demonstrationen und Mahnwachen statt, die sich gezielt an Männer richteten und zur Übernahme von Verantwortung im Kampf gegen Gewalt an Frauen aufriefen. Entsprechende Kundgebungen wurden unter anderem aus Ulm, Freiburg und Münster berichtet.

Einzelnachweise

Kategorie:Ereignis 2026 Kategorie:Digitalität (Deutschland) Kategorie:Gewalt in Deutschland Kategorie:Veranstaltung (Feminismus) Kategorie:Frauenrechte Kategorie:Demonstration Kategorie:Sexismus Kategorie:Gewalt gegen Frauen Kategorie:Protestbewegung in Deutschland