mini|Ohne Expertise, 75 x 65, Öl, 2000 von Jo Niklaus - Drei Selbstbildnisse Albrecht Dürers: 1493 mit Eryngium, 1498 mit Landschaft, 1500 im Pelzrock Jo Niklaus (* 25. August 1941 in Münsterberg, Schlesien als Irene Erna Marie Johna) ist eine deutsche Malerin. Sie lebt und arbeitet in Nürnberg.
Leben und Werk Jo Niklaus wechselte nach einer Lehre als Verwaltungsangestellte ins graphische Fach und arbeitete als Tiefdruckretuscheurin und Lithografin in der Druckerei Maul & Co. in Nürnberg. Von 1957 bis 1962 erhielt sie Unterricht bei H. Ulrich in Lauf an der Pegnitz und studierte von 1962 bis 1965 bei Georg Weidenbacher. 1966 heiratete sie den Maler Hans Niklaus (1934–2013). Durch ihre Schulung in altmeisterlicher Tafelbildmalerei kopierte sie ab den 1970er Jahren im Auftrag von Museen (Germanisches Nationalmuseum in Nürnberg, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Städelsches Kunstinstitut in Frankfurt am Main) Originalgemälde u. a. von Albrecht Dürer, Lucas Cranach der Ältere, Carl Spitzweg, Jacob van Ruisdael und Corneille de Lyon. mini|Jo Niklaus vor Kopie und Original Barbara Dürer im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, 2024 Neben ihrer Tätigkeit in der Druckerei in Nürnberg führte sie ein Leben als Malerin und wendete sich 1980 der Trompe-l’œil-Malerei und dem phantastischen Realismus zu. Seit 1991 freischaffend, war das gemeinsame Arbeiten und Ausstellen mit ihrem Mann sowie das Erstellen von Ausstellungskatalogen zentraler Bestandteil ihres Lebens. Sie befasst sich seither mit Neuinterpretationen von Albrecht Dürers Werken, entwickelte ihren eigenen Trompe-l’œil-Stil und realisiert u. a. Paraphrasen Albrecht Dürers. Über zwanzig Dürer-Paraphrasen (z. B. „Bildnisprobe – Elsbeth Tucher“ 1993, „Melancholia I“ 2006, „Paradies“ 2008, „Das Meerwunder“ 2018) wurden 2021 im Albrecht-Dürer-Haus in Nürnberg als Einzelausstellung „Reflexionen zu Dürer“ gezeigt.
Daneben malt Niklaus Stillleben und phantastische Szenen. Ihre Werke befinden sich u. a. in öffentlichen Sammlungen in Nürnberg wie dem Albrecht-Dürer-Haus, in der Dürer-Haus-Stiftung und in der Stadt Nürnberg.
In den letzten Jahren übernahm sie Auftragsarbeiten von den Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg für die Dauerausstellung im Albrecht-Dürer-Haus, um Gemälde von Dürer zu kopieren und Gemälde in Trompe-l’œil-Manier oder aber mit Trompe-l’œil-Effekten zu malen.
Ankäufe durch Museen Dürer-Haus-Stiftung: Dürerkopie: „Christus als Schmerzensmann“ von 1980 Trompe-l’œil-Stil: „Dürer-Blätter“ von 2000 Dürerkopie: „Bildnis der Barbara Dürer, geb. Holpe“ von 2023 Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg: Dürerkopie: „Mülltonne mit Apfel“ von 1986 Phantastenmuseum in Wien: Trompe-l’œil-Stil: „Mythos Zeit“ von 2009
Ausstellungen (Auswahl)
1999: Trompe-l’œil. Galerie am Theater, Nürnberg. 2000: Stilles Leben – Stilleben. Galerie am Theater, Nürnberg. 2000: Vita Femina – das Leben ist ein Weib. Galerie am Theater, Nürnberg. 2001: Kunst nach 1945. Galerie am Theater, Nürnberg. 2005: Täuschend echt. Albrecht-Dürer-Haus, Nürnberg. 2007: Die Macht der Schönheit. Albrecht-Dürer-Haus, Nürnberg. 2007: Scheinwelten – Augentäuschung in der Malerei der Gegenwart. Werke von Jürgen Dressel, Wolfgang Harms, Michael Lassel, Jo Niklaus, Hans Niklaus. Stadtmuseum Fembohaus, Nürnberg. 2010: Illusion der Wirklichkeit. Werke von Michael Engelhardt, Wolfgang Harms, Michael Lassel, Joachim Lehrer, Jo Niklaus, Hans Niklaus. Villa Augusta, Roth.«Fantastische Illusionisten» heiß begehrt. Nordbayern.de. 6. März 2010, abgerufen am 13. Mai 2026. 2011: Tafelbilder. Museumsgalerie des Phantastenmuseum im Palais Palffy, Wien. 2012: Dürer im 20. Jahrhundert. Galerie Jacobsa, Nürnberg. 2012: Reälität und Illusion: feine Strukturen. Mit Herwig Lewandowski. Künstlerbund Schwabach e.V., Schwabach. 2013: Augenlust – Wenn Kunst von Können kommt. Trierenberg Art, Traun/Österreich. 2014: Kleine Formate. Künstlerbund Schwabach e.V., Schwabach. 2015: Heimspiel. Künstlerbund Schwabach e.V., Schwabach. 2016: Kostbarkeiten. Künstlerbund Schwabach e.V., Schwabach. 2017: 100 Jahre Kunst in Nürnberg. Galerie Jacobsa, Nürnberg. 2017: Hokuspokus. Künstlerbund Schwabach e.V., Schwabach. 2017: Persönlichkeiten. Künstlerbund Schwabach e.V., Schwabach. 2018: Begehrlichkeiten. Künstlerbund Schwabach e.V., Schwabach. 2019: Fantastische Freunde. Galerie Jacobsa, Nürnberg. 2019: Eitelkeiten. Künstlerbund Schwabach e.V., Schwabach. 2021/2022: Reflexionen zu Dürer. Jo Niklaus zum 80. Geburtstag. Albrecht-Dürer-Haus, Nürnberg. Reflexionen zu Dürer Jo Niklaus zum 80. Geburtstag Museen Nürnberg, abgerufen am 12. Mai 2026 2023: Made in Nürnberg. 4614 Galerie Marchtrenk, Marchtrenk/Österreich. 2025: Hinter dem Spiegel. Kunstverein Kulmbach e.V., Kulmbach.Information zur Ausstellung Hinter dem Spiegel (PDF; 1,3 MB). Kunstverein Kulmbach e. V. Abgerufen am 13. Mai 2026.
Weblinks
Website Atelier Niklaus Virtuelles Forschungsnetzwerk Albrecht Dürer: Niklaus, Jo Virtuelles Museum Nürnberger Kunst: Jo Niklaus In eigenen Worten – Museenblog Nürnberg
Literatur
Gerhard Habarta: Nikolaus Jo, in: Lexikon phantastischer Künstlerinnen: Surrealistinnen, Phantastinnen, Symbolistinnen, Visionärinnen. 2. Auflage. BoD, Norderstedt 2017, ISBN 978-3-7460-3530-7.
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Nürnberg) Kategorie:Lithograf (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1941 Kategorie:Frau