Ochotona vizier ist eine Säugetierart aus der Familie der Pfeifhasen innerhalb der Hasenartigen. Ihr Verbreitungsgebiet liegt im südöstlichen Iran in den Provinzen Isfahan und Kerman.
Merkmale Die Pfeifhasenart ist kleiner als der Rötliche Pfeifhase (Ochotona rufescens), die Ohren sind kürzer, das Fell ist auffälliger und mehr kontrastreich gefärbt, und der Schädel ist viel kleiner. Die Occipitonasallänge des Holotypus beträgt 4,5 Zentimeter, die Condyloincisivlänge liegt bei 3,9 Zentimeter, die zygomatische Breite beträgt 2,2 Zentimeter und die Interorbitalbreite beträgt 4,1 Millimeter. Die Hinterfußlänge beträgt 3,1 Zentimeter und die Ohren sind 1,6 Zentimeter lang.
Verbreitung Ochotona vizier kommt im südlichen Iran in Abschnitten des Zagros-Gebirges vor. Das Verbreitungsgebiet ist durch Wüsten von den Verbreitungsgebieten anderer Pfeifhasenarten getrennt.
Systematik Diese südiranischen Pfeifhasen wurden 1867 durch den englischen Naturforscher William Thomas Blanford für die europäische Wissenschaft entdeckt und 1911 durch den britischen Zoologen Oldfield Thomas als Unterart des Rötlichen Pfeifhasen (O. rufescens) erstmals wissenschaftlich beschrieben. In Mammal Species of the World, einem 2005 publizierten Standardwerk zur Säugetiersystematik, wird O. rufescens vulturina nur noch als Synonym der Nominatform (O. rufescens rufescens) des Rötlichen Pfeifhasen gelistet. Da sich Ochotona vizier hinsichtlich der mitochondrialen und der Kern-DNA jedoch sehr vom Rötlichen Pfeifhasen unterscheidet und beide Taxa schon seit 0,58 bis 1,43 Millionen Jahren genetisch voneinander isoliert sind und die Verbreitungsgebiete nicht aneinander grenzen, bekam Ochotona vizier im Jahr 2022 den Status einer eigenständigen Art. Ochotona vizier und O. rufescens gehören zusammen mit acht weiteren Arten zur Untergattung Conothoa innerhalb der Gattung der Pfeifhasen (Ochotona), die vor allem Arten umfasst, die in gebirgigen Regionen leben. Innerhalb von Ochotona vizier können zwei Kladen unterschieden werden, eine in der Provinz Isfahan und eine andere in der Provinz Kerman.
Einzelnachweise William Thomas Blanford (1876): Eastern Persia. An account of the journeys of the Persian Boundary Commission 1870-71-72. Vol. II (S. 516). The Zoology and Geology, Macmillan & Co. Zeinolabedin Mohammadi, Fatemeh Ghorbani, Mansour Aliabadian, Andrey A. Lissovsky, Faezeh Yazdani Moghaddam, Urban Olsson (2022). Multilocus phylogeny reveals habitat driven cryptic diversity in Ochotona rufescens (Ochotonidae). Zoologica Scripta, 00, 1-12. Doi:10.1111/zsc.12564 Oldfield Thomas (1911). On new mammals from Central and Western Asia. Annals and Magazine of Natural History, 8, 762 Wang, X., Liang, D., Jin, W., Tang, M., Liu, S., & Zhang, P. (2020). Out of Tibet: Genomic Perspectives on the Evolutionary History of Extant Pikas. Molecular Biology and Evolution, 37(6), 1577-1592. DOI: 10.1093/molbev/msaa026 Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder (Hrsg.) (2005): Mammal Species of the World. A Taxonomic and Geographic Reference. (3rd ed), Johns Hopkins University Press Ochotona (Ochotona) rufescens rufescens
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