Elodea granatensis (syn. Apalanthe granatensis ) ist eine Wasserpflanze aus der Gattung Wasserpest (Elodea) mit Heimat in Südamerika.

Merkmale Elodea granatensis ist eine untergetauchte (submerse), im Gewässergrund mit unverzweigten Wurzeln wurzelnde krautige, ausdauernde Wasserpflanze. Die aufrecht wachsenden Sprosse sind einfach oder gabelteilig verzweigt, sie erreichen etwa 0,5 bis 1,5 Zentimeter Durchmesser. Sie erreichen in Brasilien etwa 50 Zentimeter Länge. Die Blätter sitzen oben am Spross in Blattquirlen zu drei, zur Spitze hin auch zu fünf oder sieben, an der Basis auch gegenständig zu zweien, selten einzeln. Eine Blattscheide fehlt. Die Knoten mit den Blattquirlen sitzen relativ dicht, die Internodien bis etwa drei Zentimeter lang. Die sitzenden, dünnen Laubblätter ohne Blattnerven sind linealisch bis lanzettlich, sie sind 5 bis 26 Millimeter lang bei 0,5 bis 1,1 (-1,5) Millimeter breit. Der Blattrand ist sehr schwach gesägt bis ganzrandig, die Spitze (Apex) bestachelt.

Die Blüten entspringen einzeln den oberen Blattachseln, sie sind umgeben von einer kurzen Hochblatthülle (Spatha), diese besteht bei der Art nur aus einem Hochblatt von 4 bis 5 (-7) Millimeter Länge, es ist zylindrisch mit einer schlitzartigen Öffnung von etwa einem Drittel seiner Länge. Die Blüte ist sitzend, aber zur Blütezeit durch Verlängerung des Blütenbechers (Hypanthium) stielartig verlängert, dieser erreicht bis zu etwa 6 Zentimeter Länge. Die Blüte wird durch ihn über die Wasseroberfläche angehoben, so dass die Bestäubung im Luftraum stattfindet. Die Blüten sind eingeschlechtig, die Pflanze einhäusig, eine Ausnahme innerhalb der Gattung. Die Blüten sind dreizählig mit drei Kelch- und drei Kronblättern. Die Kelchblätter sind spitz, bis etwa 3 Millimeter lang und oft dunkel gefleckt oder gestreift. Die weiß oder blassbläulich gefärbten Kronblätter sind elliptisch bis verkehrteiförmig (obovat), bis 3 (-4) Zentimeter lang. Die 3 (seltener 4 oder 5) Staubblätter sind maximal etwa 2 Millimeter lang und gelb gefärbt, sie stehen den Kelchblättern gegenüber. Die Staubfäden sind fadenförmig, zur Spitze hin papillös. Der unterständige Fruchtknoten ist dreifächrig, mit drei fadenförmigen Griffeln.

Die Früchte erreichen meist etwa 5 Millimeter Länge mit 6 bis 7 kurz geschnäbelten Samen (am Rio Araguaia in Brasilien werden größere Früchte von 7 bis 13 Millimeter Länge, mit 25 bis 30 Samen, angegeben).

Verbreitung Elodea granatensis kommt vor im tropischen Südamerika, westlich bis zu den Randtälern der Anden in Kolumbien, östlich bis zur Atlantikküste, von den Guyanas im Norden bis Argentinien im Süden. Sie soll in Kolumbien 1500 Meter Meereshöhe erreichen. Anders als viele andere Wasserpestarten ist die Pflanze nicht als Aquarienpflanze verbreitet, dem entsprechend spielen neophytische Vorkommen keine Rolle.

Die Art kommt in stehenden Gewässern vor.

Taxonomie und Systematik Die Pflanze wurde wissenschaftlich entdeckt auf der berühmten Südamerikareise von Aimé Bonpland und Alexander von Humboldt, erstbeschrieben 1813 von Aimée Bonpland in Alexandri de Humboldt et Amati Bonpland Plantae Aequinoctiales ... in Band 2 Teil 16 Seite 150 Tafel 128 als Elodea granatensis. Der Name bezieht sich auf den Fundort in Kolumbien, damals das Vizekönigreich Neugranada.

Die Gattungszugehörigkeit ist bis heute umstritten. Taxonomische Konfusion verursachte der Umstand, das der französische Botaniker André Michaux bei seiner Erstbeschreibung der Gattung Elodea (Typusart durch Monotypie: Elodea canadensis) irrtümlich zweigeschlechtige Blüten angab, woraus einige Botaniker den Schluss zogen, dass der Gattungsname invalide sei. Der französische Botaniker Jules Émile Planchon führte deshalb für die eingeschlechtigen Arten einen neuen Gattungsnamen Apalanthe ein, für die zweigeschlechtigen den Ersatznamen Anacharis, außerdem für damals von ihm neu entdeckte Arten aus Südamerika eine neue Gattung Egeria. Der deutsche Botaniker Robert Caspary widersprach 1857 und stellte die Gattung Elodea wieder her. Dem sind die meisten Botaniker gefolgt, was Anacharis angeht. Die meisten fanden aber eine separate Gattung Apalanthe, wegen der zwittrigen Blüten, gerechtfertigt (wie auch Egeria). Der amerikanische Botaniker Harold St. John stufte in den 1960er Jahren Apalanthe als Untergattung von Elodea ein. Christopher D.K. Cook stellte in einer weiteren Revision 1985 die Gattung wieder her.

Bei einer 2006 durchgeführten phylogenomischen Untersuchung (Untersuchung der Verwandtschaftsverhältnisse anhand homologer DNA-Abschnitte) ergab sich, ältere Resultate bestätigend, ein Schwestergruppenverhältnis zwischen Apalanthe und der Kombination aus Elodea s. str. und Egeria. Diese Ergebnisse wurden 2008 erneut bestätigt. Daraufhin bevorzugten die meisten Botaniker, wie schon von Caspary vorgeschlagen, eine weit gefasste Gattung Elodea, unter Einschluss auch von Apalanthe, und damit auch dieser Art. Andere halten bis heute an einer eigenständigen Gattung fest.

Die zeitweise unterschiedenen Arten Apalanthe guyanensis und Apalanthe schweinitzii werden heute nicht mehr anerkannt. Apalanthe guyanensis ist ein Synonym von Elodea granatensis und Apalanthe schweinitzii ist ein Synonym von Elodea canadensis

Einzelnachweise Lidyanne Yuriko Saleme Aona, Danilo José Lima Sousa, Maria Luiza Silveira de Carvalho, Grênivel Mota da Costa (2017): Flora da Bahia: Hydrocharitaceae. Sitientibus série Ciências Biológicas 17. doi:10.13102/scb1638. PDF download Ling-Yun Chen, Jin-Ming Chen, Robert Wahiti Gituru, Qing-Feng Wang (2006): Generic phylogeny, historical biogeography and character evolution of the cosmopolitan aquatic plant family Hydrocharitaceae. BMC Evolutionary Biology 2012 (2): 30. doi:10.1186/1471-2148-12-30 Samantha Koehler & Claudia Petean Bove (2001): Hydrocharitaceae from Central Brazil: A New Species of Egeria and a Note on Apalanthe granatensis. Novon 11 (1): 63-66. Xiaoxian Li, Zhekun Zhou (2008): Phylogenetic studies of the core Alismatales inferred from morphology and rbcL sequences. Progress in Natural Science 19: 931–945. doi:10.1016/j.pnsc.2008.09.008 Arthur Rodrigues Lourenço & Claudia Petean Bove (2020): Hydrocharitaceae in Flora do Brasil 2020. Jardim Botânico do Rio de Janeiro. online Arthur Rodrigues Lourenço & Claudia Petean Bove (2017): Flora do Rio de Janeiro: Hydrocharitaceae. Rodriguésia 68(1): 43–50. doi:10.1590/2175-7860201768108 Harold St. John (1965): Monograph of the genus Elodea, summary (continued). Rhodora 67, 770: 155-180.

Kategorie:Froschbissgewächse Kategorie:Hydrocharitaceae