Der Absturz einer Lockheed C-130 der kolumbianischen Luftwaffe 2026 war ein Flugunfall am 23. März 2026. Bei diesem Unfall stürzte eine Lockheed C-130 Hercules der kolumbianischen Luftwaffe beim Start vom Flughafen Caucayá in Puerto Leguízamo auf dem Weg zum Flughafen Tres de Mayo in Puerto Asís, beide im kolumbianischen Departamento de Putumayo, in den dichten Dschungel. Von 126 Insassen kamen 70 ums Leben und 56 überlebten verletzt. Es handelt sich um einen der folgenschwersten Unfälle in der Geschichte der kolumbianischen Luftwaffe und den bisher schwersten Flugzeugabsturz im Jahr 2026.

Hintergrund Luftfahrzeug Das verunfallte Luftfahrzeug war eine Lockheed C-130H Hercules mit dem Luftfahrzeugkennzeichen FAC1016 der kolumbianischen Luftwaffe (FAC). Sie wurde 1984 unter der Werknummer 382-5014 gebaut und von vier Allison T56-Turboprop-Triebwerken angetrieben. Im September 2020 wurde sie unter dem Kennzeichen 83-0488 im Rahmen des US-amerikanischen Programms für überschüssige Verteidigungsgüter, Excess Defense Articles (EDAA), nach Kolumbien geliefert. Sie war die erste von drei C-130H, die über dieses Programm geliefert wurden. Zwischen 2021 und 2023 wurde sie einschließlich einer kompletten Strukturüberholung und Triebwerksmodernisierungen gewartet. Das Luftfahrzeug hatte über 10.000 Flugstunden absolviert, davon rund 537 im Jahr 2025. Laut General Carlos Fernando Silva, dem Kommandeur der kolumbianischen Luftwaffe, hatte das Flugzeug bei seiner Anschaffung noch über 20.000 Flugstunden vorzuweisen und hätte bei ordnungsgemäßer Wartung „bis zu 40 weitere Jahre“ betrieben werden können. Zum Zeitpunkt des Unfalls befand es sich angeblich in flugtauglichem Zustand und die Besatzung war „ordnungsgemäß qualifiziert“.

Seit 2022 ereigneten sich in den Streitkräften Kolumbiens sechs Flugunfälle, die politische Bedenken hinsichtlich des Alters, der Einsatzfähigkeit und der Flugtauglichkeit der kolumbianischen Luftflotte auslösten. Laut der Tageszeitung El Tiempo führten US-amerikanische und kolumbianische Militärvertreter 2025 Gespräche, in denen die Vereinigten Staaten Bedenken hinsichtlich der Wartungsstandards und der Verfügbarkeit von Ersatzteilen für Militärflugzeuge wie die Hubschrauber Sikorsky UH-60 Black Hawk und die Transportflugzeuge C-130 Hercules in Kolumbien äußerten.

Passagiere und Besatzung Nach Angaben des kolumbianischen Generals Carlos Fernando Silva Rueda befanden sich 128 Personen, darunter 115 Mitglieder der kolumbianischen Infanterie, 2 Polizisten und 11 Besatzungsmitglieder, an Bord des Flugzeugs.

Betroffene Region Puerto Leguízamo, der Unfallort, ist eine abgelegene Stadt und Gemeinde im Departamento de Putumayo in Kolumbien, die sich im Süden Kolumbiens nahe der Grenze zu Peru und Ecuador befindet.

Tote und Verletzte Kolumbianische Behörden bestätigten 70 Tote und 56 Überlebende, wobei 14 der Überlebenden in kritischem Zustand waren. Unter den Toten befanden sich sechs Angehörige der Luftwaffe, zwei Polizisten und 58 Infanteristen. Kurz nach dem Absturz wurden Dutzende Verletzte in verschiedenen Krankenhäusern gebracht. Laut Carlos Claros, dem stellvertretenden Bürgermeister von Puerto Leguízamo, wurden die Leichen in die Leichenhalle der Stadt gebracht. Einige der verletzten Soldaten wurden zur Behandlung nach Bogotá geflogen und andere Überlebende in ein örtliches Krankenhaus eingeliefert. Nach der Überführung der Leichen aus der Stadt sollte die Identifizierung durch das Institut für Rechtsmedizin in Bogotá erfolgen.

Untersuchung Carlos Fernando Silva, Kommandeur der kolumbianischen Luftwaffe, erklärte, Details zum Absturz seien noch nicht bekannt, obwohl das Flugzeug tatsächlich Probleme hatte. Der kolumbianische Verteidigungsminister Pedro Arnulfo Sánchez und Hugo Alejandro López Barreto, Oberbefehlshaber der Streitkräfte Kolumbiens, bezeichneten diesen Absturz als einen „tragischen Unfall“. „Derzeit haben wir keine Informationen oder Indizien, dass es sich um einen Anschlag einer illegalen bewaffneten Gruppe gehandelt haben könnte“.

Reaktionen Kolumbien Nach dem Absturz ordnete die kolumbianische Regierung eine dreitägige Staatstrauer an. Verteidigungsminister Pedro Arnulfo Sánchez sprach den Opfern sein Beileid aus und erklärte: „Dieses Ereignis ist zutiefst schmerzlich für das Land.“ „Militäreinheiten sind bereits vor Ort“, schrieb Sánchez zudem in Onlinenetzwerken.

Kolumbiens Präsident Gustavo Petro sprach auf der Plattform X von einem „schrecklichen Unfall, der nicht hätte passieren dürfen“. Er verwies auf die Notwendigkeit, die Militärflotte zu modernisieren, und kritisierte bürokratische Hürden bei der mangelhaften Modernisierung der Streitkräfte. Zudem lädt er ein Video auf den sozialen Medien hoch, in dem zu sehen ist, wie das Flugzeug versucht, an Höhe zu gewinnen, bevor es schließlich zu Boden stürzte. „Es geht um das Leben unserer jungen Leute“, schrieb er weiter.

International Ein Sprecher von Lockheed Martin gab eine Erklärung ab, in der das Unternehmen sein Engagement für Kolumbien durch die Unterstützung bei der Untersuchung des Absturzes bekräftigte. Regierungsvertreter aus Ecuador, Panama, Spanien und Venezuela sprachen der Regierung und dem Volk Kolumbiens sowie den Opfern des Absturzes und ihren Angehörigen ihr Beileid aus.

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