mini|hochkant|Siegfried Justus de Bötticher (Kupferstich: Johann Georg Wolfgang) Siegfried Justus Bötticher (geboren am 20. April 1666 in Wolfenbüttel; gestorben am 26. August 1720 ebenda) war ein wolfenbüttelscher Geheim- und Kriegsrat. Er wurde gemeinsam mit seinem Vetter dem Geheimen Kammerrat Joachim Justus Bötticher am 3. März 1717 durch Kaiser Karl VI. in den Reichsadelsstand erhoben und durfte sich „von Bötticher“ nennen.Rainer Jacobs: Bötticher, Siegfried Justus. In:

Leben Bötticher war ein Sohn des Juristen und Geheimrats Justus Bötticher (1632–1712) und dessen erster Ehefrau Ilse Magarethe (geborene Schilling; 1646–1680), einer Tochter des fürstlich Braunschweiger Amtmannes Siegfried Schilling (1612–1664) und dessen Frau Elisabeth Catharina (geborene von Windheim; † 1662). Seinen ersten Unterricht erhielt er im Kloster Berge bei Magdeburg und wechselte 1682 an die Ritterakademie in Lüneburg. Vom 25. April 1683 bis 1687 studierte er an der Universität Helmstedt. Anschließend begab er sich auf eine Bildungsreise, die ihn über Wien und Regensburg unter anderem bis nach Italien führte.

Herzog Anton Ulrich berief ihn als Sekretär des Hofmarschalls und wolfenbüttelschen Gesandten Bernhard Friedrich von Krosigk. Er diente in den herzoglichen Truppen in Den Haag und Brabant und nahm im Pfälzischen Erbfolgekrieg an Kampfhandlungen gegen die Franzosen teil. Am 5. August 1691 erhielt er in Wolfenbüttel seine Bestallung als Kriegssekretär. Im Jahr 1697 wurde er zum Geheimen Kriegssekretär, 1702 zum Geheimen Sekretär und 1705 zum Kreissekretär ernannt. 1706 erfolgte seine Ernennung zum Hofrat. Nachdem er bereits mehrere Jahre hindurch die Geschäfte für den gesundheitlich angeschlagenen Geheimen Kriegsrat Georg Germer († 1708) kommissarisch übernommen hatte, wurde er nach dessen Tod zum Kriegsrat ernannt. Herzog August Wilhelm erhob ihn mit seinem Regierungsantritt 1714 zum Geheimen Kriegsrat und unterstellte ihm das fürstliche Militär, erteilte Bötticher die Aufsicht über die Kriegskasse und übertrug ihm auch die Verantwortung der Kontrasignatur. Damit war er verpflichtet, den Herzog über die Entscheidungen der fürstlichen Kollegien sowie der Geheimen Ratsstube zu unterrichten. Die Umsetzung der dortigen Beschlüsse musste durch Bötticher genehmigt werden.

Seit dem 23. Dezember 1716 war er Wirklicher Geheimer Rat. Der Herzog bedachte ihn mit unterschiedlichen Privilegien und Pfründen und setzte sich dafür ein, dass Bötticher gemeinsam mit seinem Vetter Joachim Justus Bötticher am 3. März 1717 durch den Kaiser mit dem Prädikat „von“ in den Reichsadelsstand erhoben wurde. 1718 war er Propst des Nonnenklosters St. Crucis bei Braunschweig und erwarb die Lehngüter Klein Denkte, Linden und Neindorf. Er starb unerwartet im Jahr 1720.

Wappen

Das Wappen ist durch eine aufsteigende blaue Spitze in drei Felder geteilt. Im blauen Feld ist auf grünem Rasen ein hoher Baumstumpf einer Eiche in natürlicher brauner Farbe zu sehen, an jeder Seite wächst im oberen Bereich ein grünes Blatt aus dem Stamm. Das rechte silberne Feld enthält eine Rose mit einer fünfblättrigen geöffneten Rosenblüte und goldenen Samen. Im linken goldenen Feld ist ein schwarzer schrägrechter Balken zu sehen. Auf der Helmkrone befinden je drei × 3 oder gefächert 2, 3, 4 hintereinander gestaffelte Pfauenfedern. Die Helmdecken sind silbern und blau.

Familie Bötticher war seit 1692 mit Klara oder Clara Magdalena (geborene Hardken oder Hartken) verheiratet, einer Tochter des Marienthaler Abtes Christoph Hardken oder Hartken (1626–1687) und dessen Frau Dorothea Hedwig (geborene Conerding), mit der er zwei Söhne und vier Töchter hatte: Tochter ⚭ mit dem königlich Großbritannischen und Kurhannöverschen Oberappellationsrat von Hugo Justus Heinrich von Bötticher (22. Dezember 1692 – 1777) ⚭ 1. 1722 mit Philippine Friederike (geborene Hattorf); 2. 1738 mit Henriette Charlotte (geborene von Stammer) August Ludwig von Bötticher (28. Juni 1746 – 16. Oktober 1835) herzoglich braunschweigischer Geheimrat ⚭ Sophie Magdalene (geborene von Cramm, † 1811)

Andreas Julius Bötticher (1672–1719) war sein Bruder.

Literatur Philipp Ludwig Dreyßigmark: Trauer-Rede über den höchst-bedaurligen tödtlichen Hintrit Des … Siegfried Justus von Bötticher, bey des Regierenden Herrn Hertzogs zu Braunschweig und Lüneburg Durchl. Geheimten Rahts … als Derselbe seine theur-erlösete Seele den 26. Aug. 1720. seinem Erlöser und den entseelten Cörper mittels solenner Bestattung den 7. Sept. der Erden überließ. Christian Bartsch, Wolfenbüttel 1721 (gehalten am 7. September 1720, abgedruckt in: Johann Heinrich Stuß: Sammlung auserlesener Reden, welche als Kern-Proben und galante Exempel der heutigen teutschen Beredsamkeit den Liebhabern zum Vergnügen und der Jugend zur Nachahmung vorgeleget werden. Nordhausen 1736, S. 878–894 google.de). Rainer Jacobs: Bötticher, Siegfried Justus. In:

Einzelnachweise

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