Dies ist eine Liste bekannter und historisch relevanter Personen, die zwischen dem 18. und dem 20. Jahrhundert auf dem historischen Berliner Invalidenfriedhof im heutigen Ortsteil Berlin-Mitte beigesetzt wurden.
Eine weitgehend allein dastehende Besonderheit des Invalidenfriedhofs besteht darin, dass zahlreiche Grabstätten, die infolge des Zweiten Weltkriegs, der Teilung der Stadt Berlin und vor allem des Ausbaus der Befestigungen an der Berliner Mauer, deren Grenzstreifen über den Friedhof geführt wurde, zerstört und abgeräumt wurden, seit 1990 wieder angelegt worden sind. In einigen Fällen ist dies in der Form einer tatsächlichen Rekonstruktion des Erscheinungsbildes der historischen Gräber oder schlicht ihrer Grabsteine geschehen. In den meisten Fällen sind allerdings nur einfache Kissensteine (auch: Restitutionssteine) verlegt worden, die die betreffen Gräber nunmehr wieder markieren. Da diese Restitutionen auch in jüngsten Jahren noch anhielten (Stand: Juni 2022Siehe Webseite des Fördervereins Invalidenfriedhof e.V., Chronik 2022, wo über die Restitution des Grabes des Sanitätsoffiziers Leopold Müller berichtet wird. Aufgerufen am am 14. September 2025.), steht die Klassifikation als „Ehemalige Grabstätte“ in dieser Liste in vielen Fällen unter dem Vorbehalt, dass zwischenzeitlich eine Restitution des Grabes stattgefunden haben könnte.
Alle Angaben zu militärischen Rängen beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, auf die preußische Armee.
Existierende Grabstätten PersonAbbildungLage und Erhaltung der GrabstätteFoto der GrabstätteLothar von Arnauld de la Perière (1886–1941) Vizeadmiral der Kriegsmarine der Wehrmacht, zuletzt bis kurz vor seinem Tod Marinebefehlshaber Bretagne, Ritter des Ordens „Pour le Mérite“ (1916)
Im Ersten Weltkrieg war er Kommandant von U 35 und U 139, zuletzt als Kapitänleutnant der Kaiserlichen Marine. Auf Basis der in diesem Zeitraum versenkten Tonnage (453.716 BRT bei 194 Schiffen, bis auf zwei alles Handelsschiffe) gilt er als erfolgreichster U-Boot-Kommandant der Seekriegsgeschichte. Als Kapitän zur See der Reichsmarine diente er zuletzt bis 1930 als Kommandant der Schulschiffs Emden und war danach Ausbilder an der türkischen Marineakademie. Im Zweiten Weltkrieg wurde er reaktiviert, zunächst als Marinebeauftragter in Danzig. Arnauld starb im Februar 1941 bei einem Flugzeugabsturz nahe Le Bourget auf dem Weg zur Übernahme seines neuen Kommandos als Admiral Südost.197x197pxFeld C140x140pxCurt Heinrich Gottlieb von Arnim (1737–1809) Oberst, als Major Kommandeur eines Artilleriebataillons, zuletzt bis zu seinem Tod Kommandant des InvalidenhausesFeld A212x212pxHenning von Arnim (1836–1891) Generalmajor, zuletzt bis zu seinem Tod Abteilungsleiter im Kriegsministerium und Inspekteur des Remontewesens
In seiner letzten Stellung zeichnete er für die Auffrischung des Pferdebestandes der Armee verantwortlich.Feld E mit Kissenstein restituiert (2005)140x140pxIda von Arnim (1832–1904) Krankenschwester, von 1875 bis zu ihrem Tod Oberin des Kaiserin-Augusta-Hospitals, Tochter des Landrats und Politikers Christian von Arnim, Schwester von Henning von Arnim und von Volkard Henning von Arnim
Nach ihr ist seit 2011 eine nahe dem Friedhof verlaufende Straße benannt.Feld B wieder angelegtes Gemeinschaftsgrab für Schwestern des Augusta-Hospitals140x140pxVolkard Henning von Arnim (1840–1903) Major, Kammerherr, Hofmarschall des Fürsten Leopold von Hohenzollern in Sigmaringen, zuletzt bis zu seinem Tod Hofmeister von Wilhelm II.Feld E mit Kissenstein restituiert (2005)140x140pxFelix von Baerensprung (1857–1939) Generalleutnant, Kavallerist, zuletzt von 1913 bis August 1918 Kommandeur der 1. Garde-Kavallerie-Brigade, Sohn des Juristen und Reichstagsmitglieds Karl von Bärensprung, Bruder von Karl von Baerensprung (für Letzteren siehe Ehemalige Grabstätten)
Er führte die 1. Garde-Kavallerie-Brigade, als Teil der Garde-Kavallerie-Division, ab Oktober 1915 für zwei Jahre, also bis zum Ende des Krieges an der Ostfront, bei den schwierigen Stellungskämpfen an den Prypjatsümpfen.172x172pxFeld D192x192pxAdalbert von Barnim (1841–1860) Sekondeleutenant, einziger Sohn aus der Verbindung von Therese von Barnim mit Prinz Adalbert von Preußen, dem jüngsten Bruder von Friedrich Wilhelm III.
Unehelich geboren, wurde er bei der Heirat seiner Eltern 1850 in den erblichen preußischen Adelsstand erhoben. Barnim starb während einer Forschungsreise zu den Quellflüssen des Nils im Sudan. Über die Umstände seines Todes, die erschwerte Rückführung seiner sterblichen Überreste nach Berlin (er war zunächst in Ägypten beigesetzt worden und die osmanischen Behörden widersetzten sich anfänglich einer Exhumierung) und seine Beisetzung auf dem Invalidenfriedhof wurde zeitgenössisch in der deutschen Presse berichtet.176x176pxFeld C mit Kissenstein restituiert (2012)140x140pxTherese von Barnim geb. Elßler (1808–1878) österreichische Tänzerin, morganatische Ehefrau von Prinz Adalbert von Preußen, Schwester der bekannteren Tänzerin Fanny Elßler, mit der zusammen sie ab 1830 außerhalb Österreichs auftrat
1838 brachte sie in Paris als erste Frau ein abendfüllendes Ballett auf die Bühne. Für einige Zeit schloss sie sich der aufsehenerregenden Tournee an, die Fanny Elßler zwischen 1840 und 1842 in Nordamerika unternahm. Sie wurde bei ihrer Heirat 1850 zur Freifrau von Barnim erhoben.210x210pxFeld C mit Kissenstein restituiert (2012)140x140pxErnst von Baudissin (1855–1916) Kapitän zur See der Kaiserlichen Marine, Bibliothekar beim AdmiralsstabFeld D mit Kissenstein restituiert140x140pxFriedrich von Baudissin (1852–1921) Admiral der Kaiserlichen Marine, Chef des Admiralstabes, zuletzt bis 1913 Chef der Marinestation Nordsee in Wilhelmshaven, als Konteradmiral Kommandant der Hohenzollern, Flügeladjutant von Wilhelm II., Ehrenbürger von Rüstringen, Namensgeber des Baudissin-Gletschers
Durch die Zeit als Chef der Marinestation Nordsee ist sein Name mit der Entwicklung Wilhelmshavens verbunden. So war er Initiator der Gründung der Kaiser-Friedrich-Kunsthalle und des dazugehörigen Vereins der Kunstfreunde für Wilhelmshaven.169x169pxFeld D mit Kissenstein restituiert140x140pxWolf Wilhelm von Baudissin (1847–1926) Theologe, Religionshistoriker, Alttestamentler, Hochschullehrer (Straßburg, Marburg, Universität Berlin), Rektor der Universitäten in Marburg und Berlin193x193pxFeld D wieder angelegt, mit Kissenstein (1997)140x140pxOlivier von Beaulieu-Marconnay (1898–1918) Leutnant, Kavallerist, Jagdflieger im Ersten Weltkrieg, zuletzt Führer der Jagdstaffel 19, Ritter des Ordens „Pour le Mérite“ (1918)
Er kämpfte ab Juni 1915, als er 17 Jahre alt war, zunächst als Dragoner an der Ostfront. Im Frühjahr 1917 meldete er sich zur Fliegerstaffel und errang im Zeitraum Dezember 1917 bis Oktober 1918 insgesamt 25 Luftsiege. Am 16. Oktober 1918 wurde er schwer verwundet durch das MG-Feuer einer eigenen Maschine und erlag zehn Tage später seinen Verletzungen. Kurz vor seinem Tod hatte er noch erfahren, dass ihm der „Pour le Mérite“ verliehen worden war, was ihn mit gerade 20 Jahren zum jüngsten (und einem der letzten) Ritter in der Geschichte des Ordens machte.174x174pxFeld B152x152pxErnst von Below (1863–1955) General der Infanterie des Heeres der Wehrmacht, Infanterist und Marineinfanterist, in Friedenszeiten zuletzt Kommandeur der Schutztruppe im Reichskolonialamt, im Ersten Weltkrieg zuletzt Kommandeur der 200. Division, die er im Oktober 1917 in der Isonzo-Offensive in Norditalien und anschließend bis Kriegsende an der Westfront führte; Ritter des Ordens „Pour le Mérite“ (1917) mit Eichenlaub (1918)
Im August 1919 als preußischer Generalleutnant verabschiedet, erhielt er den Charakter als General der Infanterie am 27. August 1939 („Tannenbergtag“), hatte im Zweiten Weltkrieg aber kein Kommando.228x228pxFeld E mit Kissenstein restituiert (2001)140x140pxFerdinand von Below (1812–1870) Generalmajor, in Friedenszeiten zuletzt Kommandeur der 36. Infanterie-Brigade in Rendsburg, die er im Deutsch-Französischen Krieg auch in den Schlachten von Colombey, Gravelotte und Noiseville befehligte, Ritter des Ordens „Pour le Mérite“ (1866), Sohn des Generalleutnants Theodor von Below, Bruder der Generalleutnante Anton und Karl von Below, Vater von Ernst, Fritz und Nikolaus von Below
Den „Pour le Mérite“ erhielt er für seine Leistungen in der Schlacht bei Nachod im Deutschen Krieg, wo er als Kommandeur der Vorhut seine Stellung bis zum Eintreffen von Verstärkungen halten konnte. Er starb während der Belagerung von Metz an einer Dysenterie.Feld E mit Kissenstein restituiert (2001)140x140pxFritz von Below (1853–1918) General der Infanterie, in Friedenszeiten zuletzt Kommandierender General des XXI. Armee-Korps in Saarbrücken, im Ersten Weltkrieg zuletzt als Kommandeur der 1. Armee von Juli 1916 bis Juni 1918 hauptsächlich bei Abwehrkämpfen an der Westfront eingesetzt; Ritter des Ordens „Pour le Mérite“ (1915) mit Eichenlaub (1916)
Den „Pour le Mérite“ erhielt er im März 1915 während der Teilnahme des XXI. Armee-Korps an der Winterschlacht in Masuren, das Eichenlaub dazu im August 1916 für die Verteidigung einer schwer bedrängten Linie nördlich der Somme durch die 1. Armee. Im Juni 1918 betraute man Below mit der Führung der 9. Armee, er war aber bereits zu schwer erkrankt, um das Kommando tatsächlich anzutreten. Er starb kurz nach Kriegsende an einer Lungenentzündung.194x194pxFeld E mit Kissenstein restituiert (2001)140x140pxNikolaus von Below (1855–1915) Generalmajor, in Friedenszeiten zuletzt Kommandeur der 5. Garde-Infanterie-Brigade in Spandau, die er bis zwei Monate vor seinem krankheitsbedingten Tod auch im Ersten Weltkrieg an der West- und an der Ostfront befehligte.190x190pxFeld E173x173pxBernhard von Bergemann (1838–1922) Generalleutnant, im aktiven Dienst zuletzt bis 1895 Kommandeur der 68. Infanterie-Brigade in Metz, anschließend bis zu seinem Tod Kommandant des Invalidenhausesmit Kissenstein restituiert (2017)Rudolf Berthold (1891–1920) Hauptmann, Jagdflieger im Ersten Weltkrieg, zuletzt bis August 1918 Kommandeur des Jagdgeschwaders 2, Freikorpsführer, Ritter des Ordens „Pour le Mérite“ (1916)
Er errang zwischen 1916 und 1918 insgesamt 44 Luftsiege, wurde aber auch selbst in diesem Zeitraum mehrfach abgeschossen und erlitt dabei schwere Verletzungen, die letztlich das Ende seiner Fliegerkarriere bedeuteten. Im April 1919 gründete er ein Freikorps, das er unter anderem im Lettischen Unabhängigkeitskrieg führte. Im März 1920 unterstützte Berthold den Kapp-Putsch und wollte sein Freikorps in Harburg-Wilhelmsburg zur Befreiung von Offizieren einsetzen, die durch ihre republiktreuen Mannschaften festgesetzt worden waren, kam bei den bürgerkriegsähnlichen Zuständen, die sich daraus ergaben, aber selbst ums Leben („Harburger Blutmontag“). Die oftmals verzerrte Darstellung dieser Abläufe, in denen Berthold als Märtyrer präsentiert wird, wurde nicht zuletzt beflügelt durch den Roman Die Geächteten (1930) von Ernst von Salomon, selbst Mitglied in Bertholds Freikorps.179x179pxFeld C mit Kissenstein restituiert (2003)140x140pxHans von Beseler (1850–1921) Generaloberst, Pionier, Oberquartiermeister im Großen Generalstab, in Friedenszeiten zuletzt von 1904 bis 1911 Generalinspekteur der Festungen, im Ersten Weltkrieg reaktiviert und Kommandierender General des III. Reservekorps, Oberbefehlshaber mehrerer nach ihm benannter Armeegruppen sowie von 1915 bis Kriegsende Generalgouverneur des Generalgouvernements Polen, Politiker (Freikonservative), Mitglied des Preußischen Herrenhauses, Ehrenbürger seiner Heimatstadt Greifswald, Ritter des Ordens „Pour le Mérite“ (1914) mit Eichenlaub (1915), Sohn des Juristen Georg Beseler, Bruder des preußischen Justizministers Max von Beseler