Willisau & Berlin ist ein Musikalbum der Formation Squakk. Die im November 2012 und im September 2013 zum Teil live in Willisau und im Studio P4 in Berlin entstandenen Aufnahmen erschienen am 1. April 2014 auf Intakt Records.

Hintergrund Ende der 2000er-Jahre gründete Schlagzeuger Michael Griener mit dem Bassisten Jan Roder und dem Posaunisten Christof Thewes das Trio Squakk; das gleichnamige Album erschien 2009 auf Jazzwerkstatt Records. Für das zweite Album Willisau & Berlin wurde die Gruppe mit den Holzbläser Rudi Mahall zum Quartett erweitert. Aufgenommen wurde das Album größtenteils am 27. November 2012 im Studio P4, Berlin. „Nova Swing“, „Draw“ und „Schlimmer geht nimmer/Schlimmer geht immer“ wurden beim Jazz Festival Willisau am 1. September 2013 für SRF 2 Kultur aufgenommen.

Titelliste Griener, Mahall, Roder, Thewes: Squakk – Willisau & Berlin (Intakt Records – Intakt CD 231) Nova Swing (Thewes) 20:39 Blue Chili Out (Thewes) 3:07 Draw (Griener) 4:12 A Dune, Perhaps (Thewes, Roder, Griener, Mahall) 4:12 Mostly Harmless (Griener) 3:29 Was aus (Roder) 2:14 Schlimmer geht nimmer / Schlimmer geht immer (Thewes) 8:31 Trinklied (Griener) 3:36 Lark’s Wail (Thewes, Roder, Griener, Mahall) 7:23 Auf der Schnerr (Thewes) 4:50

Rezeption mini|Christof Thewes (2019) Sozialisiert vom Neobop und reiferen Formen des Free Jazz, seien die vier Musiker inzwischen „im reifen Mannesalter“ und würden eine Grenzen überschreitende Spielart des Freebop pflegen, die mit frei pulsierend offenen Formen und boppenden Elementen jongliere, meint Thomas Fitterling in Rondo. Zwei der zehn Titel der CD seien freie Improvisationen, während die anderen thematischen Vorlagen von abstrakter Kantigkeit à la Thelonious Monk folgten. Griener fasziniere mit ungeheurer Musikalität, Flexibilität und stets gruppendienlicher Klangsinnlichkeit. Rudi Mahall auf der Bassklarinette habe sein Vorbild Eric Dolphy längst hinter sich gelassen; er würde nur so vor Ideen sprudeln – und finde in Christof Thewes seinen Gegenpol auf der Posaune. Immer wieder würden sich ihre Linien kontrapunktisch umspielen und durchdringen, wobei Thewes einen eher rustikalen Ton pflege, der näher bei Roswell Rudd als bei Nils Wogram liege. Bassist Jan Roder wiederum würde behände agierend zwischen den beiden vermitteln, so dass das dichte Geflecht den Hörer mitunter fast zu ermatten drohe.

Laut dem Autor Peter Margasak (der die Liner Notes schrieb) spielt Squakk „einen wunderbar lockeren, improvisationslastigen Free-Bop, der großzügig aus der Jazzgeschichte schöpft“. Und er bemerkt weiter: „Das Auffälligste und Befriedigendste an dem Album ist das bemerkenswerte Maß an Interaktion zwischen den Musikern. Die Melodien sind zwar eingängig, aber spärlich und dienen vor allem dazu, inspirierte Improvisationen zu fördern.“

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Einzelnachweise

Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album 2014 Kategorie:Michael Griener Kategorie:Rudi Mahall Kategorie:Jan Roder