mini|hochkant|Ralf Petersen Ralf Petersen (* 2. April 1938 in Rumburg, Tschechoslowakei; † 7. Juni 2018 in Berlin; richtiger Name Horst Fliegel) war ein deutscher Komponist, Arrangeur, Produzent und Autor.
Leben Ralf Petersen war ein Schlagerkomponist. Nach einem Hochschulstudium in Ost-Berlin, das er 1961 in den Fächern Dirigieren und Komposition mit dem Staatsexamen abschloss, ging er als Musikredakteur und Produzent zum Rundfunk der DDR.
Sein erster Schlager entstand 1960. Seitdem produzierte er über 700 Titel, von denen viele erfolgreich wurden. Ein Beispiel ist die 1968 produzierte Bostella Blau ist die Nacht, von der weit über 20 verschiedene Aufnahmen existieren. Gleiches gilt für Weil du heut Geburtstag hast, ein Lied mit Robby Lind, das als Geburtstagslied populär wurde.
Ralf Petersen hat zahlreichen Interpreten zu einem wirkungsvollen Start verholfen. Mit seinen Liedern belegten Christian Schafrik (Immer wieder ein roter Mund), Andreas Holm (Das ist der Bikini-Shake), Michael Hansen (Spiel nicht mit dem Glück), Frank Schöbel (Eine kleine Burg im weißen Sand), Roland Neudert (Ich möcht’ wieder zu Hause sein), Ruth Brandin (Das alles lieb ich so an dir), Brigitte Ahrens (Da ging für mich die Sonne auf), Klaus Sommer (Dankeschön für die Stunden mit dir) und Monika Herz (Komm, Kolumbus, komm) vordere Plätze in den Hitparaden.
Eine große Zahl von Liedern schrieb er für ausländische Interpreten. Hier sind vor allem die kroatischen Künstler Ljupka Dimitrovska (Wenn Musik erklingt), Ivica Šerfezi (Du hast mein Wort), Dani Marsan (Aber weine keine Träne) und Miro Ungar (Komm mit mir) zu nennen.
Ralf Petersen wurde auf vielen Schlagerwettbewerben ausgezeichnet. Der 1968 von Michael Hansen gesungene Titel Regen in der Nacht wurde im gleichen Jahr von Udo Jürgens produziert.
Er komponierte über 150 Instrumentaltitel, die teilweise auch in Nordamerika erfolgreich platziert werden konnten.
Ralf Petersen schrieb auch Kindermusik. So entstand als Ergänzungsliteratur zum Klavierunterricht der Zyklus Die Spieldose. Er besteht aus 20 Einzelstücken, die die musikalische Fantasie anregen sollen und eine Verbindung zwischen Klassik und Popmusik darstellen.
Unter seinem bürgerlichen Namen Horst Fliegel war er musikjournalistisch tätig, so für den Luisenstädtischen Bildungsverein und den Chorverband Berlin, dessen Vizepräsident er von 1999 bis 2013 war.
Im Jahre 2007 veröffentlichte er ein Buch mit Erinnerungen unter dem Titel Komponist und Rundfunkmann.
Petersen starb im Juni 2018 im Alter von 80 Jahren und wurde am 20. Juni 2018 auf dem Französischen Friedhof 1 in der Berliner Chausseestraße 127 beigesetzt.Private Traueranzeige in der Berliner Zeitung vom 16./17. Juni 2018, S. 22
Werke Kompositionen Serenata, 1962 Das alles lieb ich so an dir, 1962 Erst kam ein verliebter Blick, 1964 Immer wieder ein roter Mund, 1964 Ich möcht wieder zu Hause sein, 1965 Das ist der Bikini-Shake, 1965 Zwei Küsse beim Nachhausegehn, 1965 Weil du heut Geburtstag hast, 1966 Spiel nicht mit dem Glück, 1966 Sag ja, 1966 Warum sind die Wälder so grün, 1966 Damit es keine Tränen gibt, 1967 Blau ist die Nacht, 1968 Regen in der Nacht, 1968 Fahr mit mir in das Glück hinein, 1968 Tanz an einem Frühlingsabend, 1969 Dankeschön für die Stunden mit dir, 1970 Mal mir einen Regenbogen, 1970 Wunderschön, dich wiederzusehn, 1970 Halte dein Wort, 1973 Alle sind Geburtstagskinder, 1974 Wenn Musik erklingt, 1974 Komm, Kolumbus, komm, 1974 Kunigunde, 1975 Aber weine keine Träne, 1976 Die Spieldose (Klavierstücke für Kinder), 1977 Rot wie ein Rubin, 1984 Hochzeitstag, 1986 Zimmer mit Frühstück am Bett, 1986 Rosen aus Sarajevo, 1987 Du hast mein Wort, 1987 Zehn Minuten Großstadt-Show, 1987 Wir lagen am Feuer, 1989 Exotic Moon, 1990 60 Instrumentals, 1993–2002
Musikproduktionen 878 Aufnahmen des DDR-Rundfunks, heute im Deutschen Rundfunkarchiv Potsdam-Babelsberg Davon über 100 Amiga-Platten und 25 CDs, LPs und Singles von Firmen in Deutschland, Österreich, Belgien, Norwegen, Südafrika, Kroatien und anderen Ländern. 3 CDs „ROMANTIC WORLD“, „LORD PEPPERCORN“ und „SUNDAY SERENADE“ mit insges. 60 Instrumentals, Eigenverlag „piazza“, 2001/2002 Doppel-CD „BLAU IST DIE NACHT“ mit 40 Amiga-Hits als Promotion-Edition, 2001 CD „WENN MUSIK ERKLINGT“ mit 25 Erfolgstiteln der Jahre 1965–1990 als Promotion-Edition, 2004 CD „DIE SPIELDOSE“, 20 Klavierstücke für Kinder (Soundtracks und Noten), Promotion-Edition, 2004 CD „DANKESCHÖN FÜR DIE STUNDEN MIT DIR“ mit 20 Kompositionen für Klaus Sommer als Promotion-Edition, 2005
Publikationen 20 Sendungen „Lexikon der Tanzmusik“, Berliner Rundfunk, 1969–71 „Musik im Massenmedium Rundfunk“, Musik & Gesellschaft, Berlin, 1983 „Schulchöre im alten Berlin“, Berlinische Monatsschrift, Berlin, 1994 „Königliches Flötenkonzert“, ebenda, Berlin, 1995 „Musikalische Schatzsuche“, ebenda, Berlin, 1995 ebenda „…von seiner capacitaet urtheilen wird“ (300 Jahre Akademie der Künste), ebenda, Berlin, 1995 „Ein Königlich Preußischer Kammermusikus“, ebenda, Berlin, 1995 „Leben wie im Sommernachtstraum“, ebenda, Berlin, 1995 „75 Jahre Musik im Rundfunk“, ebenda, Berlin, 1995 „Singende, klingende Stadt“, Lied & Chor, Köln, 1996 „Caruso singt in der Oper“, Berlinische Monatsschrift, Berlin, 1996 „Musikfest des Berliner Sängerbundes“, ebenda, Berlin, 1996 „Carl Friedrich Zelter“, ebenda, Berlin, 1997 „75 Jahre Berliner Mozart-Chor“, Berliner Chorspiegel, Berlin, 1997 „Singende, klingende Stadt ’98“, Lied & Chor, Köln, 1997 „Zur Kinder- und Jugendchorarbeit im Berliner Sängerbund“, Berliner Chorspiegel, Berlin, 1997 „Ferruccio Busoni – ein Italiener in Berlin“, Berlinische Monatsschrift, Berlin, 1999 „Der Berliner Sängerbund wird Hundert“, Lied & Chor, Köln, Dezember 2000 „Clara Wieck“, Berlinische Monatsschrift, Berlin, Februar 2000 „Uraufführung der Oper Wozzeck“, ebenda, Berlin, Juni 2000 „Der Kurfürst spielte Gambe“, ebenda, Berlin, Juli 2001 Beschreibung von 32 Spielstätten im Festbuch zum 20. Chorfest des Deutschen Sängerbundes Juni 2003 „Der Jugend eng verbunden – Kurt Schwaen wird 95“, Lied & Chor, Köln, Juni 2004 „Komponist und Rundfunkmann“, ISBN 978-3-00-022805-6, Eigenverlag piazza, Berlin, Dezember 2007
Auszeichnungen 1964: Ernst-Zinna-Preis der Stadt Berlin 1970: Kunstpreis der DDR 1970 2013: Ehrenmitglied des Chorverbandes Berlin 2013: Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland 2015: Geschwister-Mendelssohn-Medaille des Chorverbandes Berlin
Literatur
Weblinks
Homepage von Ralf Petersen
Einzelnachweise
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