mini|Albine Pecha Albine (auch Albertine) Pecha (* 4. Mai 1877 in Budweis; † 30. Oktober 1898 in Wien) war eine österreichische Krankenpflegerin, die sich 1898 bei der Pflege eines an der Wiener Laboratoriumspest erkrankten Patienten mit Lungenpest infizierte und gemeinsam mit Hermann Franz Müller als letztes Pestopfer Österreichs gilt.
Leben Pecha wurde als Tochter von Johann und Maria Pecha in Budweis geboren und kam 1896 nach Wien, wo sie zunächst im Hôtel du Nord in der Leopoldstadt als Stubenmädchen arbeitete. Nach einer weiteren Station in Karlsbad und einem in Aussicht gestellten Engagement als Gesellschafterin und Pflegerin eines irischen Auftraggebers in Belfast kehrte sie 1898 nach Wien zurück, um eine Ausbildung in der Krankenpflege anzutreten. Nachdem sie im Rudolfinerhaus noch nicht aufgenommen worden war, trat sie im Spätsommer 1898 als Aushilfswärterin im Allgemeinen Krankenhaus ein.
Nachdem im Herbst 1896 die Pest in Indien ausgebrochen war, unternahm die Kaiserliche Akademie der Wissenschaften im Jahr 1897 eine Expedition nach Bombay zu deren Erforschung. Die Forschungen wurden nach der Rückkehr der Expeditionsteilnehmer in Wien fortgesetzt. Dabei wurde im Oktober 1898 der Laboratoriumsdiener Franz Barisch infiziert, und Pecha wurde zu seiner Pflege herangezogen. Zwei Tage nach Barischs Tod erkrankte auch Pecha; sie wurde zusammen mit der Pflegerin Johanna Hochegger und dem Internisten und Epidemiologen Hermann Franz Müller, die ebenfalls Symptome zeigten, in eine Isolierabteilung des damaligen Kaiser-Franz-Josef-Spitals gebracht. Trotz Behandlungsversuchen, darunter eines aus dem Pasteur-Institut in Paris beschafften Pestserums, starb Pecha am 30. Oktober 1898 an den Folgen der Lungenpest, während Hochegger überlebte. Müller war bereits am 23. Oktober verstorben.
Pecha wurde am Wiener Zentralfriedhof in Gruppe 37, Reihe 4, Nummer 121 neben Hermann Franz Müller bestattet; ihr Grab wurde am 9. November 1898 ehrenhalber auf Friedhofsdauer gewidmet. Sammlungsobjekte des Wien Museums, des Josephinums und des Projekts 650 plus dokumentieren Bildnisse Pechas und ihre Verbindung zu Hermann Franz Müller. (Abbildungen auf S. 5)
Die Wiener Reaktion auf die sogenannten Laboratoriumspestfälle umfasste die Einstellung der Forschungen, scharfe Isolations- und Desinfektionsmaßnahmen sowie die Einrichtung eines permanenten Pestkomitees.
Einzelnachweise
Kategorie:Person (Österreich-Ungarn) Kategorie:Person (Wien) Kategorie:Geboren 1877 Kategorie:Gestorben 1898 Kategorie:Frau