Christian Adam (* 30. Juni 1833 in Windischeschenbach in der Oberpfalz; † 12. September 1887 in München, Königreich Bayern) war ein deutscher Klassischer Philologe und Gymnasiallehrer.
Leben Herkunft und Ausbildung Adam stammte aus einfachen Verhältnissen und wurde in Windischeschenbach als Sohn eines Kaufmanns geboren; im Alter von vier Jahren verlor er seine Mutter. Seine humanistische Ausbildung erhielt er unter der Leitung der Benediktiner im Klosters Metten. Sein Vater hatte ihn ursprünglich für den geistlichen Beruf vorgesehen, und Adam selbst verfolgte diesen Weg lange Zeit.
Künstlerische Berufung und Rückkehr zur Philologie AmbSt.-Michaels-Gymnasium Metten fanden die darstellenden Künste unter kunstsinnigen Lehrern eine eigene Förderung. Matthias Schraudolph, Frater des Klosters Metten, weckte Adams Begeisterung für die Malerei und unterrichtete ihn im Malen.
Nach bestandenem Gymnasialabschluss pilgerte Adam mit nur dreißig Gulden, die er sich durch Privatunterricht verdient hatte, zu Fuß nach Rom. Dort sollte er die Meisterwerke seiner Kunst studieren und sich als Maler ausbilden lassen. Doch der junge Künstler stieß auf ungeahnte Schwierigkeiten und sah sich gezwungen, den Heimweg über die verschneiten Alpen zu Fuß anzutreten.
Nach dieser Erfahrung wandte er sich rasch der Klassischen Philologie zu. 1857, nach erfolgreich bestandenem Examen, fand er 1859 eine Anstellung als Studienlehrer unter anderem für Stenografie am Königlichen Lyzeum (heute Philosophisch-theologische Hochschule) in Regensburg, bevor er 1866 als Studienlehrer an das Maximiliansgymnasium nach München versetzt wurde; 1872 wurde er dort zum Gymnasialprofessor ernannt.
Reisen und wissenschaftliche Arbeiten Um sein Wissen für den Unterricht zu erweitern, unternahm Adam 1860 und 1866 ausgedehnte Reisen. Er bereiste Spanien, England und Schottland, Ägypten und Palästina, Kleinasien und Griechenland. Italien durchquerte er mehrmals in allen Richtungen.
Dadurch war er kein einseitiger Philologe im Sinne der modernen kritischen Richtung, war aber auch auf wissenschaftlichem Gebiet nicht untätig. Anerkennung in weiten Kreisen fand 1869 sein Programm Das Plastische im Homer.
Rektorate Adam wurde 1873 als Rektor an die Studienanstalt (siehe Hans-Carossa-Gymnasium) nach Landshut berufen.
Da es in der Stadt kaum Kunstwerke gibt, ließ er die Aula und die Gänge der Schule mit Kopien berühmter antiker und moderner Werke dekorieren. So wollte er den Horizont der Schüler erweitern. Durch mündliche Belehrung und schriftliche Aufgaben leitete er die Schüler zur genauen Besichtigung und zum Verständnis dieser Werke an.
Für eine zeitgemäße und vielseitige Bildung legte er großen Wert auf ein breites Angebot an Wahlfächern, achtete aber darauf, die Schüler nicht zu überfordern; so überarbeitete er das Curriculum und begann mit einer Schulreform. Schon in der Lateinschule wurden Naturwissenschaften unterrichtet. Ab der dritten Klasse kam Zeichenunterricht hinzu, später folgten Stenografie sowie Italienisch und Englisch. Auch der Pflichtunterricht war klar strukturiert: Deutsch wurde von Beginn an systematisch unterrichtet. In Latein und Griechisch beschränkte man sich auf die wichtigsten Regeln, um das Gedächtnis nicht mit seltenen Ausnahmen zu belasten.
So leitete er acht Jahre die Studienanstalt Landshut, bis er, nach dem Tode des Münchner Rektors Wolfgang Bauer, als dessen Nachfolger an das Wilhelmsgymnasium berufen wurde. In Landshut folgte ihm Augustin Hundshammer (1836–1898) als Rektor.
Während seines Wirkens als Rektor in München war er dort in der Thierschstraße 18 wohnhaft.
Im Oktober 1886 wurde Adam in den obersten Schulrat berufen. Zu Beginn des Sommersemesters 1887 musste er krankheitsbedingt pausieren. Er erholte sich nicht mehr und verstarb nach langer schwerer Krankheit an einem Nierenleiden. Nach seinem Tod folgte ihm Bernhard von Arnold (1838–1922) als Rektor in München.
Ehrungen und Auszeichnungen Christian Adam erhielt 1880 den Michaelsorden Ritter I. Klasse und 1881 das Ritterkreuz des Verdienstordens der Bayerischen Krone.
Schriften (Auswahl) Das Plastische im Homer. München, 1869 (Digitalisat).
Literatur Christian Adam. In: Deutschland. In: Straubinger Tagblatt vom 15. September 1887, S. 1 (Digitalisat). Christian Adam. In: Lokales. In: Münchner Neueste Nachrichten vom 15. September 1887, S. 2 (Digitalisat) Christian Adam. In: Jahres-Bericht des k. Wilhelms-Gymnasiums zu München für das Studienjahr 1887/88. München 1888, S. 44–45 (Digitalisat). C. Hammer: Christian Adam. In: Iwan Müller (Hrsg.): Biographisches Jahrbuch für Alterthumskunde, 10. Jahrgang, 1887. Berlin 1889, S. 101–104 (Digitalisat). Adam, Christian. In: Deutsche Biographische Enzyklopädie. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Herausgegeben von Rudolf Vierhaus. München 2005, ISBN 978-3-598-25030-9, S. 37 (Digitalisat).
Einzelnachweise
Kategorie:Altphilologe (19. Jahrhundert) Kategorie:Schulleiter (München) Kategorie:Gymnasiallehrer (Deutschland) Kategorie:Ritter I. Klasse des Verdienstordens vom Heiligen Michael Kategorie:Träger des Verdienstordens der Bayerischen Krone (Ritter) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1833 Kategorie:Gestorben 1887 Kategorie:Mann