Rudolf (genannt: Rudi) Linz (* 14. Februar 1917 in Ilmenau; † 9. Februar 1945 bei Naustdal (Norwegen)) war ein deutscher Luftwaffenpilot während des Zweiten Weltkriegs. Die meiste Zeit gehörte er dem Jagdgeschwader 5 an, dem sog. Eismeergeschwader, welches an der arktischen Front eingesetzt war. Er fiel wenige Tage vor seinem 28. Geburtstag im Luftkampf bei der Luftschlacht über dem Førdefjord und wurde posthum mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet.
Militärischer Werdegang Linz wurde am 10. März 1942 im Rang eines Unteroffiziers der 8. Staffel des Jagdgeschwaders 5 zugeteilt. Einer seiner ersten größeren Einsätze war die kombinierte Luftoperation gegen die Konvois PQ 16 und QP 12 vom 25. bis 30. Mai desselben Jahres. Am 30. Mai gelang ihm sein erster Luftsieg. Wenig später wurde ihm das Eiserne Kreuz I. Klasse verliehen. Im Jahr 1943 wurde er vorübergehend als Fluglehrer zur Ergänzungs-Jagdgruppe West in Cazaux (Frankreich) versetzt, ehe er wieder zum Eismeergeschwader zurückkehrte. In der folgenden Zeit erreichte er weitere Luftsiege in zahlreichen Einsätzen gegen sowjetische Einheiten. Im November 1944, nach einem Lehrgang an der sog. Verbandsführerschule, wurde Linz zum Kapitän der 12. Staffel seines Geschwaders ernannt. Die auf dem Fliegerhorst Herdla bei Bergen stationierte Staffel wurde in dieser Zeit von Messerschmitt Bf 109 auf Focke-Wulf Fw 190 umgerüstet. Am 1. Januar 1945 bekam Linz das Deutsche Kreuz in Gold verliehen. mini|Die an seinem Todestag geflogene Fw 190 „Blaue 4“, Military Aviation Museum, Virginia Beach 2018 Am 9. Februar 1945 führte Linz, nun im Rang eines Leutnants, eine Formation von insgesamt 12 Maschinen seines Geschwaders gegen eine aus mehr als 40 Flugzeugen bestehende alliierte Streitmacht, die die Vernichtung des deutschen Zerstörers Z 33 zum Ziel hatte, der schwer beschädigt im Førdefjord lag. Bei der sich entwickelnden Luftschlacht gelangen Linz nochmals Luftsiege, ehe er selbst abgeschossen und beim Aufprall tödlich verwundet wurde. Es ließ sich im Nachhinein nicht mit letzter Sicherheit klären, ob Linz von einem Beaufighter-Jagdbomber oder einem ihrer Mustang-Begleitjäger abgeschossen wurde.
Luftsiege Häufig ist die Angabe zu finden, Linz habe 70 Luftsiege verbucht. Sorgfältige Analysen zeigten aber, dass Linz vermutlich „lediglich“ 60 Luftsiege erzielte. Dies entsprach offenbar auch recht genau seiner eigenen Einschätzung, denn ein Anfang Februar 1945 entstandenes Foto von ihm vor dem Seitenleitwerk seiner Fw190 zeigt deutlich 55 Abschussmarkierungen.
Sonstiges Linz’ zuletzt geflogenes Flugzeug, die „Blaue 4“, wurde später geborgen und nach den USA überführt, um dort flugfähig aufbereitet zu werden.
Auszeichnungen Eisernes Kreuz 2. und 1. Klasse Deutsches Kreuz in Gold am 1. Januar 1945 Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes posthum am 12. März 1945
Weblinks
Einzelnachweise
Literatur
Kategorie:Jagdpilot im Zweiten Weltkrieg (Luftwaffe der Wehrmacht) Kategorie:Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes Kategorie:Träger des Deutschen Kreuzes in Gold Kategorie:Leutnant (Luftwaffe der Wehrmacht) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1917 Kategorie:Gestorben 1945 Kategorie:Mann