Matthias Krings (* 23. August 1967 in München) ist ein deutscher Molekularbiologe und als enger Mitarbeiter des Nobelpreisträgers Svante Pääbo in den Anfängen der Neandertaler-Forschung zu sehen. Er ist Erstautor der Studie, die die Grundlage für eine fundamentale Erkenntnis über die menschliche Evolution bildete („Die erste Neandertaler-DNA“) und letztlich – neben anderen Forschungsergebnissen – zum Nobelpreis für Medizin führte.
Krings ist Gründungspartner der auf Forschung und Entwicklung spezialisierten Unternehmensberatung Catenion.
Wissenschaftliche Leistung Matthias Krings, 1997 noch Mitarbeiter in Svante Pääbos Arbeitsgruppe an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), isolierte erfolgreich mitochondriale DNA (mtDNA) aus den Knochen des 1856 im Neandertal gefundenen Urtypus. Die 1997 in Cell veröffentlichte Studie („Neandertal DNA Sequences and the Origin of Modern Humans“) zeigte, dass sich die mtDNA des Neandertalers von der des modernen Menschen unterscheidet und außerhalb der Variationsbreite des modernen Menschen liegt. Dies lieferte starke Hinweise darauf, dass Neandertaler keine direkten Vorfahren des modernen Menschen sind, sondern eine eigene Linie darstellen. Diese Publikation wird in der Presseerklärung des Nobelpreis Komitees als 1. „Key publication“ zitiert.
Die Isolierung von DNA aus so altem Material (ca. 40.000 Jahre) galt damals als fast unmöglich und stellt Wissenschaftliche Pionierarbeit dar. Die Arbeit von Krings und Pääbo war ein entscheidender Schritt für die moderne Analyse alter DNA. Während Krings maßgeblich an dieser frühen, entscheidenden Studie beteiligt war, setzte Svante Pääbo seine Arbeit fort, gründete das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und entschlüsselte später das gesamte Neandertaler-Genom, wofür er 2022 den Nobelpreis für Medizin erhielt.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Weblinks Matthias Krings Veröffentlichungen bei PubMed, abgerufen am 23. März 2026. Bild der Wissenschaft: Provokation aus dem Labor (1998), abgerufen am 23. März 2026. Universität Tübingen: Knochen, die wertvoller sind als Mondgestein (2003), abgerufen am 23. März 2026. Spiegel: Forscher wollen das Neandertaler-Rätsel entschlüsseln (2006), abgerufen am 23. März 2026. Süddeutsche Zeitung: Gene aus der Steinzeit (2010), abgerufen am 23. März 2026. Der Standard: Der Entschlüssler der Neandertaler (2014), abgerufen am 23. März 2026. Penguin: Svante Pääbo - Die Neandertaler und wir (2024), abgerufen am 23. März 2026. Matthias Krings auf Catenion.com, abgerufen am 23. März 2026.
Siehe auch Genfluss archaischer Menschen zu Homo sapiens Stammesgeschichte des Menschen
Einzelnachweise
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