mini|Pfarrkirche Staffhorst Die Dorfkirche Staffhorst ist die evangelisch-lutherische Pfarrkirche von Staffhorst, einer Gemeinde in der Samtgemeinde Siedenburg im Landkreis Diepholz in Niedersachsen. Seit 2004 ist sie pfarramtlich mit der Kirchengemeinde Borstel-Pennigsehl im Kirchenkreis Nienburg im Sprengel Hannover der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers verbunden. Seit 2021 ist die Gemeinde Teil des „Kirchengemeindeverbands links der Weser“.
Geschichte 1069 übertrug Gisla, Kanonissin im Stift Bassum, Erzbischof Adalbert von Hamburg-Bremen Landbesitz in loco qui dicitur Staphorst. Die dem Archidiakonat Lohe (Marklohe) im Bistum Minden zugehörige ecclesia Staphorst (Kirche Staffhorst) ist seit dem mittleren 13. Jahrhundert und erneut 1370 belegt. Als erster lutherischer Prediger in der Staffhorster Kirche gilt Pastor Ascanius Wulff (gen. „Lupus“, amt. 1540–1580). Aus seiner Zeit stammt die Glocke aus dem Jahr 1544.
Anstelle der im Dreißigjährigen Krieg zerstörten mittelalterlichen Kirche ließ die Gemeinde 1655 vermutlich in Fachwerkbauweise ein neues Kirchenschiff errichten, der Bau des Kirchturms folgte 1689.
In die lange Amtszeit von Pastor Johann Daniel Meine (amt. 1750–1791) schließlich fiel der Neubau des inzwischen als inadäquat angesehenen Kirchenschiffs, das 1776 als baufällig beschrieben wird. Anfang April 1777 war die alte Kirche abgerissen, die Einweihung wurde am 20. September 1778 vollzogen.
1966 bis 1967 fand eine Sanierung des Gebäudes statt. Der Westturm von 1689 wurde aus statischen Gründen Anfang der 1990er Jahre niedergelegt und neu aufgemauert.
Architektur In ihrer heutigen Form ist die Staffhoster Kirche eine in unverputztem Backstein ausgeführte Saalkirche mit fünf rundbogig bekrönten Fensterachsen und vorgesetztem Turmbau mit achtseitiger Helmpyramide. Der von einer Voutendecke abgeschlossene Kirchenraum besitzt eine allseitig umlaufende Emporenanlage.
Wichtigstes bauzeitliches Ausstattungsstück der Kirche ist ihr von zwei Pilastern begrenzter und von einem geschwungenen Giebel mit Gottesauge im Strahlenkranz bekrönter Kanzelaltar. Als Altarbild diente ursprünglich das Gemälde „Christus beim Abendmahl“ (bezeichnet „Fr. Hans Koken cop.“). Daneben besteht ein achtseitiger, kelchförmiger Taufstein von 1876.
Orgel 1856 erhielt die Staffhorster Kirche erstmals eine Orgel. 1897 erfolgte unter Verwendung des originalen Prospekts ein Neubau des Orgelwerks mit elf Registern, verteilt auf zwei Manuale und Pedal durch den Orgelbauer Friedrich Becker (Hannover), 1969/70 ein weiterer Neubau des Orgelwerks, diesmal mit acht Registern, durch Hans Wolf (Verden).
Glocken Neben einer modernen Gussstahlglocke des Bochumer Vereins von 1949 besitzt die Kirche eine historische Bronzeglocke des Matthias von Nürnberg von 1544 mit der Inschrift: „Anno · dom(i)ni · m · vc · xliiii · iar · got · mick · mattis · van · noren · barch · dat · is · var“
Weblinks
Website der Kirchengemeinde kirchengemeindelexikon.de Angaben zu den Glocken auf der Website createsoundscape.de
Literatur Werner Janssen: Die Kirche zu Staffhorst. Festschrift anläßlich des 200. Jubiläums des Kirchenschiffes. Nienburg 1977.
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