alternativtext=Der Heilige Georg sitzt auf seinem Pferd und kämpft mit seiner Lanze gegen einen Drachen.|mini|Hl. Georg, Mittelrhein, um 1420, Museum Schnütgen, Inv. A 1000 Der Heilige Georg ist eine Holzskulptur, die sich heute im Museum Schnütgen in Köln befindet. Sie wurde um 1420 am Mittelrhein angefertigt. Der Künstler ist unbekannt.

Beschreibung Die Skulptur des Heiligen Georgs ist aus Eichenholz gefertigt und hat die Maße 79 × 67 × 38 cm. Der Heilige sitzt auf einem Pferd und stößt mit beiden Händen eine Lanze hinab auf den Drachen. Das Maul des Untiers ist zwar weit in die Richtung des Ritters aufgerissen, doch wirkt der Körper des Tieres recht entspannt. Einzig sein Schwanz umwickelt das linke Hinterbein des Pferdes, das, in Anbetracht der Situation erstaunlich ruhig, nur seinen Kopf vom Dachen abwendet. Die Szene mutet eher spielerisch als ungestüm oder gar bedrohlich an. Die Bodenplatte, auf der Pferd und Drache stehen, und auch die Lanze, die der Heilige heute im Kampf gegen den Drachen führt, sind ergänzt. Die Farbfassung wurde abgelaugt, so dass die Figur heute holzsichtig ist.

Darstellung Als Vorbild für den Typus sieht Hermann Schnitzler am ehesten das Bronzedenkmal des Hl. Georgs von 1373, dass sich heute auf dem dritten Burghof der Prager Burg befindet. Weiter verweist Schnitzler auf eine unmittelbare Verwandtschaft zur Georgsgruppe aus dem Diözesanmuseum in Limburg an der Lahn.

Herkunft Das Museum Schnütgen erwarb die Skulptur 1963 aus der Sammlung Hermann Joseph Lückger und führt sie unter der Inventarnummer A 1000. Woher die Skulptur ursprünglich stammt, ist nicht eindeutig zu bestimmen: Es ist jedoch möglich, dass sie aus Kestert bei Boppard kommt. Eine andere Möglichkeit ist, dass aus der katholischen Pfarreikirche in Engers, Kreis Neuwied stammt, ursprünglich zu der Ausstattung der Michaelskapelle des Schlosses gehörte und im Zuge der Umgestaltung 1863 in die Pfarrkirche gelangte.

Literatur Hermann Schnitzler: Ein mittelrheinischer Georg zu Pferd. In: Wallraf-Richartz-Jahrbuch 11, 1939, S. 269–271. Heinrich Neu, Hans Weigert: Die Kunstdenkmäler des Kreises Neuwied (= Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 16, 2). Düsseldorf 1940, S. 117f. Hermann Schnitzler, Peter Bloch, Wolfgang Beeh: Große Kunst des Mittelalters aus Privatbesitz. Ausstellungskatalog Schnütgen Museum, Köln 1960, S. 37f. Nr. 49. Sammlung Lückger. Ausstellungskatalog Overstolzenhaus, Rheingasse. Köln 1964, S. 146 Nr. 810 (P. Bloch) Anton von Euw: Aus den Nachkriegserwerbungen des Schnütgen-Museums. In: Peter Bloch, Joseph Hoster (Hrsg.): Miscellanea Pro Arte. Hermann Schnitzler zur Vollendung des 60. Lebensjahres am 13. Januar 1965. Düsseldorf 1965, S. 23f. Nr. 22. Hermann Schnitzler: Das Museum Schnütgen. Eine Auswahl, 4. Auflage, Köln 1968, S. 74f. Nr. 124 Moritz Woelk, Manuela Beer (Hrsg.): Museum Schnütgen – Handbuch zur Sammlung. München 2018, S. 228 Nr. 148.

Weblinks

Der Hl. Georg digital: im 360 Grad Rundgang durch das Museum Schnütgen Der Hl. Georg kommt selbst zu Wort: Film: Erzähl mir Kunst - Der Stoff, aus dem Heldengeschichten sind Tutorial: Zähne, Krallen, Achterbahn: So zeichnest du deinen Drachen aus dem Mittelalter, der Hl. Georg aus dem Museum Schnütgen und sein Drache kurz erklärt; mit Zeichenanleitung für den Drachen Hl. Georg aus dem Museum Schnütgen in: Kulturelles Erbe der Stadt Köln, Rheinisches Bildarchiv.

Einzelnachweise

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