Hans Fahrmbacher (* 16. Juli 1856 in Landshut; † 1924René Ratineau, Jean-Louis Wilbert, Auguste Debra: Il y a 75 ans... la fin tragique du dirigeable Pilâtre de Rozier à Vœllerdingen (Bas-Rhin), 24 février 1917. Pays d'Alsace, Société d'histoire et d'archéologie de Saverne et environs, Saverne 1992, ISBN 2-307-59376-4, S. 37 (online).) war ein bayerischer Major, Militärschriftsteller und Vorstand des Bayerischen Armeemuseums.
Leben Hans war das fünfte Kind des Kaufmanns und Besitzers der gleichnamigen Rauch- und Schnupftabakfabrik Georg Fahrmbacher (1812–1875) und dessen Ehefrau Elise, geborene Knorr (* 1813).Joseph von Knorr: Die Familie Knorr von Dachau bei München und alle ihre Nachkommen vom Jahre 1783 bis 1883. Knorr & Hirth, München 1883, S. 15. Nach dem Besuch des Gymnasiums trat er im September 1875 als Dreijährig-Freiwilliger in das 1. Kürassier-Regiment „Prinz Carl von Bayern“ der Bayerischen Armee in München ein. Bis Ende November 1877 avancierte er zum Sekondeleutnant. Ab Oktober 1884 war Fahrmbacher auf zwei Jahre zu Ausbildungszwecken an die Equitations-Anstalt kommandiert und wurde Mitte April 1886 unter Stellung à la suite seines Regiments auf ein Jahr beurlaubt, um auf Reisen zu gehen. Mit der Rückkehr in den aktiven Dienst erfolgte am 15. Mai 1887 seine Versetzung in das 5. Chevaulegers-Regiment „Erzherzog Albrecht von Österreich“, wo er am 5. August des Jahres zum Premierleutnant aufstieg. Aufgrund eines chronischen Leidens, das ihn beim Reiten behinderte, wurde Fahrmbacher am 2. Oktober 1892 mit dem Charakter als Rittmeister und unter Aussicht auf Anstellung im Zivildienst der Abschied mit Pension bewilligt.Bayerisches Kriegsministerium: Verordnungs-Blatt. Nr. 39 vom 6. Oktober 1892, S. 364. Am 11. August 1897 wurde er unter die mit Pension zur Disposition stehenden Offiziere eingereiht und zunächst im Kriegsarchiv verwendet.
Am 29. Juli 1900 erfolgte seine Ernennung zum Vorstand des Armeemuseums. In dieser Eigenschaft wirkte Fahrmbacher maßgeblich an der Errichtung des Museumsneubaus am Hofgarten sowie der Neugestaltung der Sammlung nach sachwissenschaftlichen Grundsätzen. Für sein Wirken erhielt er die Erlaubnis zur Annahme des Roten Adlerordens IV. Klasse (1903), des Ritterkreuzes I. Klasse des Albrechts-Ordens (1905), des Spanischen Militär-Verdienstordens 2. Klasse (1906) und des Offizierskreuzes des Franz-Joseph-Ordens (1910).
Zudem verlieh ihm Prinzregent Luitpold am 25. Dezember 1904 den Charakter als Major sowie anlässlich seines 90. Geburtstagsfestes am 15. Februar 1911 den Verdienstorden vom Heiligen Michael IV. Klasse mit der Krone.Bayerisches Kriegsministerium: Verordnungs-Blatt. Beilage zu Nr. 10 vom 11. März 1911, S. 82. Unter weiterer Gewährung seiner Pension mit der Berechtigung zum Tragen seiner Uniform wurde ihm am 21. Mai 1912 der Abschied bewilligt und der Prinzregent würdigte Fahrmbachers Verdienste um das Armeemuseum durch die Verleihung seines Militärverdienstordens 4. Klasse mit der Krone.Bayerisches Kriegsministerium: Verordnungs-Blatt. Beilage zu Nr. 20 vom 23. Mai 1912, S. 123.
Fahrmbacher veröffentlichte als Militärschriftsteller mehrere Bücher und publizierte u. a. in der Zeitschrift für Historische Waffenkunde und den Mannheimer Geschichtsblättern.
Schriften Die Kämpfe auf pfälzischem Boden in den Revolutionskriegen der Jahre 1794–1798. Straßburger Verlags-Anstalt, Saargemünd 1894. (Digitalisat) Rückblicke auf die kriegerischen Ereignisse des Jahres 1793 im Saar- und Wasgau und im Westrich. Straßburger Verlags-Anstalt, Saargemünd 1894. (Digitalisat) Der Kampf um die Rheinschanzen bei Mannheim am 25. Januar 1798. In: Bayerische Kriegsarchiv (Hrsg.): Darstellungen aus der Bayerischen Kriegs- und Heeresgeschichte. Heft 7, J. Lindauer, München 1898. (Digitalisat) Aus Münchens Zeiten der Franzosennot. Zur Erinnerung an das schwere Jahr 1800/01. J. Lindauer, München 1900. Das Königlich Bayerische 1. Schwere Reiter-Regiment „Prinz Karl von Bayern“. 2. Band: Das Regiment in dem Zeitraum 1840 bis 1899. Verlag R. Oldenbourg, München 1900. 3. Band: Das Regiment in dem Zeitraum von 1898–1913. Verlag R. Oldenbourg, München 1914. Führer durch das K. Bayer. Armeemuseum. J. Lindauer, München 1905. (Digitalisat) Das K. Bayerische Armee-Museum. Callwey, München 1909. (Digitalisat) Zur Entwicklungsgeschichte der bayerischen Fahnen und Standarten. In. Das Bayerland. Nr. 22, München 1911. Führer durch das Kgl. Bayer. Armeemuseum in München. J. Lindauer, München 1913. (Digitalisat) Das Königlich Bayerische 1. Schwere Reiter-Regiment „Prinz Karl von Bayern“ in der ersten hundert Jahren seines Werdens und Wirkens. Gedenkschrift zur Hundertjahr-Feier 1814–1914. Huber, Dissen 1914.
Literatur Das Königlich Bayerische 1. Schwere Reiter-Regiment „Prinz Karl von Bayern“. 3. Band: Das Regiment in dem Zeitraum von 1898–1913. Verlag R. Oldenbourg, München 1914, S. 151.
Einzelnachweise
Kategorie:Major (Bayern) Kategorie:Museumsleiter (Deutschland) Kategorie:Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bayerischen Armeemuseums Kategorie:Militärschriftsteller Kategorie:Träger des Bayerischen Militärverdienstordens (IV. Klasse) Kategorie:Ritter IV. Klasse des Verdienstordens vom Heiligen Michael Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 4. Klasse Kategorie:Träger des Albrechts-Ordens (Ritter 1. Klasse) Kategorie:Träger des Franz-Joseph-Ordens (Offizier) Kategorie:Kavallerist (Bayern) Kategorie:Bayer Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1856 Kategorie:Gestorben 1924 Kategorie:Mann