Die rote Kamille ist eine Filmbiografie des DDR-Fernsehens über den tatarischen Dichter und Nationalhelden Mussa Dshalil.

Handlung Der Film beginnt mit einer dokumentarischen Einführung in Dshalils Leben mit Zitaten aus seinen Gedichten (in der deutschen Nachdichtung von Franz Leschnitzer). Danach beginnt die eigentliche Handlung: Dshalil soll zusammen mit anderen tatarischen Rotarmisten in ein deutsches Kriegsgefangenenlager gebracht werden. Unterwegs wird er verletzt und kommt auf die Krankenstation. Der deutsche Sanitätssoldat Jungmann, ein heimlicher Antifaschist, rettet ihm durch eine Blutspende das Leben.

Der Lagerkommandant von Roseneck erhält den Auftrag, innerhalb von drei Monaten aus den Gefangenen ein Bataillon zusammenzustellen, das auf deutscher Seite gegen die Rote Armee kämpfen soll. Wer der Einheit nicht beitritt, soll zur Zwangsarbeit in einen Steinbruch geschickt werden. Der Kommandant erfährt von der Ankunft des berühmten Dichters Dshalil, doch dieser nimmt die falsche Identität eines Philologen an, während der Gefangene Faruk für Dshalil gehalten wird. Dshalil hält es zunächst für ehrenhafter, sich für den Steinbruch zu entscheiden, doch dann tritt er zur Tarnung dem Bataillon bei. Er wird nach Berlin abkommandiert, wo er beim Aufbau einer Propagandaeinheit zur Abwerbung der Tataren mitarbeiten soll, finanziert von dem tatarischen Kaufmann Scharif Almass. Dshalil aber nutzt seinen Berlin-Aufenthalt für seine illegale Arbeit gegen die Deutschen: Durch Vermittlung Jungmanns erhält er Zugang zu einer Abziehpresse, mit der er seine Gedichte vervielfältigen und unter die Nazi-Propaganda mischen kann.

Dshalil reist zurück zum Lager, und das Bataillon soll bei Lublin im Kampf gegen polnische Einheiten zum ersten Mal zum Einsatz kommen. Doch Dshalil hat schon mit den Polen Kontakt aufgenommen und per Flugblatt die Tataren zur Desertion aufgefordert. Tatsächlich läuft das ganze erste Bataillon zu den Polen über, wobei Jungmann im Kampf getötet wird. Dshalil gehört dem zweiten Bataillon an, das noch im Lager bleibt, doch der Lagerkommandant lässt Faruk (den falschen Dshalil), der inzwischen weiter für die Deutschen gearbeitet hat, als vermeintlichen Urheber des Flugblatts hinrichten.

Der Kommandant lässt das Bataillon antreten und fordert es auf, den echten Dshalil auszuliefern. Als sich ein Kamerad als Dshalil ausgeben will, lässt der echte Dshalil dies nicht zu, reißt sich die verhasste Uniform vom Leib und gibt sich zu erkennen. Sein weiteres Schicksal wird im Film nicht dargestellt: Er wird gefangen genommen, 1944 zum Tod verurteilt und in Plötzensee hingerichtet.

Titel Der Titel des Films ist einem Gedicht Dshalils entnommen: Darin wird eine in der fernen Heimaterde wachsende Kamillenpflanze beschrieben, deren Weiß sich vom Blut eines fallenden Soldaten rot färbt.

Produktion Die rote Kamille ist eine Produktion des DEFA-Studios für Spielfilme und wurde am 24. November 1963 zum ersten Mal im DDR-Fernsehen ausgestrahlt.

Rezeption

Einzelnachweise

Weblinks

Die rote Kamille bei TV Programme Wiki, dort vollständige Besetzung

Kategorie:Filmtitel 1963 Kategorie:Fernsehfilm (DDR) Kategorie:Filmbiografie über Schriftsteller Kategorie:Zweiter Weltkrieg im Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Aufarbeitung des Nationalsozialismus im Film