Der Georg Forster-Forschungspreis ist ein Wissenschaftspreis der Alexander-von-Humboldt-Stiftung. Er ehrt seit 2012 international anerkannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fachrichtungen aus Entwicklungs- und Schwellenländern und würdigt deren bisheriges Lebenswerk. Benannt ist er nach dem Forschungsreisenden Georg Forster (1754–1794), einem Freund Humboldts.
Vergabe Der Preis wird seit 2012 einmal jährlich an jeweils mehrere Einzelpersonen vergeben. Er ist mit 60.000 Euro Preisgeld dotiert und mit einer Einladung zu einem selbst gewählten Forschungsvorhaben an einer wissenschaftlichen Einrichtung in Deutschland gemeinsam mit den dortigen Fachleuten verbunden. Dabei sind insgesamt bis zu 12 Monate Forschungsaufenthalt in Deutschland möglich. Finanziert wird der Preis vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Benannt ist er nach dem Forschungsreisenden Georg Forster (1754–1794), einem Freund Humboldts.
Nominierungen können durch ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an einer Universität oder anderen Forschungseinrichtung in Deutschland initiiert werden, oder durch im Ausland forschende Preisträger der Humboldt-Stiftung gemeinsam mit in Deutschland Forschenden. Eigenbewerbungen sind nicht möglich. Die Auswahl erfolgt durch ein unabhängiges, wissenschaftliches Gremium auf Basis von Fachgutachten.
Vorgeschlagen werden können international wissenschaftlich anerkannte Personen, deren Forschungen das eigene Fachgebiet über das engere Arbeitsgebiet hinaus nachhaltig geprägt haben und deren Lösungsansätze an den spezifischen Herausforderungen der Schwellen- und Entwicklungsländer mitwirken, insbesondere mit Blick auf die 17 UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung. Sie müssen die Staatsangehörigkeit eines Entwicklungs- und Schwellenlandes (außer VR China und Indien) besitzen und mindestens seit fünf Jahren ihren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt in einem dieser Länder haben.
Der Preis gehört zum Georg Forster-Programm, in dessen Rahmen außerdem bereits seit 1997 die Georg Forster-Forschungsstipendien an überdurchschnittlich qualifizierte Forschende aus Entwicklungs- und Schwellenländern vergeben werden.
Preisträger Von 2012 bis 2025 wurden rund 70 Personen mit dem Preis geehrt., Anmerkung: die DB enthält wohl nur noch lebende Preisträger
Jahr Name Land Fachgebiet 2012 Batmanathan Dayanand Reddy (auch: Daya Reddy) Südafrika Computational Mechanics Eusebio Juaristi Mexiko Organische Molekülchemie Selçuk Esenbel Türkei Geschichtswissenschaften Jonathan Andrew Nok Nigeria Biochemie 2013 Irina Podgorny Argentinien Wissenschaftsgeschichte Ismail Cakmak Türkei Pflanzenbau Luis Velazquez-Perez Kuba Neurologie 2014 Erhabor S. Idemudia Südafrika Persönlichkeitspsychologie Francine Ntoumi Gabun Medizinische Mikrobiologie Igor Vladimirovich Komarov Ukraine Organische Molekülchemie Jorge Jose Casal Argentinien Pflanzenphysiologie Oguz Okay Türkei Polymerchemie Paulo De Mattos Pimenta Brasilien Mechanik 2015 Ado Jorio Brasilien Festkörperphysik Britaldo Silveira Soares Filho Brasilien Geoinformatik David Barkin Mexiko Wirtschaftspolitik Elvira Narvaja de Arnoux Argentinien Sprachwissenschaften Ezra Chitando Simbabwe Religionswissenschaft Hung Nguyen-Xuan Vietnam Mechanik Monier M. Abd El-Ghani Ägypten Ökologie Robson Augusto Souza Santos Brasilien Medizin 2016 Alexander Filippov Ukraine Theoretische Physik Hakan Ferhatosmanoglu Türkei Informatik Hugo Daniel Lujan Argentinien Medizinische Mikrobiologie Liliana del Carmen Arrachea Argentinien Festkörperphysik Lucía A. Golluscio Argentinien Sprachwissenschaften Tsige Gebre-Mariam Äthiopien Pharmazie 2017 Carlos L. Ballare Argentinien Ökologie Fernando Stefani Argentinien Physik Herman Wasserman Südafrika Kommunikationswissenschaft Mirabbos Hojamberdiev Usbekistan Oberflächenchemie 2018 Ilesh Vinodrai Jani Mosambik Immunologie Dejan Milosevic Bosnien-Herzegowina Physik Egmont R. Rohwer Südafrika Analytische Chemie Hassan Mohamed Helmy Ägypten Petrologie Jesus Maria Casal Hernandez Venezuela Staatsrecht Marleen Haboud Ecuador Sprachwissenschaften Petra Obioma Nnamani Nigeria Pharmazie 2019 Abdulkader Tayob Südafrika Religionswissenschaft Andrew Forbes Südafrika Physik Mohamed Ali Farag Ägypten Pharmazie Tirussew Teferra Äthiopien Pädagogik 2020 Abdolreza Simchi Iran Materialwissenschaften Belay Tessema Belay Äthiopien Medizinische Mikrobiologie Enrique La Marca Venezuela Biologie Svetlana Baca Moldau Anorganische Molekülchemie 2021 Babak Karimi Iran Chemie Charles Harb Libanon Psychologie Gabriel Kessler Argentinien Empirische Sozialforschung Hassan Azzazy Ägypten Toxikologie Juanita Bornman Südafrika Erziehungswissenschaft Juliana Martínez Franzoni Costa Rica Wirtschaftspolitik Rajapaksha Liyanarachchige Rohana Chandrajith Sri Lanka Geologie Yemataw Wondie Yehualashet Äthiopien Psychologie 2022 Bruno Lenta Ndjakou Kamerun Chemie Esra Capanoglu Guven Türkei Lebensmittelchemie Flavia C. Piovesan Brasilien Rechtswissenschaft Ines Samengo Argentinien Neurowissenschaften Jill Farrant Südafrika Pflanzenphysiologie Joseph Chemeka Achike Agbakoba Nigeria Philosophie Selidji Todagbe Agnandji Gabun Medizinische Mikrobiologie Suresh Prins Benjamin Sri Lanka Biologie Tahsin Attila Ciner Türkei Sedimentologie Khalida Ghanem Algerien Informatik 2023 Abdelhadi Soudi Marokko Informatik Louis Cloete Jonker Südafrika Theologie Maristella Svampa Argentinien Soziologie 2024 Amy Theresa Austin Argentinien Ökologie Andre Russowsky Brunoni Brasilien Psychiatrie 2025 Guillermo Luis Wilde Argentinien Ethnologie Nousheen Zehra Zaidi Pakistan Zellbiologie
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Einzelnachweise
Kategorie:Wissenschaftspreis (Deutschland) Kategorie:Auszeichnung der Alexander von Humboldt-Stiftung Kategorie:Erstverleihung 2012 Kategorie:Entwicklungspolitik (Deutschland) Kategorie:Georg Forster