Während des Zweiten Nordischen Krieges belagerte 1659 eine kaiserliche Armee unter dem Feldzeugmeister Souches die schwedische Stadt Stettin. Der schwedische General Würtz konnte die Stadt dank einer loyalen Bürgerschaft verteidigen.
Verlauf Am 4. August 1659 begannen 12.500 Kaiserliche mit der Unterstützung von 4300 Kavalleristen mit der Belagerung von Stettin. Der preußische Kurfürst Friedrich Wilhelm schickte den General Dohna mit 3000 Brandenburgern zur Unterstützung. Diese erreichten die Stadt am 20. September. Es kam immer wieder zu Gefechten und die Artillerie konnte das Passauische Tor zerstören, auch eine Bresche konnte geschossen werden. Es gelang den Kaiserlichen aber nicht, dieses auszunutzen; vielmehr gelang es den Verteidigern immer wieder, die Lücken zu schließen.
Am 30. Oktober erreichten zunächst 600 Mann die Stadt; am 1. November gelang es dem Admiral Wrangel von Stralsund kommend, 1000 Mann Verstärkung in die Stadt zu bringen. Am 3. November gelang den Verteidigern bei einem Ausfall ein großes Munitionslager zu zerstören. Da die kaiserlichen Generäle sahen, dass die Belagerung nicht mehr durchzuführen war, zogen die Truppen am 6. November wieder ab.
Folgen Schweden konnte im Krieg eine Niederlage abwenden. Im Vertrag von Oliva erhielt Brandenburg 1660 aber gleichzeitig die endgültige Souveränität über das Herzogtum Preußen und erwies sich während des Krieges als militärischer und politischer Machtfaktor.
Literatur Stettin. In: A. Straehle: Lexicon der Schlachten, Treffen an denen seit der Mitte des siebenzehnten Jahrhunderts kurbrandenburgische und königlich preussische Truppen Theil genommen. S. 241; Louis von Malinowsky: Geschichte der brandenburgisch-preussischen Artillerie. Band 3. S. 93 ff.; Samuel F. Seydel: Nachrichten über vaterländische Festungen und Festungskriege. Band 1. S. 148 f.; books.google.de Julius Mebes, Beiträge zur Geschichte des Brandenburgisch-Preussischen Staates und Heeres. Band 2. S. 35 f.; books.google.de Samuel von Pufendorf: Sieben Bücher Von denen Thaten Carl Gustavs. S. 640 ff.; books.google.de Böses und Gutes, welches die Stadt Alten Stettin Anno 1659. da sie von zweyen mächtigen Feinden hart belägert gewesen, ausgestanden und erfahren. Summarischer und einfältiger weise den Nachkommen zum besten, und mehrentheils nur beyfällig aufgesetzet und zusammen getragen. ksiaznica.szczecin.pl Stettin. In: Hans Eggert Willibald von der Lühe: Militair-Conversations-Lexikon. Band 7. S. 789;
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