mini|200px|Manuel Pinto de Sousa Dantas Manuel Pinto de Sousa (Souza) Dantas (* 21. Februar 1831 in Inhambupe, Bahia; † 29. Januar 1894 in Rio de Janeiro) war ein Rechtsanwalt und Politiker im Kaiserreich Brasilien, der unter anderem mehrmals Mitglied der Abgeordnetenkammer und des Senats war. Er fungierte zudem von 1866 bis 1868 als Minister für Landwirtschaft, Handel und öffentliche Arbeiten, zwischen 1880 und 1882 als Justizminister und von 1884 bis 1885 als Premierminister, Finanzminister und Außenminister. Darüber hinaus bekleidete er zwischen 1889 und seinem Tode 1894 als Präsident der Banco do Brasil.

Leben Manuel Pinto de Sousa (Souza) Dantas absolvierte nach dem Schulbesuch ein Studium der Rechtswissenschaften an der Faculdade de Direito de Olinda, die nach der Verlegung 1854 in Faculdade de Direito do Recife benannt wurde, und nahm nach dessen Abschluss mit einem Bachelor (Bacharel em direito) eine Tätigkeit als Rechtsanwalt auf. Er arbeitete zudem als Journalist für die Tageszeitung „Diário da Bahia“. 1852 wurde er erstmals Mitglied des Parlaments der Provinz Bahia und gehörte diesem nach seinen Wiederwahlen bis 1859 an. Zugleich war er als Vertreter der Provinz Bahia zwischen 1857 und 1860 Mitglied der Abgeordnetenkammer (Câmara dos Deputados) und wurde durch Kaiserlichen Beschluss (Carta imperial) am 1. Oktober 1859 als Nachfolger von Roberto Calheiros de Melo zum Präsidenten der Provinz Alagoas ernannt. Er bekleidete dieses Amt bis zum 1. Mai 1860 und wurde anschließend durch Pedro Leão Veloso Nachdem er zwischen 1861 und 1865 für die Provinz Bahia abermals Mitglied der Abgeordnetenkammer war, wurde er durch Kaiserlichen Beschluss am 14. Dezember 1865 als Nachfolger von Luís Antônio Barbosa de Almeida zum Präsidenten der Provinz Bahia berufen und verblieb in dieser Funktion bis zu seiner Ablösung durch Ambrósio Leitão da Cunha am 30. April 1866. Er war in dieser Zeit der Brasilianer, der die größte Anzahl an Freiwilligen für den von 1864 bis 1870 dauernden Krieg der Tripel-Allianz von Argentinien, Brasilien und Uruguay gegen Paraguay mobilisierte.

Als Nachfolger von Antônio Francisco de Paula Souza übernahm er am 3. August 1866 den Posten als Minister für Landwirtschaft, Handel und öffentliche Arbeiten (Ministro da Agricultura, Comércio e Obras Públicas) im Kabinett von Premierminister Zacarias de Góis e Vasconcelos und bekleidete dieses Amt bis zum 16. Juli 1868, woraufhin Joaquim Antão Fernandes Leão neuer Minister wurde. Als Minister im Kabinett von Zacarias de Góis unterstützte er unter anderem das Dekret zur Regelung der Schifffahrt auf dem Amazonas und seinen Nebenflüssen sowie auf dem Rio São Francisco. Er war zwischen 1867 und 1869 als Vertreter der Provinz Bahia wieder Mitglied der Abgeordnetenkammer und fungierte von 1872 bis 1877 als Verwalter (Proveador) des Heiligen Hauses der Barmherzigkeit (Santa Casa da Misericórdia), eine jahrhundertealte katholische Einrichtung der Armen- und Gesundheitsfürsorge. Nachdem er von 1878 bis 1879 wieder Mitglied der Abgeordnetenkammer war, wurde er 1879 für die Provinz Bahia erstmals Mitglied des Senats des Kaiserreichs (Senado do Império do Brasil), dem er nach seinen Wiederwahlen 1882, 1885 und 1886 bis 1889 angehörte. Während dieser Zeit fungierte er als Nachfolger von Jesuíno Marcondes de Oliveira e Sá vom 23. April 1879 bis zu seiner Ablösung durch João José Pedrosa am 4. August 1880 als Präsident der Provinz Paraná.

Dantas, der auch Kommandeur des Kaiserlichen Christusordens war, bekleidete im ersten Kabinett von Premierminister José Antônio Saraiva zwischen dem 28. März 1880 und dem 21. Januar 1882 das Amt des Justizministers (Ministro da Justiça). 1880 verlieh ihm Kaiser Peter II., den Titel eines Stadtrates (Vereador). Am 6. Juni 1884 wurde er als Nachfolger von Lafayette Rodrigues Pereira selbst Premierminister und bekleidete dieses Amt als Präsident des Ministerrates (Presidente do Conselho de Ministros) bis zum 6. Mai 1885, woraufhin José Antônio Saraiva zum zweiten Mal Premierminister wurde. In seinem Kabinett fungierte er zwischen dem 6. Juni 1884 und dem 6. Mai 1885 auch als Finanzminister (Ministro da Fazenda) und übernahm zudem am 22. Dezember 1884 von João da Mata Machado das Amt des Außenministers (Ministro das Relações Exteriores), das er ebenfalls bis zum 6. Mai 1885 innehatte. Am 15. Juli 1884 legte er dem Parlament den Entwurf zur Befreiung der über 60-Jährigen (Lei dos Sexagenários) und zur Erhöhung der Mittel für die Freilassung von Sklaven vor.

Manuel Pinto de Sousa Dantos war Vorsitzender der Liberalen Partei (Partido Liberal) und unterbreitete als Senator der Regierung 1887 von Premierminister João Maurício Wanderley einen Vorschlag zur Aussetzung der Disziplinarmaßnahmen gegen Militärangehörige im Zusammenhang mit der Militärfrage (Questão militar).Die Militärfrage war eine Reihe von Vorfällen zwischen Offizieren der kaiserlich-brasilianischen Armee (Exército Imperial Brasileiro) und zivilen Behörden des Kaiserreichs Brasilien, die sich zwischen 1884 und 1887 ereigneten. Dieser Konflikt zwischen Militär und Zivilbevölkerung verschärfte die politische Krise des Kaiserreichs und gab der republikanischen Bewegung im Land neuen Auftrieb. - Er wurde von der Aktionärsversammlung als Nachfolger von Francisco José Pacheco zum Präsidenten der Banco do Brasil gewählt und behielt dieses Amt auch nach der Ausrufung der Republik am 15. November 1889 bis zu seinem Tode am 29. Januar 1894, woraufhin Rangel Pestana diese Position einnahm.

Dantas war der Vater der Politiker Manoel Pinto de Souza Dantas Filho (1852–1937), der unter anderem Präsident der Provinzen Paraná (1879 bis 1880) und Pará (1881 bis 1882) war, sowie von Rodolpho Epiphanio de Souza Dantas (1854–1901), der 1882 als Innenminister und amtierender Justizminister von Brasilien fungierte.

Veröffentlichung Correspondência do Conselheiro Manuel Pinto de Souza Dantas 1831–1894, („Korrespondenz von Ratsherr Manuel Pinto de Souza Dantas 1831–1894“), Zusammenstellung und Anmerkungen von Américo Jacobina Lacombe

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