Franziska Janko (* 14. Jänner 1905 in Wien; † 23. August 1961 ebendort; nach ihrer Heirat 1936 Baronin Franziska von Butlar) war eine österreichische Tänzerin. Als langjährige Lebensgefährtin des albanischen Herrschers Ahmed Zogu lebte sie in den 1920er- und frühen 1930er-Jahren zeitweise in seiner Residenz in Albanien.

Leben Franziska Janko wurde als Tochter des Gärtnergehilfen Johann Janko und seiner Ehefrau Barbara, geborene Drescher, in Wien geboren. Nach dem Besuch der Volksschule arbeitete sie zunächst als Kellnerin. Später wechselte sie in den Varieté- und Tanzbetrieb eines reisenden Ensembles.

Im Sommer 1924 lernte sie in Novi Sad den albanischen Politiker Ahmet Muhtar Bej Zogolli kennen, der später als Ahmed Zogu Präsident und König Albaniens wurde. Nach Zogus Rückkehr an die Macht Ende 1924 folgte Janko ihm nach Albanien und gehörte dort über Jahre zu seinem engsten persönlichen Umfeld. Zogu, der sich 1928 zum König erklärt hatte, verlieh Janko den Titel einer Baronin, um die Beziehung zu legitimieren. Während eines Wien-Aufenthalts Zogus im Februar 1931 geriet auch Janko in die internationale Öffentlichkeit, nachdem vor der Wiener Staatsoper ein Attentat auf den albanischen König verübt worden war, das er überlebte. Zogu plante, die Beziehung zu Janko zu festigen, stieß aber auf Widerstand seiner Mutter Sadije Toptani. Nachdem medizinische Untersuchungen 1933 ergeben hatten, dass sie keine Kinder bekommen konnte, endete die Beziehung, und Janko kehrte 1934 mit einer finanziellen Abfindung nach Wien zurück.

Eine Weltreise führte sie 1936 bis nach Shanghai, wo sie an bakterieller Meningitis erkrankte und in der Folge unter retrograder Amnesie litt. Im selben Jahr heiratete sie in Salzburg den verarmten Adligen Richard Freiherr von Buttlar. Seit den späten 1940er-Jahren lebte sie überwiegend in psychiatrischer Betreuung in Wien; 1953 rückte eine Serie in der Illustrierten Revue ihre Geschichte noch einmal ins Licht der Öffentlichkeit, bevor sie 1961 in Wien verstarb.

Wirken In der historischen Überlieferung steht weniger Jankos eigenständige Bühnenkarriere als ihre Stellung an der Seite Zogus im Vordergrund. Am Hof wurde sie zeitweise auf eine mögliche Rolle als Königin vorbereitet; damit erhielt ihre Person auch symbolisches Gewicht, weil die katholische Österreicherin und der muslimische Herrscher als verbindende Figur für die religiös gespaltene Gesellschaft Albaniens angesehen werden konnten. 1938 heiratete Zogu die katholische Adlige Geraldine von Apponyi aus Ungarn. Zugleich machte die Presse Janko zur prominenten Begleiterin eines spektakulär inszenierten Monarchen, besonders während des Wiener Aufenthalts von 1931 und nach dem Attentat vor der Staatsoper am 20. Februar 1931. Ihre Lebensgeschichte kann als Beispiel für soziale Mobilität, Geschlechterpolitik und Boulevardisierung in der Zwischenkriegszeit gedeutet werden.

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Tänzer (Österreich) Kategorie:Person (albanische Geschichte) Kategorie:Darstellender Künstler (Wien) ⚭Franziska Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1905 Kategorie:Gestorben 1961 Kategorie:Frau