mini|Vorder- und Rückseite der Medaille Gerechter unter den Völkern.Die Inschrift ist ein Zitat aus dem Mischnatraktat Sanhedrin: „Wer immer ein Menschenleben rettet, hat damit gleichsam eine ganze Welt gerettet.“ Frida Meinhardt (* 13. Jänner 1879 in Wien; † 20. März 1955 ebendort) war eine österreichische Schauspielerin und Vortragskünstlerin, die 2021 von Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern geehrt wurde.

Leben Meinhardt wurde als Tochter der Schriftstellerin Stefanie, geborene Skerlecz von Lomnicza, und des Militärangehörigen und Publizisten Friedrich Freiherr von Mühlwerth-Gärtner in Wien geboren. Ausgebildet bei Alexander Römpler stand sie seit 1898 unter dem Künstlernamen Frida Meinhardt am Deutschen Volkstheater sowie an weiteren Wiener und deutschen Bühnen vor dem Publikum. Später verlagerte sie ihren Schwerpunkt auf die Vortragskunst, trug Texte von Peter Rosegger, Anton Wildgans und Franz Karl Ginzkey vor und unternahm Gastspiele in Österreich und im benachbarten Ausland. Im Dezember 1907 begegnete sie im Arbeiterbildungsverein in der Gumpendorfer Straße dem Arbeiterdichter Alfons Petzold, wurde zu seiner Förderin und veranstaltete im März 1909 den ersten Petzold-Abend im Ehrbarsaal. Zu Petzolds Gedichtband Seltsame Musik von 1911 verfasste sie das Geleitwort und blieb dem Dichter sowie seiner Familie bis zu seinem Tod im Jahr 1923 verbunden.

Wirken Während der Zeit des Nationalsozialismus verhalf Meinhardt verfolgten jüdischen Menschen und nahm 1942 Valerie Laufer in ihrer Wohnung in Wien-Neubau auf, die dort fast drei Jahre verborgen blieb. Die Versorgung Laufers gelang mit Hilfe eines Vertrauensnetzes, zu dem Hedwig Petzold, deren Tochter Christiane Esders und die Hausmeisterin Josefa Jäger gehörten. Nach 1945 blieb Laufer zunächst bei Meinhardt, weil ihr die Rückkehr in ihre frühere Wohnung verwehrt blieb, und Meinhardt nahm ihre Vortragstätigkeit wieder auf. Im Jahr 1949 trat sie in London bei einem Österreich-Abend der Anglo-Austrian Society auf, bei dem sie auch Texte Vertriebener las, und 1952 wirkte sie bei einer Gedenkfeier für Petzold mit. Ihr Rettungshandeln wurde 2021 durch die Ehrung als Gerechte unter den Völkern gewürdigt.

Einzelnachweise

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