Die Aries war ein eiserner Schraubendampfer, der im Sezessionskrieg als konföderierter Blockadebrecher diente und 1863 von der US Navy als Prise aufgebracht und zum Kanonenboot umgerüstet wurde. Nach Kriegsende 1865 diente die Aries bis ca. 1908 in der Handelsmarine.

Geschichte Die Aries wurde 1861 von James Laing in Sunderland auf Stapel gelegt. Die Auftraggeber und die Hintergründe des Baus sind unbekannt.

Obwohl möglicherweise nicht als Blockadebrecher konzipiert, besaß die Aries Eigenschaften, die sie ideal für den Durchbruch der Seeblockade der Union gegen die Konföderation machten: eine hohe Geschwindigkeit, verbunden mit einer extrem niedrigen Silhouette, die noch durch umlegbare Schiffsmasten verbessert werden konnte. Ein Nachteil war ihr verhältnismäßig hoher Tiefgang, der es ihr nicht ermöglichte, die Barre vor Wilmington/North Carolina zu überwinden.

Offenbar 1862 wurde sie an den Londoner Schiffseigner Frederick Obicino verkauft, der sie als Blockadebrecher nutzte. Ihren ersten Blockadedurchbruch führte die Aries im November 1862 von dem britischen Hafen Nassau auf den Bahamas nach Charleston, South Carolina, durch. Einen Monat später, Ende Dezember 1862, durchbrach sie die Blockade mit einer Ladung von 740 t Baumwolle nach Havanna in der spanischen Kolonie Kuba.

mini|Die Stettin bringt die Aries auf In Havanna verkaufte Obicino die Aries an die Reederei Vincente Maiga, die den Dampfer ebenfalls als Blockadebrecher nutzte. Im März 1863 verließ sie Havanna mit einer Ladung Rum. Kurz nach Mitternacht des 28. März 1863 wurde die Aries rund 30 Seemeilen nördlich Charleston von der Stettin unter dem Kommando von Acting Master Edward F. Devens entdeckt. Die Stettin eröffnete das Feuer auf die Aries, verlor sie aber in der Dunkelheit aus der Sicht. Daraufhin blockierte die Stettin die Einfahrt der Bucht. In der Morgendämmerung stellte sich heraus, dass die Aries auf der Petrel Bank (White Bank) an der Nordseite der Bull’s Bay gestrandet war. Devens setzte zwei Beiboote aus und enterte die Aries, die zu diesem Zeitpunkt bereits von ihrer Besatzung verlassen worden war. Devens gelang es, die Aries wieder flott zu machen und überführte sie nach Port Royal, wo sie von Konteradmiral Du Pont in Augenschein genommen wurde, der sie wie folgt beschrieb:

…the most perfect example of a blockade runner we have yet seen … her masts lower in a peculiar way, invented for this very purpose.Du Pont, zitiert nach Konstam, S. 46.

Die Aries wurde zur Prise erklärt und noch 1863 als Aries in Dienst gestellt. Sie erhielt eine Bewaffnung von vier 20,3-cm-Geschützen, einem 30-Pfünder und einem 12-Pfünder. Anschließend war das Kanonenboot an der Aufbringung anderer Blockadebrecher beteiligt und wurde im Dezember 1864 und Januar 1865 zur Absicherung einer amphibischen Operation gegen Fort Fisher vor Wilmington verwendet. Offenbar im Mai 1865 operierte sie kurzfristig vor Havanna, um das Widderschiff Stonewall abzufangen.

Am 14. Juni 1865 wurde Aries außer Dienst gestellt, anschließend an einen privaten Eigentümer verkauft und als Dampfschiff Aries in der Handelsschifffahrt eingesetzt. Um 1908 wurde sie außer Dienst gestellt. Das Endschicksal ist unbekannt, vermutlich wurde sie abgewrackt.

Literatur Stephen R. Wise: Lifeline of the Confederacy. Blockade Running During the Civil War, Columbia, SC (University of South Carolina Press) 1988. ISBN 0-87249-554-X Angus Konstam/Tony Bryan: Confederate Blockade Runner 1861–65, Oxford, UK (Osprey Publishing) 2004 (Schriftenreihe New Vanguard No. 92). ISBN 1-84176-636-4

Weblinks Aries; www.navsource.net

Einzelnachweise

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