Georg Eduard Paul Viktor Graf zu Pappenheim (* 28. Juli 1909 in Parádsasvár, Österreich-Ungarn; † 15. Oktober 1986 in München) war ein deutscher Diplomat. Er war Botschafter in Panama, Ecuador und Bolivien.

Familie Georg zu Pappenheim wurde auf Schloss Károlyi im ungarischen Komitat Heves geboren. Er war das vierte und jüngste Kind von Siegfried Alexander Graf zu Pappenheim (1868–1936) und Elisabeth Gräfin Károlyi von Nagykároly (1872–1954; Tochter von Julius Károlyi, Schwester von Mihály Károlyi und Halbschwester von József Károlyi). Er gehörte zur katholischen „Alesheimer Linie“ des fränkisch-schwäbischen Adelsgeschlechts Pappenheim. Georg zu Pappenheim war von 1947 bis 1970 in erster Ehe mit Karin von Veltheim (1913–2008) verheiratet, mit der er den 1948 geborenen Sohn Alexander hatte. Von 1970 bis zu seinem Tod war er in zweiter Ehe mit Elisabeth Blankenburg (1924–2008) verheiratet.

Werdegang Georg zu Pappenheim wuchs zunächst in Ungarn auf. Zum 1. August 1936 trat er in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 3.733.418).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/31690701 Zudem war er Mitglied der SS.Thomas Maulucci: Adenauer’s Foreign Office – West German Diplomacy in the Shadow of the Third Reich. Cornell University Press, 2012, S. 171. Er studierte Wirtschaftswissenschaften und trat 1939 in den deutschen Auswärtigen Dienst ein. Außer in der Zentrale des Auswärtigen Amts in Berlin wurde er in den folgenden Jahren im Ausland unter anderem in Sofia, Madrid und Tanger verwendet. 1941 erfolgte seine Ernennung zum Legationssekretär. 1944 war er in der Politischen Abteilung des Auswärtigen Amts in der Verbindungsstelle zum Spionagedienst des Oberkommandos der Wehrmacht tätig. Ab 1944 leistete er Dienst bei der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg; bis 1946 war er in Kriegsgefangenschaft. Anschließend war er zunächst als Angestellter und Dolmetscher tätig.

1951 erhielt zu Pappenheim eine Anstellung als Referatsleiter in der Auslandsabteilung des Presse- und Informationsamts der Bundesregierung. 1953 trat er als Legationsrat wieder in den Auswärtigen Dienst ein. Von 1953 bis 1954 war er der Botschaft in San Salvador und der Gesandtschaft in Panama-Stadt zugeteilt. Von 1954 bis 1955 war er Gesandter in Nicaragua und Leiter der Gesandtschaft in Managua. Anschließend war er von 1955 bis 1960 Botschafter in Panama (bis 1959 als Gesandter). Daraufhin war er von 1960 bis 1964 als Vortragender Legationsrat Erster Klasse in der Zentrale des Auswärtigen Amts in Bonn tätig. Von 1964 bis 1971 war zu Pappenheim als Botschafter in Ecuador Leiter der Botschaft in Quito. Zuletzt war er von 1971 bis zu seiner Pensionierung 1973 Botschafter in Bolivien und Leiter der Botschaft in La Paz.

1969 wurde Georg zu Pappenheim das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Deutscher Botschafter in Panama Kategorie:Deutscher Botschafter in Ecuador Kategorie:Deutscher Botschafter in Bolivien Kategorie:Person der deutschen Außenpolitik 1933–1945 Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Georg Kategorie:Titulargraf Kategorie:Deutscher Kriegsgefangener Kategorie:Person (Transleithanien) Kategorie:SS-Mitglied Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1909 Kategorie:Gestorben 1986 Kategorie:Mann