Die normalspurigen Tenderlokomotiven der Baureihen 141.701–742 (Est) und 42.100–140 (État) waren Tenderlokomotiven der Compagnie des chemins de fer de l’Est (EST) und der Chemins de fer de l’État (Frankreich) (État) für den Nahverkehr um Paris. Die Lokomotiven erhielten bei der staatlichen französischen Eisenbahngesellschaft SNCF die Bezeichnung 1-141 TC. 701–742 bzw. 3-141 TD. 101–140. Sie waren bis 1967 im Einsatz.

Eine Lokomotive ist heute als 141-TD-740 erhalten geblieben und wird zu Sonderfahrten bereitgehalten.Internetseite über die Sonderfahrten mit der 141-TD-740 auf www.destination-limoges.com

Geschichte

Um die Zugkraft auf den Vorortstrecken von Paris zu erhöhen, auf der in der Zwischenzeit vierachsige stählerne Doppelstockwagen von Talbot im Wendezugbetrieb eingesetzt wurden, und auch ältere Lokomotiven aus der Zeit des Ersten Weltkrieges zu ersetzen, beschaffte die Est 1932 eine Serie von 42 Tenderlokomotiven der Bauart Mikado bei ihrem Lieferanten SFCM, nachdem 1930 bei der Ateliers de la Compagnie à Épernay vorerst 2 Prototypen gebaut wurden und ausgiebige Probefahrten die Bewährung der Lokomotive erwiesen. Kurze Zeit später beschaffte auch die État bei Batignolles-Châtillon und Schneider 40 ähnliche Tenderlokomotiven, sie erhielten zunächst die Nummern État 42.101–140. Mit der Gründung der SNCF wurden die Lokomotiven der Est als 1-141 TC. 701–742 bezeichnet, die Lokomotiven der État bekamen die Bezeichnungen 3-141-TD.101–140.

Die Lokomotiven waren ideal für den Vorortverkehr um Paris geeignet; ihr geringer Kuppelraddurchmesser ermöglichte ihnen im Zusammenhang des Dreizylinder-Triebwerkes eine gute Anfahrbeschleunigung und eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Kriegsereignisse und Verluste in diesem Zusammenhang sind nicht dokumentiert worden. Der Einsatz in diesen Diensten gestaltete sich abhängig von der Elektrifizierung der Strecken. Im Frühjahr 1950 wechselten deswegen sieben Lokomotiven der 141-TC von der Region Est zur Region État und erhielten die neuen Nummern 141-TD 703, 709, 720, 736, 740, 741 und 742.Thomas Estler, Loks der französischen Staatsbahn SNCF, Transpress Verlag Stuttgart, 2014, ISBN 978-3-613-71480-9, Seite 18 Von der erhaltenen Lokomotive 141-TD-740 ist bekannt, dass sie nach ihrer Umbeheimatung auf der Bahnstrecke Paris–Mantes eingesetzt wurde.Internetseite über die erhaltene Lokomotive 141-TD-740 auf www.trainvapeur.com Nach der Elektrifizierung bis 1966 verkehrte sie nur noch um Conflans und war dem Depot in Mantes-la-Jolie zugeteilt. Den letzten Dampfzug auf der Strecke Paris–Mantes zog die 141-TD 119.

Die Museumslokomotive, deren Herkunft nicht bekannt ist, hatte bis zur Außerbetriebsetzung 971.437 Kilometer zurückgelegt. Sie sollte zuerst im Eisenbahnmuseum Mülhausen erhalten werden, auf Grund beengter Platzverhältnisse fand sich aber kein Stellplatz für die Lok. Eine Zeit lang war die Lok stellenweise im Freien abgestellt. 1982 erwarb der Verein Conservatoire Ferroviaire Territoires Limousin PérigordInternetseite über den Verein Conservatoire Ferroviaire Territoires Limousin Périgord auf www.trainvapeur.com die Lokomotive und arbeitete sie auf. Seit 1987 ist die Lokomotive als technisches Denkmal eingestuft,Internetseite über die Denkmalerklärung der 141-TD 740 auf pop.culture.gouv.fr und es werden mit der Lok zahlreiche Sonderfahrten veranstaltet.

Konstruktion

Die Lokomotiven sind ideal für den Zweirichtungsbetrieb mit vier Treibachsen und zwei Laufachsen als Bisselachsen in symmetrischer Bauform ausgeführt. Sie besaßen einen großen Kessel mit Belpaire-Stehkessel und einem schmalen Rost, sie waren mit einem Überhitzer französische Bauart ausgerüstet. Die Dampfverteilung im Dreizylinder-Triebwerk wurde über eine Walschaerts-Steuerung durchgeführt, es waren außen die dritte Treibachse der Lok, innen die zweite Treibachse angetrieben. Diese Achse war als Kropfachse ausgeführt. Ursprünglich besaßen die Lokomotiven als Blasrohr eines in runder Form mit drei Düsen, später wurde es durch eine Kylchap-Saugzuganlage ersetzt. Zwei Sicherheitsventile der Bauart Coale sorgten für die Überwachung des Betriebsdruckes von 16 bar.

Der Wasservorrat war in den großen seitlichen Kästen und im hinteren Tank gebunkert. Die Wasserspeisung des Kessels wurde mittels zwei Injektoren durchgeführt. Weitere Verbesserungen bei den Lokomotiven waren eine Kesselwasseraufbereitungsanlage, einer sogenannten TIA-Anlage. Diese war von dem französischen Ingenieur Louis Armand entwickelt worden.Wolfgang Fiegenbaum, Ingo Hütter, Schwere Brocken, regelspurige E-Tenderlokomotiven, Band 2, Wolfgang Herdam Fotoverlag, Quedlinburg-Gernrode 2018, ISBN 978-3-933178-36-7, Seite 56

Siehe auch

Liste der Lokomotiven und Triebwagen der SNCF

Literatur

Thomas Estler, Loks der französischen Staatsbahn SNCF, Transpress Verlag Stuttgart, 2014, ISBN 978-3-613-71480-9

Weblinks

Internetseite über die 141-TD auf loco-info.com Internetseite über die Lokomotive 141-TD-740 auf lok-report.de Foto der 141-TD-119 in Paris auf eisenbahnstiftung.de Internetseite über die erhaltene 141-TD-740 auf patrimoine-ferroviaire.fr

Einzelnachweise

Kategorie:Tenderlokomotive Achsfolge 1D1 Kategorie:Schienenfahrzeug (SFCM) Kategorie:Schienenfahrzeug (Batignolles-Châtillon) Kategorie:Schienenfahrzeug (Schneider-Creusot) Kategorie:Triebfahrzeug (Compagnie des Chemins de fer de l’Est) Kategorie:Triebfahrzeug (Chemins de fer de l’État)