mini|200px|Antônio da Silva Prado (1888) Antônio da Silva Prado (* 25. Februar 1840 in São Paulo; † 23. April 1929 in Rio de Janeiro) war ein Rechtsanwalt, Unternehmer und Politiker im Kaiserreich Brasilien, der unter anderem mehrmals Mitglied der Abgeordnetenkammer, von 1885 bis 1887 sowie von 1888 bis 1889 Minister für Landwirtschaft, Handel und öffentliche Arbeiten sowie 1888 Außenminister war. Darüber hinaus war er von 1887 bis 1889 Mitglied des Senats und fungierte zwischen 1899 und 1911 als erster Bürgermeister von São Paulo.

Leben Antônio da Silva Prado war ein Sohn von Martinho da Silva Prado und dessen Ehefrau Veridiana da Silva Prado (1825–1910), deren Vater Antônio da Silva Prado, Barão de Iguape (1778–1875) war. Er besuchte das Colégio Tautphoeus sowie das Colégio Pedro II in Rio de Janeiro absolvierte nach dem Schulbesuch ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universidade de São Paulo und schloss dieses am 15. Oktober 1861 mit einem Bachelor of Laws (Bacharel em Direito) ab, woraufhin er eine Tätigkeit als Rechtsanwalt aufnahm. Er absolvierte ein Spezialisierungsstudium der Rechtswissenschaften in Frankreich und war daneben als Präsident des Eisenbahnunternehmens Companhia Paulista de Estradas de Ferro sowie als Eigentümer der Tageszeitung „Correio Paulistano“ unternehmerisch tätig.

Er war zwischen 1862 und 1864 sowie erneut von 1866 bis 1867 Mitglied des Parlaments der Provinz São Paulo. Im Anschluss wurde er am 7. Juni 1869 Mitglied der Abgeordnetenkammer (Câmara dos Deputados) und vertrat in dieser nach seiner Wiederwahl 1872 die Provinz São Paulo bis 1875. Er setzte sich für die Einwanderung von Landwirten und befürwortete die Abschaffung der Sklaverei. Er wurde zudem 1876 Präsident der Kaiserlichen Sparkasse (Caixa Econômica Imperial), 1877 Präsident des Stadtrats von São Paulo sowie 1881 Vorsitzender der Konservativen Partei (Partido Conservador) und der Konservativen Union (União Conservadora). Nachdem er zwischen 1884 und 1885 abermals Mitglied des Parlaments der Provinz São Paulo war, wurde er am 9. März 1885 für die Provinz São Paulo erneut Mitglied der Abgeordnetenkammer und fungierte zudem 1885 zeitweise als deren Zweiter Vizepräsident. Am 20. August 1885 legte er sein Abgeordnetenmandat nieder, nachdem er als Nachfolger von João Ferreira de Moura zum Minister für Landwirtschaft, Handel und öffentliche Arbeiten (Ministro da Agricultura, Comércio e Obras Públicas) in das Kabinett von Premierminister João Maurício Wanderley berufen und bekleidete dieses Ministeramt bis zum 10. Mai 1887, woraufhin Rodrigo Augusto da Silva ihn ablöste.

Am 3. Mai 1886 wurde Silva Prado für die Provinz São Paulo wieder Mitglied der Abgeordnetenkammer, trat jedoch am 19. März 1887 von seinem Mandat als Bundesabgeordneter zurück, nachdem er zum Mitglied des Senats des Kaiserreichs (Senado do Império do Brasil) ernannt worden war. Zugleich wurde er 1886 Mitglied des Kaiserlichen Rates (Conselho do Imperador). Als Nachfolger von João Maurício Wanderley wurde er am 10. März 1888 Außenminister (Ministro das Relações Exteriores) im Kabinett von Premierminister João Alfredo Correia de Oliveira und behielt dieses Ministeramt bis zum 27. Juni 1888, woraufhin Rodrigo Augusto da Silva auch in diesem ablöste. Er selbst wiederum übernahm am 27. Juni 1888 von Rodrigo Augusto da Silva noch einmal das Amt des Ministers für Landwirtschaft, Handel und öffentliche Arbeiten und bekleidete diesen Posten bis zu seiner eigenen neuerlichen Ablösung durch Rodrigo Augusto da Silva am 5. Januar 1889. Daneben war er zwischen 1888 und 1889 noch einmal Mitglied des Parlaments der Provinz São Paulo.

mini|200px|Grabstätte von Antônio da Silva Prado auf dem Cemitério da Consolação. Am 15. November 1890 wurde Antônio da Silva Prado für diese Provinz wieder Mitglied der Abgeordnetenkammer. Er wurde 1891 zum Mitglied der Verfassunggebenden Versammlung (Constituinte) gewählt, trat sein Amt jedoch nicht an, sondern zog sich aus dem Parlament zurück, um sich der Leitung der Companhia Paulista de Estradas de Ferro, der Handelsbank Banco do Comércio de São Paulo sowie der Betriebe und landwirtschaftlichen Betriebe der Firma Prado, Chaves e Cia zu widmen. Am 7. Januar 1899 wurde er erster Bürgermeister von São Paulo (Prefeito de São Paulo) und übte dieses Amt mehr als zwölf Jahre bis zu seiner Ablösung durch Raimundo Duprat am 15. Januar 1911. Während seiner Amtszeit wanderten bis 1905 mehrere zehntausend Europäer, überwiegend Italiener, aber auch Deutsche, Japaner und Libanesen ein und verdingten sich vorwiegend auf den Paulistaner Kaffeeplantagen. Einige der Deutschen wurden auch im Inneren des Bundesstaates São Paulo in Kolonien wie Rio Claro, Monte Mor und andere angesiedelt. In dieser Phase betrugen die jährlichen Wachstumsraten der Bevölkerung bis zu 14 Prozent. Aber erst die Industrialisierung am Ende des 19. Jahrhunderts führte zu dem beeindruckenden Wachstum zur größten Metropole Südamerikas.

Aus seiner Ehe mit Maria Catarina da Costa Pinto gingen acht Kinder hervor, darunter der Schriftsteller, Mäzen, Dichter, Kaffeebauer und Investor Paulo da Silva Prado (1869–1943) sowie der Ingenieur, Geschäftsmann und Politiker Antônio da Silva Prado Júnior (1880–1955), der unter anderem zwischen 1926 und 1930 Präfekt des damaligen Distrito Federal do Brasil Rio de Janeiro war. Sein jüngerer Bruder Antônio Caio da Silva Prado (1853–1889) fungierte als Präsident der Provinz Alagoas (1887 bis 1888) und daraufhin als Präsident der Provinz Ceará (1888 bis 1889).

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