mini|Vouraikos-Schlucht Die Vouraikos-Schlucht () liegt im Norden des Peloponnes im Regionalbezirk Achaia zwischen Diakopto und Kalavryta und entstand durch den gleichnamigen Fluss. Sie gehört zu den Fauna-Flora-Habitat-Gebieten in Griechenland. Durch die Schlucht führt die Bahnstrecke Diakopto–Kalavryta, die einzige griechische Zahnradbahn.

Lage Die Schlucht liegt zwischen dem Bergmassiv Aroania und dem östlichen Teil des Panachaiko-Gebirges. In ihrem Tal fließt der Vouraikos, der in den Bergen von Kalavryta beginnt und bei Diakopto das Meer erreicht. Die durch den Fluss erschaffene Schlucht beginnt 3 Kilometer südlich von Kato Zachlorou in einer Höhe von etwa 730 Metern über dem Meeresspiegel und reicht bis kurz vor Diakopto am Golf von Korinth.

Geschichte Das Tal von Kalavryta war früher von einem ausgedehnten See bedeckt. Die allmähliche Ableitung des Wassers in Richtung Meer ließ einen Fluss entstehen. Durch die Erosion entstand dann die Schlucht.

Der griechischen Mythologie zufolge erhielten der Fluss und damit auch die Schlucht ihren Namen von Bura (, neugriechische Transkription ), der Tochter von Ion, dem Stammvater der Ionier, und Helike, der Tochter von Selinus, dem König von Aigialeia.Pausanias, Beschreibung Griechenlands 7.1.3f. und 7.25.8 Herakles verliebte sich in Voura. Nach dem Mythos öffnete er die Schlucht mit seinem Schwert, indem er den Felsen in zwei Teile spaltete, um zum Meer zu gelangen und Voura dort zu treffen. Dies soll an einer sehr engen Stelle der Schlucht namens „Portes“ passiert sein.

Die Schlucht ist unter ihrem griechischen Namen Farangi Vouraikou seit 1995 als Natura-2000-Schutzgebiet mit der Registriernummer GR2320003 ausgewiesen. Das geschützte Gebiet beginnt nördlich von Kato Zachlorou und erstreckt sich parallel zum Fluss Vouraikos über 20 km bis fast zum Ort Diakopto am Meer. Es ist darüber hinaus auch Teil des Chelmos-Vouraikos UNESCO Global Geoparks.

Beschreibung mini|Vouraikos-Schlucht Die Vouraikos-Schlucht ist tiefer als die Samaria-Schlucht auf Kreta und erstreckt sich über eine Länge von 20 Kilometern. Sie zeichnet sich durch Wasserfälle, Höhlen mit Stalaktiten und Stalagmiten in verschiedenen Formen sowie eine dichte und je nach der Höhenlage wechselnde Vegetation aus. Ihre engste Stelle befindet sich wenige Kilometer vor Zachlorou in Richtung Berg und wird „Portes“ genannt. In den Flusslauf des Vouraikos münden auch andere kleinere Bäche und Flüsse wie beispielsweise der Avrigiolaka vom Dorf Mamousia. Die Breite der Schlucht variiert entlang des Vouraikos.

Fauna und Flora In der Schlucht gedeihen zahlreiche Pflanzenarten – unter anderem Esparsetten (Onobrychis ebenoides), eine Untergattung der Schmetterlingsblütler, Johanniskräuter (Hypericum vesiculosum), Leimkräuter (Silene congesta und Silene conglomeratica), Zieste (Stachys parolinii), Griechische Tannen (Abies cephalonica), Silber-Weiden (Salix alba), Morgenländische Platanen (Platanus orientalis), Pinien, Steineichen (Quercus ilex), Schafgarben (Achillea umbellata), Asperula arcadiensis und Glockenblumen (Campanula topaliana subsp. cordifolia).

Als gefährdete Arten des Tierreichs gelten in Griechenland die dort lebende Fledermausart Braunes Langohr (Plecotus auratus) und der Graue Zwerghamster (Cricetulus migratorius). Endemische Arten, die in der Schlucht leben, sind die Peloponnesische Kieleidechse (Algyroides moreoticus) und die Peloponnes-Mauereidechse (Podarcis peloponnesiacus). Außerdem zählen auch die Europäische Wildkatze (Felis silvestris), der Steinmarder (Martes foina) und die Wechselkröte (Bufo viridis) zu den Schluchtbewohnern. In der Vouraikos-Schlucht nisten seltene Raubvogelarten wie der Habicht, der Steinadler und der Schlangenadler, der sich von den reichlich vorhandenen Schlangen und Eidechsen ernährt. Der Fluss dient auch dem Otter und zahlreichen Fröschen als Wohnort.

Touristische Bedeutung Durch die Vouraikos-Schlucht führt die bei Touristen beliebte Zahnradbahn (Odontotos), die Diakopto am Meer mit Kalavryta in den Bergen verbindet und bereits seit 1896 in Betrieb ist. Außerdem kann man in etwa sechs Stunden durch die Schlucht wandern. Ebenso durch die Schlucht führt der europäische Fernwanderweg E4, der parallel zur Bahnstrecke und teilweise auf dem Bahnkörper verläuft. Wanderweg und Bahnfahrt bieten viele Blicke auf Steilwände, tosende Wasserfälle, Höhlen und eine abwechslungsreiche Vegetation.

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Einzelnachweise

Kategorie:Schlucht Kategorie:Geographie (Peloponnes) Kategorie:Tal in Europa Kategorie:Tal in Griechenland Kategorie:FFH-Gebiet