14 Rue Paul Fort, Paris ist ein Musikalbum von Joëlle Léandre, Benoît Delbecq und François Houle. Die am 24. November 2013 in der Galerie 14 Rue Paul Fort bzw. 19Paul Fort in Paris entstandenen Aufnahmen erschienen im August 2015 auf Leo Records.

Hintergrund Die französische Bassistin Joëlle Léandre und der frankokanadische Klarinettist François Houle hatten zuletzt 2009 gemeinsam aufgenommen (Last Seen Headed: Live at Sons d’Hiver, mit Raymond Strid). Im November 2013 kamen sie erneut zusammen, um mit dem Pianisten Benoît Delbecq in der Pariser Wohnung und Galerie von Helène Aziza in der Rue Paul Fort Nr. 14 vor einem ausgewählten Publikum aufzutreten. Das Album enthält sieben dort gespielte, nicht namentlich betitelte Improvisationen.

Titelliste mini|Ort der Aufnahme: Rue Paul Fort im 14. Arrondissement von Paris Joëlle Léandre/Benoît Delbecq/François Houle: 14 Rue Paul Fort, Paris (Leo Records CD LR 731) 14 Rue Paul Fort 1 13:20 14 Rue Paul Fort 2 12:45 14 Rue Paul Fort 3 5:00 14 Rue Paul Fort 4 4:11 14 Rue Paul Fort 5 7:09 14 Rue Paul Fort 6 4:21 14 Rue Paul Fort 7 3:24

Die Kompositionen stammen von Benoît Delbecq, François Houle und Joëlle Léandre.

Rezeption mini|Die Bassistin Joëlle Léandre (2010) Nach Ansicht von Glenn Astarita, der das Album in All About Jazz rezensierte, würden Joelle Léandre, Benoît Delbecq und François Houle zur Weltspitze der improvisierten Musik gehören. Und wie erwartet, lieferten sie hier eine überzeugende Leistung ab. Das Programm biete ein Potpourri anregender Improvisationen, in denen die Musiker sich gegenseitig durch allmähliche Annäherungen, mitreißende Läufe und tiefgründige, triobasierte Prozesse erforschen. Es sei anspruchsvolle Musik, die jedoch durch heitere Betrachtungen aufgelockert werde. Auf diesem Album seien die Künstler in Höchstform und zweifellos bestens für die Herausforderung gerüstet.

Aufgenommen an der angegebenen Adresse, bewege sich dieses Trio-Album zwischen Schlichtheit, Symbolik und Lyrik, meint Laurent Dussutour (Citizen Jazz). Schlichtheit, weil die drei Instrumentalisten einen reduzierten Ansatz verfolgen und jeglicher orchestralen Versuchung widerstünden, um stattdessen Klangexperimente am Rande der natürlichen Ordnung zu erkunden und in das tiefste Wesen ihrer jeweiligen Instrumente einzutauchen. Schlichtheit auch, weil diese sieben Stücke, schlicht „14 Rue Paul Fort“ betitelt, von einer Harmonik geprägt seien, die weit jenseits etablierter Jazzkonventionen liege, einem „Gefühl des Universellen, das an Archaisches grenzt“. Dieses Experiment als „libertär“ zu bezeichnen, wäre angesichts der Meisterschaft, die seine Schöpfer in jedem Ton an den Tag legen, eine zu starke Vereinfachung: Joëlle Léandres Kontrabass würde am Ende wie eine Posaune klingen, François Houles Klarinette werde bewusst perkussiv, während Benoît Delbecqs Klavier Dissonanzen entfalte. Die Musiker träten so vollständig hinter ihren Instrumenten in den Hintergrund, dass ihre Schöpfung sie transzendieren würde.

In diesem Sinne trage dieses Album auch die Spuren einer poetischen Symbolik, die an die literarische Kunst Paul Forts erinnere, so Dussutour: „Wir befinden uns im Reich des reinen Gefühls, auf einer imaginären Reise, geleitet allein von der Magie des Hörens“. Die Künstler würden die Hörer zu einer Art Katharsis führen, ohne einen traumähnlichen Zustand zu erzwingen: Die präsentierten musikalischen Formen seien alles andere als „unbewusst oder surreal, sondern bewusste Schöpfungen, die die rationale Ordnung der Dinge ablehnen und konventionelle Rhythmen und Melodien zugunsten des Intimen aufbrechen“.

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Einzelnachweise

Kategorie:Album (Neue Improvisationsmusik) Kategorie:Album 2015 Kategorie:Livealbum Kategorie:François Houle Kategorie:Joëlle Léandre