mini|Verbreitungsgebiet des Halsband-Stelzenläufers (rot) Der Halsband-Stelzenläufer (Himantopus melanurus) oder auch Weißrückenstelzenläufer ist eine Vogelart aus der Familie der Säbelschnäbler (Recurvirostridae), die im Binnenland im zentralen Peru und Bolivien sowie im südöstlichen Brasilien (Mato Grosso, São Paulo, Rio de Janeiro) südlich über Paraguay und Uruguay bis zum südlichen zentralen Chile (Región de Antofagasta bis in die Provinz Llanquihue) und Argentinien (Provinz Río Negro) vorkommt.

Merkmale Die flachen Flügel des männlichen Halsband-Stelzenläufer sind 215 bis 244 mm lang, der Schwanz 72 bis 86 mm und der Oberschnabel 65 bis 76 mm. Beim Weibchen sind die flachen Flügel 215 bis 232 mm, der Schwanz 68 bis 82 mm und der Oberschnabel 68 bis 74 mm. Das Gewicht wird mit 159,3 bis 176 g angegeben.Emmet Reid Blake (1940), S. 595 Die Seiten des Kopfes des Männchens, der Hinterhals und die gesamte Oberseite sind Schwarz mit Ausnahme eines weißen Halsbands. Das Schwarz des Hinterhals verengt sich zunächst und wird dann am Ende zu einer Sichel, die dann von dem weißen Halsband unterbrochen wird. Der Oberkopf, der Rest des Gesichts, Vorderhals und Unterseite sind weiß. Die Augen sind rot, der schwarze Schnabel lang, dünn und leicht nach unten gebogen. Die sehr langen Beine und Füße korallenrot. Das Weibchen hat einen bräunlich getönten Rücken. Jungvögel ähneln dem Weibchen, haben jedoch weiße Spitzen an den Armschwingen und den inneren Handschwingen. Auch sie sind schlank und extrem langbeinig. Im Flug sind die Flügel ganz schwarz, mit einem weißen Bürzel, der sich bis zum Hinterrücken erstreckt und einem Keil ähnelt.Robin Restall, u. a. (2020), S. 126

Verhalten Der Halsband-Stelzenläufer gilt als wachsam und vorsichtig und wird leicht in Aufregung versetzt. Er wandert im Kreis und ruft dabei laut, besonders wenn Jungtiere anwesend sind. Dabei stöbert er tief im Schlamm, wobei er oft den Hals und den ganzen Kopf untertaucht. Es kann vorkommen, dass er bis zum Bauch ins Wasser watet, um an der Oberfläche des Wassers nach Futter zu suchen.

Fortpflanzung Die Brutbiologie dieser Art scheint bisher noch nicht erforscht zu sein.

Systematik Das International Ornithological Committee betrachtet die Art als monotypisch.IOC world bird list Buttonquail, thick-knees, sheathbills, plovers, oystercatchers, stilts, painted-snipes, jacanas, Plains-wanderer, seedsnipes Allerdings ist diese Einordnung umstritten und basiert auf der Einschätzung von Robert Sterling Ridgely und Paul J. Greenfield aus dem Jahr 2001Robert Sterling Ridgely] (2001), u. a., S. 231, die sich wiederum auf Charles Gald Sibley, Burt Leavelle Monroe, Jr. bezogen.Charles Gald Sibley (1990), u. a., S.  Das South American Classification Committee (SACC) urteilt hier konservativer und betrachtet die Art weiterhin als Unterart des Schwarznacken-Stelzenläufers (Himantopus mexicanus melanurus) bis eine bessere Datenlage vorhanden ist.South American Classification Committee (Part 4)

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Halsband-Stelzenläufers erfolgte 1817 durch Louis Pierre Vieillot unter dem wissenschaftlichen Namen Himantopus melanurus. Als Verbreitungsgebiet nannte er Paraguay basierend auf Paxarito de ribera del zancudoFélix de Azara (1805), S. 297–301. von Félix de Azara.Louis Pierre Vieillot (1817), S. 42. 1760 führte Mathurin-Jacques Brisson die für die Wissenschaft neue Gattung Himantopus ein.Mathurin-Jacques Brisson (1760), Band 1 S. 46, Band 5 S. 33–42 Der Begriff stammt von und ab.Himantopus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname melanurus hat seinen Ursprung in und .melanurus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. Laubmann sah in Himantopus himantopus melanurus die Unterart für Paraguay. In der Literatur betrachtete er in einem von Alfredo Borelli (1858–1943) in Paraguarí gesammelten und von Tommaso SalvadoriTommaso Salvadori (1895), S. 24 beschriebenen Exemplar, in Fortín Page am Río PilcomayoJohn Graham Kerr (1892), S. 150 und WaikthlatingmayalwaJohn Graham Kerr (1901), S. 235 im Gran Chaco durch John Graham Kerr, in Monte Sociedad und im Departamento Alto Paraná und Villa Hayes durch Arnaldo de Winkelried BertoniArnaldo de Winkelried Bertoni (1930), S. 242. und in und in Puerto Pinasco im Departamento Presidente Hayes durch Alexander Wetmore.Alexander Wetmore (1926), S. 143. Nachweise für das Land. Die Vögel von Kerr wurden unter dem Synonym Himantopus brasiliensis , 1831Christian Ludwig Brehm (1831), S. 684 beschrieben.Alfred Laubmann (1939), S. 85. Brasiliensis bezieht sich auf Brasilien.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Regenpfeiferartige