mini|Ansicht von Westen Die Kreuzkirche ist eine evangelische Filialkirche in Unterbrüden, einem Ortsteil der Gemeinde Auenwald im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis. Das schlichte Gemeindezentrum im Stile der Nachkriegsmoderne wurde in den Jahren 1969 und 1970 nach Plänen des Architekten Gerhard Keller (Süßen) errichtet. Benannt wurde die Kirche nach dem Heiligen Kreuz.
Geschichte Das Dorf Unterbrüden wurde in einer zu Lyon ausgestellten päpstlichen Urkunde von 1245 erstmals erwähnt. Es war eine kleine Bauernsiedlung und gehörte in kirchlicher Hinsicht stets zum Kirchspiel Unterweissach, dessen Pfarrkirche St. Agatha als Ur-Kirche des gesamten Weissacher Tals gilt. Auf deren Kirchhof wurden jahrhundertelang die Toten von Unterbrüden begraben. Im 18. Jahrhundert versammelten sich die Gläubigen in Unterbrüden zu Andachten auch in Privathäusern. In einem Visitationsbericht des Backnanger Dekans von 1782 heißt es: Ernst Jerg Seger, Leinenweber in Unterbrüden, hält Privatversammlungen an Sonn- und Feiertagen und Mittwochs. Wegen dem starken Bevölkerungswachstum während des 19. Jahrhunderts wurde 1862 zunächst Waldenweiler aus der Kirchengemeinde Unterweissach ausgegliedert und der neuen Kirchengemeinde von Althütte zugeschlagen. Lippoldsweiler (mit Däfern, Ebersberg und Hohnweiler) sowie Sechselberg schieden 1864 aus der Kirchengemeinde Unterweissach aus und wurden zur eigenständigen Pfarrei Lippoldsweiler-Sechselberg erhoben. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es durch die Aufnahme von zahlreichen Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches zu einem weiteren starken Bevölkerungswachstum, der die Gründung neuer Pfarreien nötig machte. Durch Neubaugebiete (Holzbachäcker) war Unterbrüden stark gewachsen. Daher wurde gegen Ende der 1960er Jahre beschlossen, dass Unterbrüden eine eigene Kirche erhalten sollte. Den Grundstein gestaltete der Unterweissacher Steinmetz Hugo Krautter. Die Grundsteinlegung fand am 30. November 1969 statt. 1970 wurde der Bau vollendet und am 29. November 1970 wurde die Kirche in einem Festgottesdienst feierlich eingeweiht.
Gemeinde 1973 wurde Unterbrüden aus der Kirchengemeinde Unterweissach ausgegliedert und mit der Kirchengemeinde Oberbrüden vereinigt. Zu ihrem Bezirk gehörten die Orte Ober-, Mittel- und Unterbrüden, Heslachhof, Rottmannsberg, Rottmannsberger Sägmühle, Tiefental, Trailhof, Trailhöfle sowie der Utzenhof. Seit 2025 gehört Oberbrüden zur neu gegründeten Gesamtkirchengemeinde Auenwald.
Pfarrer 1972–1978: Dieter Eisenhardt 1979–1990: Manfred Kuhn 1991–1992: Andreas Schütz 1993–1995: Buchmann (Vikar) 1993–1995: Katrin Fetzer 1995–2002: Ingeborg und Gerhard Brüning 2002–2015: Ingo Spörl ab 2016: Bernhard Körner
Architektur und Ausstattung mini|Tzschöckel-Orgel (1976) Die Saalkirche entstand als moderner Betonbau im schlichten Stil der Nachkriegsmoderne. Er unterscheidet sich jedoch von anderen Sakralbauten aus Sichtbeton (Brutalismus) dadurch, dass seine Außenwände mit Spritzbeton überzogen und weiß getüncht wurden.
Der Altar ist schlicht und aus Holz gefertigt. Das Kruzifix stammt von dem Bildhauer Karl Hemmeter aus München. Auf eine Kanzel wurde zugunsten eines einfachen Ambo verzichtet. Die Orgel befindet sich gleich neben dem Altar. Der Glockenturm mit Turmuhr steht an der Nordseite. Im Untergeschoss befinden sich Jugend- und Versammlungsräume.
Orgel Die Orgel wurde 1976 von Orgelbaumeister Reinhart Tzschöckel (Althütte-Fautspach) gebaut und am 28. November 1976 feierlich der Gemeinde übergeben.
Glocken mini|Der von Hugo Krautter gestaltete Grundstein In dem Glockenturm hängen sechs Glocken, die zu unterschiedlichen Anlässen geläutet werden. Von Anfang an sollte die Kreuzkirche ein Geläute erhalten. Dieses sollte jedoch mit den Glocken der Nachbargemeinden harmonieren, insbesondere mit den tiefen Geläuten der Peterskirche von Oberbrüden und von St. Agatha in Unterweissach. Man entschied sich daher für ein höheres Cymbelgeläut.
Für die Finanzierung des Projekts wurde eigens der Glockenverein ins Leben gerufen, dessen Vorsitz der Altbürgermeister und Ehrenbürger Karl Auktor († 1992) übernahm. Die Glocken wurden 1971 von der Glocken- und Kunstgießerei Rincker aus dem hessischen Sinn (Lahn-Dill-Kreis) gegossen. + Übersicht der Glocken der Kreuzkirche Glocke Name Glockengießer Gussort Gussjahr Schlagton Gewicht Material Inschrift I. Dominica Rincker Sinn 1971 e′′ 184 kg Bronze Es ist vollbracht II. Betglocke (Vaterunser-Glocke) 1971 g′′ 138 kg Bronze Vater vergib ihnen III. Scheidglocke (Zeichenglocke) 1971 a′′ 101 kg Bronze Heute wirst du mit mir im Paradiese sein IV. Kreuzglocke1971 h′′ 69 kg Bronze Mein Gott warum hast du mich verlassen V. Taufglocke1971 c′′′ 56 kg Bronze Siehe, das ist mein Sohn VI. Der-Herr-segne-uns-Glocke1971 d′′′ 41,5 kg Bronze Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände Die Dominica-Glocke läutet jeden Tag um 12 Uhr. Die Betglocke ruft jeden Abend zum Gebet und wird während des Gottesdienstes zum Vaterunser geläutet. Die Scheidglocke ist die Totenglocke. Sie wird geläutet, wenn ein Gemeindemitglied verstorben ist. Die Kreuzglocke läutet jeden Tag um 11 und um 15 Uhr geläutet. Die Taufglocke ist bei Taufen zu hören. Die Herr-segne-uns-Glocke wird am Ende der Gottesdienste während des Segnens geläutet.
Literatur
Gemeinde Auenwald (Hrsg.): 750 Jahre Auenwald 1245–1995. Auenwald, 1995, ISBN 3-929478-08-0, S. 250. Evangelische Kirchengemeinde Oberbrüden-Unterbrüden (Hrsg.): 50 Jahre Kreuzkirche Unterbrüden. Erinnerungen von Dekan i. R. Dieter Eisenhardt. 2020.
Weblinks
Einzelnachweise
Unterbrüden Unterbrüden Kategorie:Bauwerk der Moderne im Rems-Murr-Kreis Kategorie:Kreuzkirche Kategorie:Erbaut 1970 Kategorie:Gemeindezentrum (Christentum) Kategorie:Bauwerk aus Beton Kategorie:Geläut Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Bauwerk in Auenwald