Die Baureihe G3 der Suomen Valtion Rautatiet (SVR) (Finnische Staatseisenbahnen) waren 13 Dampflokomotiven, die 1892 und 1898 von der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik gebaut wurden.
Geschichte Nachdem sich die Baureihe G1 bewährt hatte, wurde eine ähnliche, schwerere Lokomotive für die Hauptstrecken entwickelt. SLM erhielt den Auftrag zur Fertigung zweier Serien. Die Lokomotiven erhielten die Baureihennummer G3. Die ersten fünf, 173–177, wurden 1892 fertiggestellt, die übrigen acht, 214–221, folgten 1898.
Die Lokomotiven waren für Personen- und Güterzüge vorgesehen und mit einem Nassdampfkessel ausgestattet. Sie verfügten über Stephenson-Innenschieber und Flachschieber. Die Lokomotiven besaßen eine Vorlaufachse. Der Tender war dreiachsig. Alle Lokomotiven wurden ursprünglich für Holzfeuerung gebaut. Später wurden sie wiederholt auf Kohlefeuerung umgerüstet, wobei sie oft weiterhin mit einem Holzschornstein ausgestattet waren.
Die Lokomotiven 173–177 wurden ursprünglich mit Ölbeleuchtung gefertigt, spätere Modelle verfügten serienmäßig über Gasbeleuchtung. Die Lokomotiven waren zunächst mit einem Winterthur-Anfahrventil ausgestattet, das ab 1907 bei neueren und in den 1920er Jahren bei älteren Lokomotiven durch ein Dultz-Anfahr- und Schaltventil ersetzt wurde. Die Gasbeleuchtung wurde in den Lokomotiven 173–177 in den Jahren 1902–1906 nachgerüstet.
Beheimatung Die Lokomotiven 173–177 waren zunächst in St. Petersburg stationiert. Von 1899 bis in die 1920er Jahre waren sie in Wyborg im Einsatz. Anschließend wurden sie in Oulu, Iisalmi und Seinäjoki eingesetzt.
Sechs der Lokomotiven aus der Nummernreihe 214–221 waren ursprünglich in Helsinki und zwei in Wyborg stationiert. Die in Helsinki stationierten Lokomotiven wurden später bis in die 1920er Jahre in Riihimäki, Tampere, Turku, Hanko und Seinäjoki eingesetzt. Alle acht Lokomotiven wurden schließlich, hauptsächlich während der 1920er und 1930er Jahre, nach Oulu verlegt.
VR Sk3
Mit der Reform des finnischen Betriebsnummernsystems 1942 durch Valtionrautatiet (VR) erhielten die zu diesem Zeitpunkt noch vorhandenen Lokomotiven mit weiteren Lokomotiven der Baureihen G5, G10 und G11 die neue Baureihenbezeichnung Sk3.
Einsatz Die Lokomotiven wurden zunächst hauptsächlich im Güterverkehr eingesetzt, später auch in geringerem Umfang im Personenverkehr. Die Lokomotiven der Baureihen K3, K4 und K5 lösten die Lokomotiven im Güterverkehr ab und wurden für Rangier- und Arbeitszüge sowie für den Rangierdienst verwendet.
Verbleib Während des Russischen Bürgerkrieges wurde die Lokomotive 174 gepanzert und von den Weißen Truppen in Kämpfen eingesetzt.
Die G3 173 verblieb 1918 in Russland.
Die Staatseisenbahnen verkauften am 17. Februar 1925 die Lokomotive 174 an die private Raumabahn (dort RAUMA 4 in Zweitbesetzung). Nach dem Kauf der Raumabahn am 1. Juli 1950 durch die VR ging sie wieder in den Besitz der Staatseisenbahnen über und erhielt ihre frühere Nummer zurück.
Die Lokomotive 215 ging 1944 im Lapplandkrieg verloren und wurde 1946 aus dem Bestand gestrichen.
Die übrigen Lokomotiven wurden zwischen 1950 und 1958 außer Dienst gestellt.
Weblinks
G3 Kategorie:Dampflokomotive Achsfolge 1C Kategorie:Schienenfahrzeug (Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik)