Die portugiesisch-ugandischen Beziehungen umfassen das bilaterale Verhältnis zwischen Portugal und Uganda. Die Länder unterhalten mindestens seit 1991 diplomatische Beziehungen.Übersicht über die portugiesisch-ugandischen Beziehungen auf der Website des Diplomatischen Instituts des portugiesischen Außenministeriums, abgerufen am 16. März 2026.
Die Beziehungen gelten als gut, sind aber erst noch im Aufbau auf Grund der wenigen historischen, geopolitischen oder kulturellen Bezugspunkte. So sind bisher die erst langsam wachsenden Wirtschaftsbeziehungen, mit dem Bauunternehmen Mota-Engil als wichtigstem portugiesischem Einzelakteur vor Ort, und der zivilgesellschaftliche Austausch in Bereichen wie Sport und Kultur die wichtigsten Verbindungselemente, dazu kommt die Kooperation Ugandas mit der EU, in der Portugal seit 1986 Mitglied ist, und die gemeinsame Arbeit in multilateralen Gremien wie dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank oder den verschiedenen UN-Organen u. a. Daneben haben in der Vergangenheit auch mehrfach portugiesische Hilfsorganisationen in Uganda Projekte durchgeführt, insbesondere die Assistência Médica Internacional (AMI),Alfredo Cunha, Luís Pedro Nunes (Text): Toda a Esperança do Mundo. Porto Editora, Porto 2015, ISBN 978-972-0-04780-9, S. 304ff. und weiterhin wirken in Uganda auch portugiesische Missionare.Um Missionário Português no Norte do Uganda – „Ein portugiesischer Missionar im Norden Ugandas“, privater Videobeitrag auf YouTube vom 29. Januar 2023, abgerufen am 16. März 2026.
Es existieren keine nennenswerten gegenseitigen Diasporas, die ein bedeutendes Verbindungsglied sein könnten. Im Jahr 2021 waren 41 ugandische Staatsbürger in Portugal gemeldet, davon mit 18 die meisten im Distrikt Lissabon.Liste Ausländischer Bürger in Portugal (nach Distrikten) bei der (ehemaligen) portugiesischen Ausländerbehörde Serviço de Estrangeiros e Fronteiras, abgerufen am 16. März 2026. Im Jahr 2008 waren drei Portugiesen konsularisch in Uganda registriert,Webseite zur portugiesisch-ugandischen Migration beim portugiesischen wissenschaftlichen Observatório da Emigração, abgerufen am 16. März 2026. später sind meist nur zeitweilig dort tätige Fachkräfte portugiesischer Unternehmen und Einrichtungen dazugekommen.
So ist Portugal in Uganda am ehesten für seine Fußballer wie Cristiano Ronaldo bekannt, während man in Portugal vor allem an Uganda als exklusives Reiseziel für Naturfreunde und für speziell an Gorillas interessierte Touristen denkt,Beispiele für Uganda-Reiseangebote bei den portugiesischen Reiseveranstaltern Pinto Lopes Viagens, TUI Portugal und Ecotravel, abgerufen am 16. März 2026. und bis heute auch als das Land des Diktators Idi Amin.Idi Amin foi sepultado na Arábia Saudita – „Idi Amin wurde in Saudi-Arabien beerdigt“, Artikel vom 16. August 2003 der portugiesischen Zeitung Público, abgerufen am 16. März 2026.Géneral Idi Amin Dada: Autoportrait, Programmhinweis der Filmaufführung beim Lissabonner Filmfestival LEFFEST 2026, abgerufen am 16. März 2026.
Geschichte mini|Ugandas Botschafterin in Brüssel, Mirjam Blaak Sow, 2013 mit dem damaligen EU-Kommissionspräsidenten, dem Portugiesen José Manuel Barroso: auf multinationalen Ebenen haben beide Länder regelmäßigen Austausch. Das portugiesische Kolonialreich erstreckte sich in Ostafrika nicht bis ins Landesinnere, so dass es keine direkten Kontakte zum heutigen Uganda hatte, das erst 1894 britisches Protektorat wurde.
Das 1962 vom Vereinigten Königreich unabhängig gewordene und von 1971 bis 1979 von Diktator Idi Amin regierte Uganda unterhielt lange keine diplomatischen Beziehungen zu Portugal, weder zu dessen kolonialistischen, in seinen afrikanischen Kolonien den international kritisierten portugiesischen Kolonialkrieg führenden Estado-Novo-Regime noch zum nachfolgenden, durch die linksgerichtete Nelkenrevolution 1974 zur Demokratie zurückgekehrten Portugal. Erst nach dem Sturz Idi Amins 1979, dem Ende der folgenden blutigen Machtkämpfe und den 1989 abgehaltenen ersten Wahlen in Uganda näherten sich beide Staaten leicht an.
Am 2. Dezember 1991 akkreditierte sich mit Paulo Couto Barbosa, portugiesischer Botschafter in Kenia, erstmals ein Vertreter Portugals in der ugandischen Hauptstadt Kampala.
Im Zuge der innenpolitischen und wirtschaftlichen Konsolidierung Ugandas begannen in den 2010er Jahren auch portugiesische Unternehmer, sich in Uganda zu engagieren, nachdem Portugiesen hier bislang eher für Hilfsorganisationen oder internationale Institutionen tätig waren.
Dies führte zu einer langsamen, noch zögerlichen Annäherung. Im November 2023 besprach sich der ugandische Botschafter in Paris mit dem portugiesischen Außenminister über die wichtigsten Themen für ein anstehendes Treffen mit dem ugandischen Außenminister.H.E Amb Amule Doreen Having discussion with the Minister of Foreign Affairs Portugal on the important matters of engagement between Uganda and Portugal in the upcoming visit of the Minister of Foreign Affairs Uganda to Minister of Foreign Affairs Portugal, Mitteilung vom 11. Oktober 2023 der ugandischen Botschaft in Paris, abgerufen am 16. März 2026.
Im Frühjahr 2024 wurde der portugiesische Staatsbürger Carlos Alberto de Almeida in Uganda wegen Verdacht auf Sex trafficking inhaftiert. Der folgende Prozess, bei dem die undurchsichtigen Beziehungsverhältnisse des Angeklagten und der Kläger unklar blieben und es bei der Untersuchung nur wenig um das betroffene Kind ging, erhielt kurzzeitig die Aufmerksamkeit ugandischer Medien.Portuguese national facing aggravated trafficking further remanded, Artikel vom 21. März 2024 der ugandischen Zeitung Daily Monitor, abgerufen am 16. März 2026. mini|hochkant|Die Botschaft Ugandas in Paris. Sie ist auch für Portugal zuständig.
Diplomatie Uganda unterhält keine Botschaft in Portugal, auch ugandische Konsulate bestehen dort nicht (Stand Januar 2026). Zuständig für Portugal ist die ugandische Botschaft in Paris.
Portugal führt ebenfalls keine diplomatische und keine konsularische Vertretung in Uganda, das Land gehört seit 1995 zum Amtsbezirk des portugiesischen Botschafters in der Demokratischen Republik Kongo. (Stand Februar 2026).Konsularische Kontakte Portugals für Uganda im Portal für Auslandsportugiesen und Reisende des Außenministerium Portugals, abgerufen am 16. März 2026.
Wirtschaft Der bilaterale Außenhandel entwickelt sich nur langsam und bewegt sich noch auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Im Gegensatz zu anderen afrikanischen Staaten, etwa Angola, Mosambik oder Südafrika, genießt Uganda daher noch keine größere Aufmerksamkeit der portugiesischen Wirtschaftsdiplomatie: es existieren noch keine bilateralen Handelskammern, und die portugiesische Außenhandelskammer AICEP unterhält kein Büro in Uganda, das Land wird vom AICEP-Büro an der portugiesischen Botschaft in Kinshasa betreut (alles Stand Februar 2026). mini|hochkant|Verladung ugandischer Arabica-Kaffeesäcke in der Anbaukooperative von Bagisu im Osten Ugandas (2014): Kaffee ist eines der Hauptausfuhrprodukte Ugandas nach Portugal, von wo vor allem Maschinen und Geräte nach Uganda gehen.
Der Außenhandel zwischen Portugal und Uganda erreichte im Jahr 2024 ein Volumen von 42,074 Mio. Euro, mit einem deutlichen Handelsbilanzüberschuss zu Gunsten Ugandas von 33,395 Mio. Euro.Statistiken zum Außenhandel mit Uganda des Gabinete de Estratégia e Estudos (PDF-Abruf) im portugiesischen Wirtschaftsministerium, abgerufen am 16. März 2026.
Dabei exportierte Uganda Waren und Dienstleistungen im Wert von 33,735 Mio. Euro nach Portugal (2023: 25,807 Mio.; 2022: 31,346 Mio.; 2021: 15,354 Mio.; 2020: 20,064 Mio.; 2019: 22,713 Mio.; 2018: 24,255 Mio.; 2017: 27,609 Mio.; 2016: 21,950 Mio.; 2015: 18,549 Mio.), zu 88,0 % landwirtschaftliche Erzeugnisse, 7,2 % Fleisch und 2,7 % pflanzliche und tierische Fette.
Portugal führte zeitgleich Waren und Dienstleistungen in Höhe von 4,339 Mio. Euro nach Uganda aus (2023: 10,087 Mio.; 2022: 5,003 Mio.; 2021: 5,092 Mio.; 2020: 6,461 Mio.; 2019: 6,816 Mio.; 2018: 4,011 Mio.; 2017: 3,967 Mio.; 2016: 2,345 Mio.; 2015: 2,615 Mio.), davon 30,7 % Maschinen und Geräte, 20,6 % Erzeugnisse der Lebensmittelindustrie, 9,8 % Stein-/Gips-/Zementprodukte, 7,4 % Metallwaren, 7,2 % Fahrzeuge, 6,2 % Erzeugnisse der chemischen Industrie und 5,8 % Papier und Zellulosepaste.
Neben dem reinen Außenhandel sind seit den 2010er Jahren portugiesische Unternehmen in Uganda mit Direktinvestitionen tätig geworden. Bedeutendster wirtschaftlicher Akteur Portugals in Uganda ist das Bauunternehmen Mota-Engil, dass hier anfangs über sein afrikanisches Tochterunternehmen Mota-Engil Engenharia e Construção África, später über seine neugegründete ugandische Tochter Mota-Engil Uganda Limited wiederholt den Zuschlag für große Bauvorhaben erhielt, etwa 2018 ein Straßenbauprojekt über 138 Mio. Euro,Mota-Engil anuncia novos contratos no valor de 138 ME no Uganda – „Mota-Engil verkündet neue Verträge in Uganda über 138 Mio.“, Artikel vom 2. Juli 2018 der Zeitung Diário de Notícias, abgerufen am 16. März 2026. oder 2022 drei Aufträge im Energie-Infrastrukturbereich über 231 Mio. Euro.Mota-Engil ganha obras de 231 milhões no Uganda – „Mota-Engil erhält Zuschlag für Bauvorhaben von 231 Mio. in Uganda“, Artikel vom 3. Februar 2022 der gemeinsamen Wirtschaftsbeilage Dinheiro Vivo von Diário de Notícias und Jornal de Notícias, abgerufen am 16. März 2026. Inzwischen rekrutiert und bildet Mota-Engil teils auch selbst in Uganda aus.Mota-Engil abre 226 vagas para estágios – „Mota-Engil schafft 226 neue Praktikantenstellen“, Artikel vom 9. Mai 2023 der gemeinsamen Wirtschaftsbeilage Dinheiro Vivo von Diário de Notícias und Jornal de Notícias, abgerufen am 16. März 2026.
Kultur Das portugiesische Kulturinstitut Instituto Camões ist nicht in Uganda vertreten, sodass, mangels gegenseitiger Botschaften, der Kulturaustausch ganz überwiegend auf zivilgesellschaftlicher und wissenschaftlicher Ebene stattfindet.
So trat etwa das portugiesische Musikprojekt HHY & The Macumbas 2018 beim ugandischen internationalen Nyege Nyege Festival vom 6. bis 9. September 2018 am Nilufer, am Nile Discovery Beach, mit einem besonderen, zusammen mit ugandischen Musikern für das Festival kreierten Ensemble auf.Projeto português HHY & The Macumbas atua em festival no Uganda em setembro – „Portugiesisches Projekt HHY & The Macumbas tritt im September bei Festival in Uganda auf“, Artikel vom 14. August 2018 der Zeitung Diário de Notícias, abgerufen am 16. März 2026. Und der ugandische Musiker Joshua Baraka trat 2025 bei dem seit 2019 im portugiesischen Portimão an der Algarveküste stattfindenden Afro-Nation-Festival als erster ugandischer Künstler aufJoshua baraka makes history at Afro Nation in Portugal performing wrong places [the first ÙG artist], Mitschnitt auf YouTube, abgerufen am 16. März 2026. und wurde bereits für die Ausgabe 2026 angekündigt.Line-up Afro Nation 2026 auf der Website des Festivals, abgerufen am 16. März 2026.
Sport Fußball mini|hochkant|Edrisa Lubega im Trikot des österreichischen Floridsdorfer AC (2017). 2021 ging er für ein Jahr auf Leihbasis nach Portugal. Fußball gilt in beiden Ländern als der beliebteste Sport. Die Portugiesische und die Ugandische Fußballnationalmannschaft der Männer sind bisher noch nicht aufeinander getroffen (Stand Februar 2026).
Auch die Portugiesische und die Ugandische Fußballnationalmannschaft der Frauen haben bisher noch nicht gegeneinander gespielt. Beim portugiesischen Algarve-Cup waren die ugandischen Frauen bisher noch nicht vertreten (Stand Februar 2026).
Fußballspieler aus Portugal und Uganda spielen vergleichsweise selten im jeweils anderen Land. Ugandische Nationalspieler wie Edrisa Lubega, der 2021–2022 für CF Estrela Amadora auflief, Mustafa Kizza, der 2022–2023 das Trikot des FC Arouca anzog, oder Patrick Edema, Luwagga Kizito oder Alex Kakuba, die jeweils bei mehreren Vereinen dort spielten, gehören zu diesen relativ seltenen Beispielen.