mini|hochkant|Wappen derer vom Wasserfaß bei Anton Fahne (nachkoloriert) Die vom Wasserfaß (auch: Wasservasse, Wassirvase o. ä.; lat.: de aquario, de lavacro) waren ein altes kölnisches Patriziergeschlecht, das im 15. und 16. Jahrhundert zu einigem Reichtum gelangte und mehrere Bürgermeister von Köln stellte.

Geschichte Eine erste Erwähnung des Geschlechts findet sich 1250 mit Franco vom Wassirvase, der seinen Sitz auf der Kölner Friesenstraße hatte. Ferner lebten im Jahr 1284 Mathias vom Wasserfaß mit seiner Frau Elif und seinen Söhnen Mathias und Rembold. Zuvor genannter Franco hatte mit seiner Frau Uda drei Kinder, die sich an das Haus Wasserfaß schrieben: Druda ⚭ Cuneman von Schwan(en) († 1315)Fahne (1848), S. 396 Christine, Begine Franco

mini|Der von der Familie gestiftete Wasservass’sche Kalvarienberg, ca. 1432/1433 Die sichere Stammfolge beginnt mit Gerhard (I.) von Esch (auch: von der Hennen) genannt von dem Wasserfasse, mit dem die Familie 1417 ratsfähig wurde:Crossetti de Almeida (2015), Tafel XLI.

Darüber hinaus erscheint 1511 der Kanoniker bei St. Aposteln Gerhard von Wasserfaß. Dieser wird im Testament von Gerhard Quarttermart „Neffe“ genannt. Mit den Schwestern Maria und Catharina Wasserfaß starb das Geschlecht in Köln aus und das Erbe, darunter die Herrlichkeit Benesis und das Haus Jülich in der Kolumbapfarre, fiel an die Pfeil von Scharfenstein. Etwas länger hat noch eine Familienlinie in Bonn bestanden. Bartholomäus Wasserfaß war 1584 Kanoniker zu Bonn.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, Vorgang zu Verzeichnungseinheit AA 0498 / Schwarzrheindorf, Urkunden AA 0498, Nr. 85 (Transfix einer Urkunde von 1585), abgerufen am 17. März 2026. In Gerichtsunterlagen von 1530–1602 erscheinen Johann Wasserfaß und seine Frau Alheid, Merten/Martin Wasserfaß und seine Frau Grietgen sowie ein Peter Wasserfaß als Erben von Johann Rempel, Köln.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0627 / Reichskammergericht AA 0627, Nr. 4663 - R 506/1625, abgerufen am 17. März 2026. Martin Wasserfaß, Ratsherr der Stadt Bonn, erscheint 1641 als verstorben.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0147 / Bonn, St. Cassius, Urkunden AA 0147, Nr. 660, abgerufen am 17. März 2026. Barthel Wasserfaß war 1614 Bonner Bürger und Ratsherr.Vereinigte Adelsarchive im Rheinland, Schönstein Urkunden / Fürstliches Hatzfeldt-Wildenburg'sches Archiv auf Schloss Schönstein (Sieg) - Urkunden, Nr. 2212, abgerufen am 17. März 2026. Ein Bartholomäus Wasserfaß lebte 1667.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0307 / Heisterbach, Urkunden AA 0307, Nr. 310, abgerufen am 17. März 2026. Und noch 1676 stifteten die in Bonn wohnenden Margeretha Wasserfaß und ihr Ehemann Johann Märcken eine Messe in der Klosterkirche Nazareth zu Mariaweiler.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0163 / Bonn, Minoriten, Urkunden AA 0163, Nr. 56, abgerufen am 17. März 2026.

Wappen mini|hochkant|Wappen derer vom Wasserfaß in St. Mariä Geburt, Efferen Blasonierung des Redenden Stammwappens: In Blau drei (2:1) goldene Wasserkübel (Trinkbecher?). Auf dem Helm ein von Blau und Gold geteilter Flug.

Auf dem Wasservass’schen Kalvarienberg ist das Wappen abweichend schwarz-silbern tingiert. In der Pfarrkirche St. Mariä Geburt in Efferen befindet sich ein Chorgestühl aus der ehemaligen Kölner Stiftskirche St. Maria im Kapitol. Auf Teilen der aus dem 16. Jahrhundert stammenden Chorstühle befinden sich Wappen ehemaliger Kölner Bürgermeisterfamilien, wie auch das Wappen der vom Wasserfaß.

Sonstiges Den Reichtum der Familie bezeugt eine Stelle in der Zimmermischen Chronik,Zimmerische Chronik, III, S. 237–238. die über ein Bankett bei der Familie Wasserfaß in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts berichtet. Man habe damals Gäste in eine Nebenkammer geführt und ihnen das an zwei Wänden von unten bis zur Decke reichende Silberzeug gezeigt, dessen Wert auf 30.000 Gulden geschätzt wurde.Johann Jakob Merlo: Meister Gerard Lange, ein Kölner Gold- und Silberschmied des 14. Jahrhunderts. In: Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande, Heft LXXVI., Bonn 1883, S. 125 (Google Bücher).

Literatur Paul Clemen: Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 4, Verlag L. Schwan, Düsseldorf 1897, S. 114 (archive.org). Cybele Crossetti de Almeida: Führende Kölner Familien im Spätmittelalter. Eine prosopographische Untersuchung. Göttingen 2015, S. 121–126, 142, 178–186, 305–318, Tafel XLI, ISBN 978-3-95404-966-0 (PDF; 3,3 MB auf cuvillier.de). Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden, Band 1, Heberle, Köln und Bonn 1848, S. 443 (hhu.de). Alexander Schnütgen (Hrsg.): Zeitschrift für christliche Kunst, 8. Jg., Düsseldorf 1895, Sp. 244 (Google Bücher).

Weblinks Wappen in Rheinland-Pfalz (Zobel), Tafel 214 (inkl. Wappen des Patriziers Franco Wasserfaß, 1250) auf heraldik-wiki.de.

Einzelnachweise

Kategorie:Kölner Patriziergeschlecht