Tullio Gritti (* 20. Oktober 1958 in Mailand) ist ein ehemaliger italienischer Fußballspieler, der mittlerweile als Trainer tätig ist. Seit 2006 arbeitet er als Trainerassistent von Gian Piero Gasperini bei verschiedenen Klubs, seit 2025 sind beide bei der AS Rom tätig.

Sportlicher Werdegang Spielerkarriere Gritti begann seine Erwachsenenlaufbahn Ende der 1970er Jahre im Amateurbereich bei der USD Caravaggio und US Ivrea Calcio, ehe der Stürmer ab 1978 beim FBC Derthona in der Serie C2 im unterklassigen italienischen Profifußball ankam. 1980 wechselte er in die Serie C1 zur US Arezzo, wo er mit 16 Saisontoren in der Drittligasaison 1981/82 maßgeblich zum Aufstieg in die Serie B beitrug.

Gritti folgte jedoch im Sommer 1982 innerhalb der Serie C1 einem lukrativen Angebot des Zweitligaabsteigers Brescia Calcio. Dort war er in den folgenden drei Spielzeiten jeweils vereinsintern bester Torschütze des Klubs, dem der angestrebte Wiederaufstieg zunächst misslang und erst in der Drittligasaison 1984/85 glückte. Die folgende Zweitligaspielzeit verlief umso erfolgreicher: mit 16 Toren in 36 Spielen leistete er als Zweiter der Torschützenliste hinter Oliviero Garlini von Lazio Rom, der mit 18 Saisontoren Torschützenkönig wurde, einen wichtigen Beitrag zum direkten Durchmarsch der Lombarden in die Serie A als Tabellenzweiter. In der Sommerpause wurde ein als Totonero 1986 bekannter Manipulationsskandal aufgedeckt, in den er involviert gewesen war und infolgedessen für vier Monate gesperrt wurde. Dabei zeigte sich die Abhängigkeit des Klubs von ihm als Sturmspitze: nach seinem Erstligadebüt im Dezember kam er zu 19 Saisoneinsätzen, in denen er sieben Erstligatore erzielte. Damit war er auf dem zehnten Platz der Serie-A-Torschützenliste rangierend erneut vereinsintern bester Torschütze, mit nur 25 Saisontoren rangierte der Klub am Saisonende auf einem Abstiegsplatz und kehrte direkt in die Serie B zurück.

Gritti wechselte im Sommer 1987 innerhalb der Serie A zu Torino Calcio. Während in der Meisterschaft 1987/88 der siebte Platz belegt wurde, erreichte die Mannschaft im Wettbewerb um die Coppa Italia 1987/88 die Finalspiele gegen Sampdoria Genua. Nach einer 0:2-Hinspielniederlage wurde durch Eigentore von Pietro Vierchowod und Antonio Paganin das Hinspielergebnis egalisiert, Fausto Salsanos Treffer in der Verlängerung entschied das Spiel jedoch zugunsten von Sampdoria. Nach nur einer Spielzeit entschied Gritt sich jedoch zur Rückkehr zu Brescia Calcio in die Serie B. Mit dem Klub verpasste er jedoch am Ende der Zweitligasaison 1988/89 den Klassenerhalt, woraufhin er sich dem Erstligisten Hellas Verona anschloss. Auch mit diesem stieg er ab, am Ende der Serie-A-Spielzeit 1989/90 fehlten fünf Punkte auf das rettende Ufer. Zwar gelang in der Zweitligasaison 1990/91 der direkte Wiederaufstieg, er ließ jedoch beim unterklassig spielenden Mantova 1911 bis 1993 seine aktive Laufbahn ausklingen.

Trainerlaufbahn Nach Jugendtrainertätigkeit war Gritti ab 2001 Trainerassistent seines vormaliger Turnier Mitspielers Ezio Rossi bei der US Triestina, anschließend folgte er diesem zurück zum gemeinsamen Ex-Klub FC Turin. 2004 holte Serse Cosmi ihn in den Trainerstab von CFC Genua, wo er auch unter Cosmis Nachfolgern Francesco Guidolin, Giovanni Vavassori und Gian Piero Gasperini blieb. Gemeinsam mit diesem wurde er im November 2010 freigestellt. Nachdem Gasperini zwischenzeitlich bei Inter Mailand tätig gewesen war, holte er im Herbst 2012 Gritti bei seinem nächsten Engagement als Nachfolger von Giuseppe Sannino bei der US Palermo wieder in sein Funktionsteam. Anfang Februar 2013 wurden sie gemeinsam entlassen, nach drei Unentschieden unter Nachfolger Alberto Malesani am Ende des Monats aber wieder ins Amt gehoben. Am 11. März folgte jedoch die endgültige Freistellung.

Im Sommer 2016 übernahm Gasperini den Cheftrainerposten bei Atalanta Bergamo, Gritti wurde sein erster Assistent. Gemeinsam entwickelten sie den Klub zu einem Spitzenteam der Serie A, am Ende der Spielzeit 2016/17 qualifizierte sich die Mannschaft erstmals seit 26 Jahren wieder für den Europapokal. Im Wettbewerb um die Coppa Italia 2018/19 erreichte sie das gegen Lazio Rom verlorene Finalspiel im Stadio Olimpico, in den Wettbewerben um die Coppa Italia 2020/21 wurde im Mapei Stadium – Città del Tricolore bzw. die Coppa Italia 2023/24 im Stadio Olimpico jeweils gegen Juventus Turin im Endspiel ein Titelgewinn verpasst. Unterdessen erreichte man das Endspiel um die UEFA Europa League 2023/24, dort wurde Bayer 04 Leverkusen mit einem 3:0-Erfolg dominiert. Der erste Europapokaltriumph der Vereinsgeschichte war der erste Titelgewinn sein dem Sieg in der Coppa Italia 1962/63. Nach neun Jahren Amtszeit entschied sich das Trainerduo im Sommer 2025 zum Abschied vom Klub.

Im Juni 2025 unterzeichneten Gasperini und Gritti bis 2028 gültige Verträge bei der AS Rom.

Erfolge als Spieler Serie-A-Aufstieg: 1986 (mit Brescia Calcio), 1991 (mit Hellas Verona) Serie-B-Aufstieg: 1985 (mit Brescia Calcio)

als Trainer UEFA Europa League: 2024 (Trainerassistent bei Atalanta Bergamo) Serie-B-Aufstieg: 2002 (Trainerassistent bei der US Triestina)

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