Astes (auch Astis: † 327 v. Chr.) war ein antiker indischer Fürst, der über die historische Landschaft Peukelaotis (auch Peukelaïtis) regierte. Er fiel in Kämpfen gegen Truppen Alexanders des Großen.
Namensform In den Handschriften der Anabasis des Arrian wird die gräzisierte Namensform Astis für diesen indischen Herrscher verwendet; Astes stellt eine 1575 vorgenommene Emendation des Arrian-Textes durch den flämischen Humanisten Bonaventura Vulcanius dar.Waldemar Heckel: Who’s Who in the Age of Alexander the Great. Prosopography of Alexander’s Empire, 2006, S. 59. Möglicherweise ist der überlieferte Name bei Arrian eine dynastische Bezeichnung, die Kurzform für Ashtakaraja, König der Ashtakas.E. J. Rapson: The Cambridge History of India, Bd. 1 (1922), S. 318.
Leben Astes war in der 2. Hälfte des 4. Jahrhunderts v. Chr. der Herrscher der Landschaft Peukelaotis in der antiken Region Gandhara (heute ein Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan).Strabon, Geographika 15, 1, 27, p. 698. Sangaios, offenbar ein lokaler Adliger, erhob sich kurz vor der Ankunft der Truppen Alexanders des Großen gegen Astes und floh zum indischen König Taxiles.Arrian, Anabasis 4, 22, 8. Dieser hatte sich im Frühsommer 327 v. Chr. dem Makedonenkönig bei dessen Hinabmarsch durch das Tal des Kabul angeschlossen. Während Alexander nun mit einem Teil des Heers gegen die kriegerischen Stämme der Aspasier und Assakener zog, marschierten seine führenden Feldherren Hephaistion und Perdikkas mit dem restlichen Heer unter dem Geleit des Taxiles weiterhin das Kabul-Tal abwärts.Siegfried Lauffer: Alexander der Große, 1993, S. 142. Anscheinend nahm auch Sangaios am Zug der beiden makedonischen Feldherren teil.
Beim Anrücken von Hephaistion und Perdikkas verschanzte sich Astes in einer von Arrian nicht namentlich genannten Stadt, vermutlich seiner Hauptstadt Puschkalavati (heute Charsadda). Nach einer alternativen Forschermeinung handelt es sich bei dem Ort, in den sich Astes zurückzog, um die Stadt Orobatis.Helmut Berve: Das Alexanderreich auf prosopographischer Grundlage, Bd. 2, 1926, S. 90. Das makedonische Heer konnte diese Festung erst nach 30-tägiger Belagerung erstürmen. Astes verlor bei den dabei stattfindenden Kämpfen sein Leben. Sangaios wurde zu seinem Nachfolger bestellt.
Literatur Ernst Badian: Alexander at Peucelaotis, in: The Classical Quaterly. Band 37, Nr. 1, 1987, S. 117–128.
Helmut Berve: Das Alexanderreich auf prosopographischer Grundlage. Band 2, München 1926, S. 89 f., Nr. 174. Waldemar Heckel: Who’s Who in the Age of Alexander the Great. Prosopography of Alexander’s Empire. Blackwell, Oxford u. a. 2006, ISBN 1-4051-1210-7, S. 59. Siegfried Lauffer: Alexander der Große. 3. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1993, ISBN 3-423-04298-2, S. 142.
Anmerkungen
Kategorie:König (Indisches Altertum) Kategorie:Person im Alexanderzug Kategorie:Inder Kategorie:Geboren im 4. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Gestorben 327 v. Chr. Kategorie:Mann