Die portugiesisch-usbekischen Beziehungen umfassen das bilaterale Verhältnis zwischen Portugal (usbekisch: Portugaliya) und Usbekistan (portugiesisch: Uzbequistão). Die Länder unterhalten seit 1992 diplomatische Beziehungen.Übersicht über die portugiesisch-usbekischen Beziehungen auf der Website des Diplomatischen Instituts des portugiesischen Außenministeriums, abgerufen am 15. März 2026

Die Beziehungen gelten als freundschaftlich, allerdings erst im Aufbau, bedingt durch die große Entfernung und fehlende gemeinsame historische, geopolitische oder kulturelle Bezugspunkte zwischen Portugal und dem seit 1991 unabhängigen, autoritär regierten Usbekistan. So sind heute die langsam, aber stetig zunehmenden Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern und die kleine usbekische Diaspora in Portugal Verbindungselemente, dazu besteht Austausch in Bereichen wie Sport oder Kultur und in der gemeinsamen Mitgliedschaft in multilateralen Gremien wie der OSZE, dem Internationalen Währungsfonds (IWF), die verschiedenen UN-Organe u. a.

Im Jahr 2022 waren über 1.000 usbekische Staatsbürger in Portugal gemeldet, die allgemein als gut integriert und wenig auffällig gelten und die größte zentralasiatische Einwanderergemeinde in Portugal darstellen.Gemeinsame Erklärung der portugiesischen und usbekischen Außenministerien zum 30. Jahrestag ihrer diplomatischen Beziehungen vom 12. August 2022, Diplomatisches Institut des Außenministerium Portugals, abgerufen am 15. März 2026 Im Gegenzug besteht keine portugiesische Gemeinde in Usbekistan. 2009 waren zwei Portugiesen konsularisch dort registriert,Webseite zur portugiesisch-usbekischen Migration beim portugiesischen wissenschaftlichen Observatório da Emigração, abgerufen am 15. März 2026 2025 lebte ein Portugiese dort, der seit 2005 in der Hauptstadt Taschkent lebt, mit einer inzwischen portugiesischsprechenden Usbekin verheiratet ist und, wie bereits zuvor in Portugal, in der Verwertung von Baumwollabfällen in der Textilindustrie arbeitet.David Gonçalves é o único português emigrante no Uzbequistão - „David Gonçalves ist der einzige portugiesische Auswanderer in Usbekistan“, Artikel vom 30. Oktober 2024 des regionalen Nachrichtenportals guimaraesdigital.pt, abgerufen am 15. März 2026

Usbekistan ist bei portugiesischen Touristen als ein Ziel für kultur- und geschichtsinteressierte Reisende bekannt und wird von ihnen insbesondere als markanter Abschnitt der historischen Seidenstraße besucht.Beispiele für Reiseangebote bei den portugiesischen Anbietern Pinto Lopes Viagem, Portugueses em Viagem und Marktführer Abreu, abgerufen am 16. März 2026 Der bekannte portugiesische Reisejournalist Gonçalo Cadilhe etwa reiste mehrmals nach Usbekistan und zeigte sich insbesondere von Samarqand beeindruckt, dass für ihn bis heute zurecht als ein Synonym für traditionelles Reisen gilt.Gonçalo Cadilhe: O Esplendor do Mundo Clube do Autor, Lissabon 2017 (ISBN 978-989-724-372-1), S. 156

Geschichte mini|hochkant|Denkmal für die 1991 erreichte Unabhängigkeit Usbekistans in der Hauptstadt Taschkent. 1991 wurde die ehemalige Sowjetrepublik Usbekistan unabhängig, bis dahin bestimmten die portugiesisch-sowjetischen Beziehungen ihre Verbindung.

Am 12. August 1992 nahmen beide Staaten diplomatische Beziehungen auf, die Portugal am 28. August offizialisierte. Gegenseitige Vertretungen richteten beide Staaten danach nicht ein (Stand Februar 2026). 1996 akkreditierte sich mit João Luís Gomes, portugiesischer Botschafter in Russland, erstmals ein Vertreter Portugals in der usbekischen Hauptstadt Taschkent.

Danach erfuhren die Beziehungen beider Länder zunächst nur langsam eine Intensivierung. Nach zunehmenden Kontakten in Bereichen wie Kultur und Sport näherten sich beide Staaten dann auch politisch etwas an. Nach ersten bilateralen Beratungsgesprächen 2009 fand im April 2021 eine zweite Beratungsrunde statt, auf Grund der weltweiten COVID-19-Pandemie per Videokonferenz. Wesentlicher Bezugspunkt wurden nun die Wirtschaftsbeziehungen, die beide Seiten seither ausbauen möchten. So reiste bereits im Mai 2021 der Leiter der Außenhandelskammer AICEP nach Taschkent, und die zunehmenden Kontakte führten zu einer spürbaren Zunahme des bilateralen Handels. Im April 2025 führte der portugiesische Unternehmensverband AEP eine mehrtägige Kontaktreise portugiesischer Unternehmer und Verbände nach Usbekistan (und Kasachstan) durch, um die Wirtschaftsbeziehungen weiter zu vertiefen.Missão ao Uzbequistão e ao Cazaquistão 2025, Webseite des portugiesischen Unternehmensverband AEP zur Reise nach Usbekistan und Kasachstan vom 6. bis 12. April 2025, abgerufen am 15. März 2026

Bei der Akkreditierung Nodir Ganievs, Usbekistans 2024 angetretener Vertreter in Paris, als neuer usbekischer Botschafter bei Portugals Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa begrüßten beide Seiten die zunehmenden Beziehungen beider Länder auf verschiedenen Ebenen, insbesondere politisch, wirtschaftlich und zivilgesellschaftlich-kulturell.Ambassador of Uzbekistan Nodir Ganiev presents credentials to the President of Portugal Artikel vom 28. Mai 2025 der usbekischen Zeitung UzDaily, abgerufen am 15. März 2026 mini|hochkant|Die Botschaft Usbekistans in Paris ist auch für Portugal zuständig. Diplomatie Usbekistan unterhält keine Botschaft in Portugal, auch usbekische Konsulate bestehen dort nicht (Stand Dezember 2022). Zuständig für Portugal ist die usbekische Botschaft in Paris.Listen der diplomatischen und konsularischen Vertretungen Usbekistans (ohne Nennung Portugals), abgerufen am 15. März 2026

Portugal führt ebenfalls keine diplomatische und keine konsularische Vertretung in Usbekistan, das Land gehört zum Amtsbezirk des portugiesischen Botschafters in Russland. (Stand Februar 2026).Übersicht über die konsularischen Kontaktstellen Portugals in Usbekistan im Portal für Auslandsportugiesen und Reisende des Außenministerium Portugals, abgerufen am 15. März 2026

Wirtschaft mini|Transportzug aus der Autoeuropa-Fabrik: Fahrzeuge sind die Hauptexportgüter Portugals nach Usbekistan, von wo überwiegend Textilien nach Portugal kommen. Das Handelsvolumen zwischen Portugal und Usbekistan belief sich im Jahr 2024 auf 28,867 Mio. Euro, mit einem Handelsbilanzüberschuss zu Gunsten Usbekistans von 18,079 Mio. Euro.Statistiken zum Außenhandel mit Usbekistan des Gabinete de Estratégia e Estudos im portugiesischen Wirtschaftsministerium, abgerufen am 15. März 2026

Dabei exportierte Usbekistan Waren und Dienstleistungen im Wert von 23,482 Mio. Euro nach Portugal (2023: 6.822 Mio.; 2022: 12.205 Mio.; 2021: 12-271 Mio.; 2020: 3,159 Mio.; 2019: 3.420 Mio.; 2018: 2,742 Mio.; 2017: 5,482 Mio.; 2016: 5,205 Mio.; 2015: 5,895 Mio.), zu 76,0 % Textilien, 13,2 % Kunststoffe und 10,3 % chemische Produkte.

Portugal führte zeitgleich Waren und Dienstleistungen in Höhe von 5,385 Mio. Euro nach Usbekistan aus (2023: 7,738 Mio.; 2022: 3,112 Mio.; 2021: 2,486 Mio.; 2020: 1,863 Mio.; 2019: 0,974 Mio.; 2018: 4,553 Mio.; 2017: 0,965 Mio.; 2016: 0,381 Mio.; 2015: 0,083 Mio.), davon 73,8 % Fahrzeuge, 5,3 % textile Stoffe und 4,1 % Holz und Kork.

Die portugiesische Außenhandelskammer AICEP unterhält kein Büro in Usbekistan, das Land wird vom AICEP-Büro an der portugiesischen Botschaft in Moskau bzw. Ankara betreut.

Kultur Das portugiesische Kulturinstitut Instituto Camões ist nicht in Usbekistan vertreten, und mangels gegenseitiger Botschaften findet der Kulturaustausch ganz überwiegend auf zivilgesellschaftlicher und wissenschaftlicher Ebene statt.

Der renommierte usbekische Dirigent Aziz Shokhakimov leitete mehrfach das international bekannte Lissabonner Orquestra Gulbenkian.Profil Aziz Shokhakimovs bei der Fundação Gulbenkian, abgerufen am 15. März 2026Gulbenkian-Orchester spielt Ravels "La Valse", TV-Programmhinweis der Programmzeitschrift Hörzu, abgerufen am 15. März 2026

Sport mini|hochkant|Das NRG Stadium im US-amerikanischen Houston: hier werden die Fußball-Nationalmannschaften Portugals und Usbekistans am 23. Juni 2026 erstmals aufeinander treffen, während der WM 2026. Während in Portugal Fußball unangefochtener Nationalsport ist, gilt in Usbekistan das Boxen als beliebteste Sportart. Fußball Die Portugiesische und die Usbekische Fußballnationalmannschaft der Männer trafen bislang noch nicht aufeinander (Stand: Februar 2026). Die usbekische Auswahl qualifizierte sich 2025 erstmals für eine Fußball-Weltmeisterschaft. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 werden Portugal und Usbekistan dabei im Juni 2026 in der Gruppe K erstmals aufeinandertreffen.

Die Portugiesische und die Usbekische Fußballnationalmannschaft der Frauen sind bisher ebenfalls noch nicht zusammengetroffen. Beim portugiesischen Algarve-Cup sind die Usbekinnen bisher noch nicht angetreten (Stand Februar 2026).

Vergleichsweise selten werden Fußballer im jeweils anderen Land tätig. Unter den Beispielen sind der portugiesische Trainer Pedro Moreira, der 2024 Cheftrainer des usbekischen Klubs Paxtakor Taschkent wurde, und der usbekische Nationalspieler Sardor Rashidov, der 2019 für den portugiesischen Verein Nacional Funchal spielte.

Andere An den Boxweltmeisterschaften 2023 in Taschkent nahm Portugal nicht teil. Portugal richtete noch keine Boxweltmeisterschaften aus (Stand 2025).

Bei den Judo-Weltmeisterschaften 2022 in Taschkent gewann die Portugiesin Barbara Timo Bronze in der Klasse bis 63 Kilogramm. Portugal wurde damit 19. der Gesamtwertung, Gastgeber Usbekistan wurde mit zwei Goldmedaillen Dritter. Portugal richtete noch keine Judo-Weltmeisterschaften aus (Stand 2025).

Bei der Kanu-WM 2024 in Usbekistan schloss Portugal mit zwei Gold- und zwei Silbermedaillen als Zweiter, der Gastgeber konnte keine Medaille gewinnen. Bei der Kanu-WM 2018 in Portugal gewann Usbekistan ebenfalls keine Medaille, der Gastgeber endete mit zwei Goldmedaillen als Siebter.

Weblinks

Seite zu den diplomatischen Beziehungen zu Usbekistan des Diplomatischen Instituts beim portugiesischen Außenministerium (portugiesisch, englisch)

Einzelnachweise