mini|Yahya Ekhou (2023) Yahya Ekhou (geb. 1990) ist ein mauretanischer Autor, Menschenrechtsaktivist und politischer Kampagnenführer. Er ist bekannt als humanistisch und säkular und er engagiert sich für die Rechte von Minderheiten. Zentrale Themen, die sich durch sein Werk ziehen, sind Menschenrechte, Identität, Meinungsfreiheit und die Freiheit des Individuums.

Aufgrund seiner öffentlichen Kritik an religiösem Extremismus und seiner Unterstützung für Minderheitenrechte und Meinungsfreiheit wurde er in Mauretanien bedroht und verfolgt. Nach Morddrohungen hat er sein Heimatland verlassen und lebt seit 2018 im Exil in Deutschland, wo er politisches Asyl erhalten hat. Seine Texte beschäftigen sich mit Themen wie Exil, Freiheit, Identität und mit dem Leben von Minderheiten in repressiven Gesellschaften.

Am 18. November desselben Jahres nahm er an der Secular Human Rights Week in Berlin teil und sprach gemeinsam mit dem deutsch-ägyptischen Autor Hamed Abdel-Samad sowie weiteren Autoren und Menschenrechtsaktivisten auf einer Podiumsdiskussion über Säkularismus und Menschenrechte in arabischen Ländern.Gisa Bodenstein: Hat es doch etwas mit dem Islam zu tun? In: Humanistischer Pressedienst, 19. November 2018, abgerufen am 16. März 2026.

Leben Schon als Kind hat Ekhou religiöse Bücher gelesen, weil das die einzigen Bücher waren, die er zu Hause hatte. Dazu kamen arabische Literatur und Gedichte von bekannten Dichtern wie Al-Mutanabbi. So kam er schon früh zur Literatur, besonders zur Poesie.

Ekhou studierte Jura an der Universität Kairo und erwarb dort einen Bachelorabschluss. Später absolvierte er ein Masterstudium. Während seines Studiums wurde das Lesen für ihn zu einem Rückzugsort, an dem er sich frei fühlen konnte, fernab von allen äußeren Zwängen. Mit Thomas Mann, Friedrich Nietzsche und Hannah Arendt fand er Zugang zum Denken in Deutschland. Anton Tschechow nahm ihn mit in die russische Gesellschaft. Gustave Le Bon zeigte ihm, wie man der Massenkontrolle entkommen kann, und Gabriel García Márquez führte ihn in die magische Welt Lateinamerikas.

Während seiner Studienzeit engagierte er sich in zivilgesellschaftlichen Initiativen für politische Reformen und Meinungsfreiheit in Mauretanien und gründete er Liberals Mauritania, eine Organisation zur Förderung liberaler Werte, Menschenrechte, Minderheitenrechte und Meinungsfreiheit.

Ekhou wuchs in einer einflussreichen Familie und in einem streng islamisch geprägten Umfeld auf, das vom Stammessystem beeinflusst war. Er bezeichnet sich selbst als säkular und als Atheist und hat die Ungleichheit sowie die Verletzung individueller Rechte durch die Scharia wiederholt kritisiert. Gesetze, die auf religiösen Texten basieren, betrachtet er grundsätzlich kritisch: „Es gibt viele Versionen des Islam, doch die Version, die wir in Mauretanien erleben, ist selbst für Muslime aus verschiedenen Denkschulen problematisch und im Hinblick auf die Rechte anderer Religionen und Minderheiten äußerst gefährlich.“

Ekhou verfasst seine literarischen Werke auf Deutsch. In einem 2026 veröffentlichten Interview mit dem Deutschlandfunk-Radio sagte er: „Ich liebe die deutsche Sprache und das Schreiben in ihr. Sie ist für mich die Sprache des Exils, durch die ich meine Literatur und Kultur ausdrücken möchte. Für mich ist Literatur ein Ort des Widerstands, ein Raum, in dem Stimmen aus unbekannten Ländern wieder sichtbar werden.“

Ekhous Buch „Stimmen aus der Stille“ wurde für die Reihe „Zwischen Zeilen. Eine Stunde Schönheit“ ausgewählt, die vom Friedenspreis des Deutschen Buchhandels veranstaltet wird. Die Reihe würdigt Autorinnen und Autoren, deren Werke besondere literarische Qualität mit gesellschaftlicher Relevanz verbinden. Die Auswahl des Buches unterstreicht die Bedeutung von Ekhous Arbeiten, insbesondere die einfühlsame Darstellung der Lebensrealitäten mauretanischer Frauen sowie die thematische Auseinandersetzung mit Menschenrechten, Selbstbestimmung und sozialer Gerechtigkeit.

In Deutschland engagiert er sich für die Rechte säkularer Flüchtlinge. Als Vorsitzender der Säkularen Flüchtlingshilfe Deutschland setzt er sich für den Schutz von Flüchtlingen ein, die wegen ihrer religiösen oder weltanschaulichen Überzeugungen verfolgt wurden.

Der deutsche Schriftsteller und Publizist Leander Sukov ist Mitglied des deutschen PEN-Zentrums, in dem er von 2019 bis 2021 als Vizepräsident im Bereich „Writers in Exile“ tätig war. In einem Artikel über die Biografie „Freie Menschen kann man nicht zähmen“ von Yahya Ekhou schrieb er:

Auszeichnungen 2017: Auszeichnung mit dem Arab Youth Excellence Award in Kairo, verliehen von der Arab League und dem Arab Youth Council für herausragendes Engagement junger Menschen. 2026: Johann-Philipp-Palm-Preis

Publikationen Stimmen aus der Stille. Akono Verlag, 2025. ISBN 978-3-949554-30-8. Freie Menschen kann man nicht zähmen. Alibri Verlag, 2022. ISBN 978-3-86569-369-3. Eva-Maria Bruchhaus, Yahya Ekhou: Umbruch im Sahel: Mauretanien als letzte Hoffnung des Westens? In: Blätter für deutsche und internationale Politik. Oktober 2023 (blaetter.de).

Weblinks Offizielle Website Liberals Mauritania

Einzelnachweise

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