mini|Logo Marianne war eine französische, eher linksorientierte Wochenzeitung für Politik und Kultur. Sie bestand von 1932 bis 1940.

Geschichte Marianne erschien erstmals am 26. Oktober 1932 zum Preis von 75 Centimes. Sie trug den Untertitel „Grand hebdomadaire littéraire illustré“ (Große illustrierte Literaturzeitschrift). Herausgeberin war die von Gaston Gallimard gegründete Gesellschaft Publications ZED.

mini|Der Blinde und der Lahme – Marinus in Marianne vom 28. Februar 1940 Sie stand bis 1937 unter der Leitung von Emmanuel Berl. Berl betreute die Zeitschrift persönlich, von den Mode-Seiten an der Seite von Marcelle Auclair bis hin zu den Beauté-Seiten. Pierre Bost war Chefredakteur und André Malraux war an der Gestaltung des Layouts beteiligt. Ab 1933 waren die von Marinus signierten politischen Fotomontagen das Markenzeichen der Zeitung, die mehr als 250 davon veröffentlichte, wobei sich die Bilder auf die Titelseite konzentrierten. Sie zeigten Adolf Hitler, Joseph Stalin, Winston Churchill und die politischen Führer jener Zeit in den skurrilsten Posen, inspiriert von den Gemälden der alten Meister.

Zu den Autoren zählten neben anderen Antoine de Saint-Exupéry, Georges Auric, Julien Benda, Pierre Mac Orlan, Jean Rostand, Henri Troyat, Herbert George Wells, Marlene Dietrich, Marie Bonaparte, Marcel Aymé und Geneviève Tabouis.

Marianne genoss in linken intellektuellen Kreisen großen Einfluss, doch die Auflage von 60.000 Exemplaren im Jahr 1936 hielt dem nicht Schritt. Da 1935 mit Vendredi eine ähnlich angelegte Konkurrenz erschien, verkaufte Gallimard die Zeitschrift im Februar 1937 an den Bildungsverlag L’Hebdomadaire, der vom Presseverleger Raymond Patenôtre geleitet wurde.

Patenôtre richtete die Zeitung neu aus (sie wurde unpolitischer), ersetzte Berl und holte André Cornu sowie Lucien Vogel (der bis Juni 1937 blieb) in die Chefredaktion. Zu den neuen Autoren gehörte auch Léon Werth.

Patenôtre brachte im März 1939 eine separat verkaufte Beilage heraus, das Marianne magazine, das ab Juli 1939 in France magazine umbenannt wurde; für beide Titel lieferte Marinus ebenfalls Illustrationen. Die Auflage des Titels stieg auf 100.000 Exemplare, was jedoch als unzureichend angesehen wurde. Vom 4. Januar 1939 bis zum 31. Januar 1940 lautet der Untertitel der Zeitung „Große illustrierte politische und literarische Wochenzeitung“, um anschließend zu „Die Wochenzeitung der französischen und ausländischen intellektuellen Elite“ zu werden und schließlich, nach dem 12. Juni, nach einer Unterbrechung und einer Wiederaufnahme am 12. Juli, „Die Wochenzeitung des Ideals und des französischen Interesses“. Die Veröffentlichung der Zeitschrift und der Beilagen wurde in Lyon am 28. August 1940 offiziell eingestellt, mit der Nr. 416, die 212 zensierte Zeilen auf einer Seite enthielt. Die Fotomontagen von Marinus waren seltener geworden und wurden durch gezeichnete Karikaturen ersetzt. Das Vichy-Regime verbot die Zeitschrift endgültig am 4. September 1940.

Seit 1997 erscheint in Frankreich eine Zeitschrift namens Marianne, deren Titel sich von der Zeitschrift von 1932 ableitete.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Zeitung (Frankreich, Erscheinen eingestellt) Kategorie:Ersterscheinen 1932 Kategorie:Erscheinen eingestellt 1940