Alfred Holzbrecher (* 1950 in Ravensburg) ist ein deutscher Erziehungswissenschaftler. Von 1999 bis 2013 war er Professor für Schulpädagogik und Allgemeine Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der Interkulturellen und Globalen Bildung, der Subjektorientierten Didaktik sowie der Medienpädagogik und Fotopädagogik.Alfred Holzbrecher, PH Freiburg, mit vollständiger Bibliografie, abgerufen am 14. März 2026.

Leben und akademische Laufbahn

Alfred Holzbrecher studierte von 1969 bis 1975 Germanistik, Pädagogik und Katholische Theologie an der Universität Tübingen. Seine Staatsexamensarbeit trug den Titel Dritte Welt im Unterricht. Probleme einer praxisorientierten Curriculumentwicklung (1975). Anschließend entstand bis 1978 seine Dissertation Dritte Welt-Öffentlichkeitsarbeit als Lernprozeß. Zur politischen und pädagogischen Praxis von Aktionsgruppen.Alfred Holzbrecher: Dritte Welt-Öffentlichkeitsarbeit als Lernprozeß. Zur politischen und pädagogischen Praxis von Aktionsgruppen. Haag+Herchen, Frankfurt 1978. Dissertation, Tübingen.

Nach dem Studienreferendariat am Seminar Siegburg und dem Zweiten Staatsexamen (1979) war Holzbrecher bis 1995 als Studienrat am Heinrich-Böll-Gymnasium in Troisdorf tätig.Alfred Holzbrecher, Website, abgerufen am 14. März 2026. Von 1995 bis 1999 wirkte er als Studienrat im Hochschuldienst an der Universität GH Essen im Fachbereich Pädagogik. In dieser Zeit entstand seine Habilitationsschrift Wahrnehmung des Anderen. Zur Didaktik Interkulturellen Lernens, auf deren Grundlage er 1996 habilitierte.Alfred Holzbrecher: Wahrnehmung des Anderen. Zur Didaktik interkulturellen Lernens. Leske+Budrich, Opladen 1997 (Habilitationsschrift, Universität Mainz).

1999 folgte Holzbrecher dem Ruf an das Institut für Erziehungswissenschaft der Pädagogischen Hochschule Freiburg, wo er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2013 als Professor für Schulpädagogik und Allgemeine Didaktik lehrte und forschte. Neben seiner Lehrtätigkeit übernahm er mehrere Jahre die Funktion des Institutsleiters sowie des Dekans der Bildungswissenschaftlichen Fakultät.

Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte

Die wissenschaftliche Arbeit Holzbrechers umfasst folgende Schwerpunkte:

Lehrerbildung und Lehrerprofessionalität als Subjektentwicklung Subjektorientierte Didaktik Didaktik des Interkulturellen und Globalen Lernens sowie Bildung für Nachhaltige Entwicklung Freie Alternativschulen Unterrichtsentwicklung im globalisierten Klassenzimmer und Didaktische Konzepte des Umgangs mit Heterogenität Schulentwicklung mit dem Profil „Interkulturelle und Globale Bildung“ Ganztagsschule Medienbildung, Kulturelle Bildung und Fotopädagogik

Ein besonderes Anliegen Holzbrechers war die Vernetzung der Hochschule mit lokalen Institutionen im Bereich der Kulturellen und Medienpädagogik im Bildungsraum Freiburg. In diesem Kontext entwickelte er einen Ansatz, der projektpädagogische Praxis mit medienpädagogischer Theoriebildung verbindet. Das von ihm ausgearbeitete bildhermeneutische Konzept – insbesondere im Umgang mit Kinder- und Jugendfotografien – bildet eine Methode der Praxisforschung und ein zentrales Element pädagogischer Professionalisierung.A. Holzbrecher / J. Schmolling (Hrsg.): Imaging. Digitale Fotografie in Schule und Jugendarbeit. VS-Verlag, Wiesbaden 2004; A. Holzbrecher / I. Oomen-Welke / J. Schmolling (Hrsg.): Foto + Text. Handbuch für die Bildungsarbeit. VS-Verlag, Wiesbaden 2006.Alfred Holzbrecher: Fotografie – Bildungsmedium und Forschungsperspektive. In: MedienPädagogik, H. 23 (Visuelle Kompetenz), Mai 2013. www.medienpaed.com/article/view/161 (abgerufen am 14. März 2026).

Sein Ansatz zur Interkulturellen und Globalen Bildung ist dadurch gekennzeichnet, dass er diese kulturgeschichtlich fundiert und identitätstheoretische sowie ethnopsychoanalytische Perspektiven einbezieht. Holzbrecher plädiert für ein didaktisches Konzept, das durch Methoden der Kulturpädagogik biografisch nachhaltige Lernwege ermöglicht.Alfred Holzbrecher: Interkulturelle Pädagogik. Cornelsen, Berlin 2004.A. Holzbrecher / Ulf Over (Hrsg.): Handbuch Interkulturelle Schulentwicklung. Beltz, Weinheim/Basel 2015.

Publikationen (Auswahl) Monografien Dritte Welt-Öffentlichkeitsarbeit als Lernprozeß. Zur politischen und pädagogischen Praxis von Aktionsgruppen. Haag+Herchen, Frankfurt a. M. 1978 (Dissertation, Universität Tübingen). Wahrnehmung des Anderen. Zur Didaktik interkulturellen Lernens. Leske+Budrich, Opladen 1997 (Habilitationsschrift, Universität Mainz). Interkulturelle Pädagogik. Cornelsen, Berlin 2004. ISN 978-3-89974720-1 Weltbilder – Selbstbilder – Bilder des Fremden. Beiträge zu einer Globalen Bildung. Beltz, Weinheim/Basel 2024. ISBN 978-3-77997789-6

Herausgeberschaft Dem Fremden auf der Spur. Interkulturelles Lernen im Pädagogikunterricht. Schneider, Hohengehren 1999. (Didactica Nova. 7.) ISBN 3-89676207-9 Mit Hans H. Reich, Hans-Joachim Roth: Fachdidaktik interkulturell. Ein Handbuch. Leske+Budrich, Opladen 2000. ISBN 978-3-81002133-5 Interkulturelle Schule. Eine Entwicklungsaufgabe. Wochenschau, Schwalbach/Ts. 2011. ISBN 978-3-899747201 Mit Ulf Over: Handbuch Interkulturelle Schulentwicklung. Beltz, Weinheim/Basel 2015. ISBN 978-3-40725715-4 Mit Jan Schmolling: Imaging. Digitale Fotografie in Schule und Jugendarbeit. VS-Verlag, Wiesbaden 2004. Mit Ingelore Oomen-Welke, Jan Schmolling: Foto + Text. Handbuch für die Bildungsarbeit. VS-Verlag, Wiesbaden 2006. ISBN 3-53114928-8 Mit Jan Schmolling: Fotografie in der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung. Beltz, Weinheim/Basel 2023. ISBN 978-3-77996859-7

Holzbrecher hat außerdem ab 2006 zahlreiche Beiträge in Fachzeitschriften, Sammelwerken und online veröffentlicht.

Weblinks

Alfred Holzbrecher, Seite an der PH Freiburg (mit vollständiger Bibliografie) Website Alfred Holzbrecher

Einzelnachweise

Kategorie:Erziehungswissenschaftler Kategorie:Hochschullehrer (Pädagogische Hochschule Freiburg) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1950 Kategorie:Mann