Salvia candelabrum ist eine Pflanzenart aus der Gattung Salbei (Salvia) innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Sie kommt an mehreren Fundorten nur in der Betischen Kordillere in den südlichen spanischen Provinzen Almería, Granada sowie Málaga vor.
Beschreibung mini|Illustration aus Flore des serres, Band 13 mini|Zygomorphe Blüte im Detail mini|Sprossachse mit gegenständigen Laubblättern
Vegetative Merkmale Salvia candelabrum wächst als Strauch und erreicht Wuchshöhen von 50 bis zu 200 Zentimetern. Die verholzende Sprossachse ist filzig mit 0,2 bis 2,5 Millimeter langen Trichomen behaart; im unteren Bereich sind Drüsenhaare vorhanden.
Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist 1 bis 3,7 Zentimeter lang. Die fein papillös-runzlige Blattunterseite ist filzig mit 0,2 bis 2 Millimeter langen Trichomen behaart und die -oberseite mit etwa 0,1 Millimeter langen Trichomen drüsig behaart. Die meist einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 3 bis 12,5 Zentimetern sowie einer Breite von 1 bis 4,5 Zentimetern elliptisch bis länglich-lanzettlich mit stumpfem oberen Ende und gekerbten Blattrand; manchmal sind an der Spreitenbasis zwei seitliche Blattabschnitte vorhanden. Die Laubblätter verströmen beim Zerreiben einen dem Echter Echten Salbei ähnlichen Duft.
Generative Merkmale Der endständige, rispige Blütenstand ist aufrecht, 25 bis 60, selten bis zu 100 Zentimeter lang und enthält gegenständig angeordnete Scheinquirle. Die grünen Tragblätter sind einer Länge von 7 bis 15 Millimetern sowie einer Breite von 2 bis 3 Millimetern relativ klein und eiförmig-lanzettlich bis länglich-lanzettlich oder linealisch. Die Scheinquirle enthalten jeweils meist drei (ein bis fünf) lang gestielte Blüten. Die mehr oder weniger aufrechten Blütenstiele sind 5 bis 15 Millimeter lang.
Die zwittrige Blüte ist zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind selten 5 bis, meist 10 bis 15 Millimeter lang und röhrig-glockenförmig verwachsen. Der zweilippige, rippige und grün und purpurfarben getönte Kelch endet in fünf Kelchzähnen und ist mit 0,2 bis 2 Millimeter langen Trichomen und 0,2 bis 1,2 Millimeter langen Drüsenhaaren behaart. Die Kelchoberlippe endet in drei fast gleichen bei einer Länge von 1 bis 2 Millimetern sowie einer Breite von 1 bis 2,2 Millimetern dreieckigen Kelchzähnen. Die Kelchunterlippe endet in zwei bei einer Länge von 2 bis 3,5 Millimetern sowie einer Breite von 2,5 bis 4 Millimetern dreieckigen, spitzen Kelchzähnen. Die Blütenkrone ist mit einer Länge von 3 bis 4 Zentimetern doppelt so lang wie der Blütenkelch. Die fünf Kronblätter sind zu einer mehr oder weniger aufrechten 15 bis 25 Millimeter lang Kronröhre verwachsen, die zweilippig endet. Die mehr oder weniger aufrechte Kronoberlippe ist weißlich-gelblich und außen behaart. Die Kronunterlippe ist dreilappig und unten violett, ansonsten weiß. Die seitlichen Kronlappen sind zurückgebogen. Der Griffel ist zweiästig.
Die dunkel-kastanienfarbenen Klausen sind bei einer Länge von etwa 3,5 Millimetern sowie einem Durchmesser von etwa 3 Metern fast kugelig.
Vorkommen Salvia candelabrum kommt an mehreren Fundorten nur in der Betischen Kordillere in den südlichen spanischen Provinzen Almería, Granada sowie Malaga vor.
Salvia candelabrum im Gebirge in offener Strauchvegetation und in den Vorbergen in Kalk- sowie Dolomit-Fels Gebieten in Höhenlagen von 200 bis 1350 Metern. Sie gilt weder als selten noch als häufig und es gibt kaum Bedrohungen, höchstens Waldbrände und Überweidung könnten sich negativ auf die Bestände auswirken. Deshalb wurde in der Roten Liste Bedrohter Arten der IUCN 2016 als „LC“ = „Least Concern“ = „nicht gefährdet“ bewertet.
Taxonomie Die Erstbeschreibung von Salvia candelabrum erfolgte 1838 durch Edmond Boissier in Elenchus Plantarum Novarum minusque cognitarum quas in itinere hispanico legit. Das Artepitheton candelabrum bedeutet „Kerzenleuchter“ oder „wie ein Kandelaber verzweigt“.
Nutzung Salvia candelabrum wird sowohl als Zier- wie auch als Heilpflanze verwendet.
Salvia candelabrum hat einen Zierwert in Parks und Gärten und wurde mit dem Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society ausgezeichnet. Abgeblüte Blütenstände können hier erneut vegetativ austreiben.Regine Claßen-Bockhoff: Die Pflanze. Springer, 2024, ISBN 978-3-662-65442-2, S. 686.
Quellen Literatur Curtis’s botanical magazine. Volume XIII, Third Series, Reeve, 1857, Tafel 5017, eingescannt bei biodiversitylibrary.org. Llorenç Sáez: 15. Salvia L. In: S. Castroviejo: Flora Iberica. Plantas vasculares de la Península Ibérica e Islas Baleares. R. Morales, A. Quintanar, F. Cabezas, A. J. Pujadas, S. Cirujano: Volume XII: Verbenaceae-Labiatae-Callitrichaceae. Madrid : Real Jardín Botánico, 2010 - CXL. LABIATAE. PDF. Salvia candelabrum auf S. 300–301.
Einzelnachweise Curtis’s botanical Magazine. Volume XIII, Third Series, Reeve, 1857, Tafel 5017, eingescannt bei biodiversitylibrary.org. Lorraine Harrison: Latin for Gardeners. University of Chicago Press, 2012, ISBN 978-0-226-00919-3, S. 47. Llorenç Sáez: 15. Salvia L. In: S. Castroviejo: Flora Iberica. Plantas vasculares de la Península Ibérica e Islas Baleares. R. Morales, A. Quintanar, F. Cabezas, A. J. Pujadas, S. Cirujano: Volume XII: Verbenaceae-Labiatae-Callitrichaceae. Madrid : Real Jardín Botánico, 2010 - CXL. LABIATAE. PDF. Salvia candelabrum auf S. 300–301. Datenblatt Salvia candelabrum mit Verbreitung in Spanien bei Flora Vascular.
Weblinks
Thomas Meyer, Michael Hassler: Datenblatt Salvia candelabrum mit Fotos bei Mittelmeer- und Alpenflora. Salvia candelabrum bei Flora Andalucia.
Weiterführende Literatur
Gábor Janicsák, Judit Hohmann, István Zupkó, Peter Forgo, Dóra Rédei, György Falkay, Imre Máthé: Diterpenes from the Aerial Parts of Salvia candelabrum and their Protective Effects against Lipid Peroxidation. In: Planta Med, Volume 69, Issue 12, 2003, S. 1156–1159. doi:10.1055/s-2003-818010
Kategorie:Endemische Pflanze Spaniens Kategorie:Salbei Candelabrum